Markus Steilemann Neuer Covestro-Chef blickt gelassen auf Handelsstreit

Der neue Covestro-Chef Markus Steilemann glaubt nicht, dass die USA Chemikalien tarifieren werden. Er sieht sogar Fortschritte im Freihandel.
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Covestro-Chef Markus Steilemann blickt gelassen auf Handelsstreit Quelle: dpa
Markus Steilemann

Große Übernahmen im Werkstoff-Kerngeschäft schloss Covestros neuer Chef zum Amtsantritt aus.

(Foto: dpa)

LeverkusenDem neuen Chef des Werkstoffherstellers Covestro, Markus Steilemann, bereitet ein drohender Handelskrieg mit den USA keine Sorgen. „Wir sehen unmittelbar und mittelbar praktisch keine negativen Auswirkungen auf unsere Geschäfte“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur zu seinem Amtsantritt am Freitag. „Wenn Sie sich die Listen der zu tarifierenden Güter und Warenströme genau anschauen, dann sind Chemikalien davon in der Regel nicht betroffen.“

Zudem sieht Steilemann auch Fortschritte in Sachen Freihandel. „Es gibt natürlich viele Warnsignale und auch eine Menge Getöse“, meinte er. Auf der anderen Seite werde der Freihandel jedoch auf anderen Bühnen mit anderen Teilnehmern vorangetrieben.

Steilemann verwies auf die geplanten Freihandelsabkommen der EU mit Mexiko und Kanada sowie das bereits ausgehandelte Transpazifik-Abkommen CPTPP, bei denen die USA jeweils außen vor seien. „Von daher glaube ich, dass man das jetzt alles mit Augenmaß und auch mit Ruhe betrachten muss.“

Steilemann übernimmt zum 1. Juni die Amtsgeschäfte des langjährigen Covestro-Chefs Patrick Thomas, der sich in den Ruhestand verabschiedet. Der Brite hatte die Loslösung der ehemaligen Bayer-Tochter von der Mutter vorangetrieben und das Unternehmen im Frühjahr in die Top-30 der Dax-Konzerne geführt.

Diesen Kurs will der 48-jährige Steilemann fortführen - und setzt dabei auf Konjunktur-Unabhängigkeit und Zukäufe. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, schrittweise unter Beweis zu stellen, dass wir es können“, sagte Steilemann.

Der Konzern wolle bei einer sich bietenden Übernahmemöglichkeit bereit sein, nicht nur den Kauf, sondern auch die Integration abzuwickeln. Aber: „Mögliche Ziele sind tendenziell sehr teuer. Wir rechnen mit absolut spitzem Bleistift.“ Nur wenn eine Übernahme den Wert des Unternehmens steigern könne, würde Covestro zuschlagen. „Wir haben keinerlei Druck.“

Große Übernahmen im Kerngeschäft schloss Steilemann dabei aus, weil diese aufgrund des engen Marktes zu kartellrechtlichen Fragen führen würden. „Deshalb geht es eher um Materialien oder Technologien in Randbereichen“, erklärte der Manager. In Frage kämen etwa Techniken oder Marktzugänge bei Lack- und Klebrohstoffen.

Steilemann ist seit 1998 bei Covestro. Fast ein Jahrzehnt lang sammelte er Erfahrungen in verschiedenen Führungspositionen in Asien im Geschäft mit sogenannten Polycarbonaten. Das sind Kunststoffe, die unter anderem in Oberflächen wie Laptophüllen, Koffern oder CDs verarbeitet werden.

  • dpa
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