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Maschinenbau China überholt Maschinenbau-Exportweltmeister Deutschland

Die Pandemie hat für Verschiebungen auf einem der wichtigsten Märkte für die heimische Industrie gesorgt. Für die Zukunft sehen die deutschen Maschinenbauer aber längst nicht schwarz.
07.07.2021 - 13:52 Uhr 1 Kommentar
Laut einer Studie hat China Deutschland beim Maschinenbauexport eingeholt. Quelle: imago stock&people
Maschinenbauarbeiter in China

Laut einer Studie hat China Deutschland beim Maschinenbauexport eingeholt.

(Foto: imago stock&people)

Düsseldorf Der Maschinen- und Anlagenbau ist der Stolz der deutschen Wirtschaft. Mehr als 3300 Unternehmen, viele von ihnen familiengeführte Mittelständler, exportieren ihre Produkte in die ganze Welt. Doch die Corona-Pandemie hat der Branche einen Rückschlag versetzt. Erstmals hat die Volksrepublik China die Bundesrepublik beim Export von Maschinen vom Thron gestoßen.

Das zeigt eine Studie, die der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) am Mittwoch veröffentlichte. Während chinesische Unternehmen im vergangenen Jahr Maschinen im Wert von 165 Milliarden Euro exportierten, fielen die deutschen Hersteller auf 162 Milliarden Euro zurück.

Damit liegt der Marktanteil Chinas am globalen Maschinenmarkt nun bei 15,8 Prozent, während er bei den Deutschen auf 15,5 Prozent zurückgeht. 2019 hatte der Vorsprung des deutschen Maschinenbaus gegenüber der Volksrepublik noch bei 1,4 Prozent gelegen.

„Gerade die Corona-Pandemie hat Chinas Aufstieg einen kräftigen Schub verliehen, weil das Land sehr früh und nur sehr kurz betroffen war, während der europäische Absatzmarkt durch die Pandemie einen kräftigen Dämpfer erlitt“, so Ulrich Ackermann, Leiter des Bereichs Außenwirtschaft beim VDMA.

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    „Eine starke wirtschaftliche Erholung in der EU könnte dafür sorgen, dass die Maschinenexporte aus Deutschland und anderen europäischen Ländern 2021 wieder stärker wachsen.“ Der langfristige Trend allerdings spreche klar für China.

    Mit der Untersuchung nimmt der VDMA auch die chinesische Industriestrategie „Made in China 2025“ in den Fokus, die darauf abzielt, das Land technologisch unabhängiger von westlichen Lieferanten zu machen. So plant Peking, in den nächsten 15 Jahren die technologische Vorherrschaft in Bereichen wie der Robotik oder der Landtechnik zu erreichen.

    Dabei hat die Volksrepublik durchaus Nachholbedarf: Während in deutschen Fabriken rund 346 Industrieroboter pro 10.000 Beschäftigte eingesetzt werden, sind es in China bislang lediglich 187. Um die Aufholjagd zu beschleunigen, greife die Regierung auch zu marktverzerrenden Mitteln wie einem beschränkten Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen oder vorteilhafte Finanzierungen für heimische Unternehmen, klagt der VDMA.

    Lichtblick für die deutsche Branche

    „Dies führt eindeutig zu Wettbewerbsnachteilen für ausländisch investierte Unternehmen“, konstatierte Ackermann. Trotz dieser sich verschlechternden Rahmenbedingungen bleiben die Aussichten für den deutschen Maschinenbau dennoch positiv. So blicken rund 70 Prozent der Entscheider in der Branche optimistisch auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten, wie das aktuelle Maschinenbau-Barometer der Beratungsgesellschaft PwC zeigt, das dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

    Rund zwei Drittel der Manager gehen demnach davon aus, dass der Umsatz ihres Unternehmens im kommenden Jahr um mindestens fünf Prozent wachsen wird. „Aus der Wachstumsperspektive betrachtet erscheint die Zukunft des Maschinenbaus deutlich heller als die anderer Branchen“, so Klaus-Peter Gushurst, Leiter des Bereichs Industries & Innovation bei PwC.

    Die Nachfrage aus dem Ausland sei auch aufgrund von dortigen Konjunkturprogrammen stabil, die Lieferketten seien robust, die Erholung wichtiger Zielbranchen schreite voran. „Wir sehen aber auch, dass die Branche an den Folgen der Pandemie noch länger laborieren wird“, so der Experte.

    Neben dem wachsenden Einfluss Chinas auf den Maschinenmarkt bereitet den Unternehmen dabei die zu erwartende Steigerung der Produktionskosten das größte Kopfzerbrechen. So rechnen zwei von drei Befragten damit, dass die Belastungen im kommenden Quartal noch einmal steigen werden.

    Neben höheren Ausgaben für Sicherheit und Hygiene sowie die Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeit spielen hier auch steigende Rohstoffkosten eine wichtige Rolle. „Es gibt durchaus ein neues Problembewusstsein in der Branche“, sagte Gushurst. Lange Zeit seien Kosten nicht ganz oben auf der Agenda gewesen. Das Ziel lautete vielmehr, Preise möglichst konstant zu halten. „Dies ändert sich nun: Sechs von zehn Entscheidern wollen ihre Preise im dritten Quartal dieses Jahres anheben.“

    Mehr: Boom in China: Robotikbranche kommt glimpflich durch die Coronakrise

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    • China ist das Land mit dem höchsten CO2-Ausstoß weltweit.

      Im Rahmen des Pariser Weltklimaabkommens hatte China bisher nur zugesagt, dass die Emissionen „um 2030“ ihren Höhepunkt erreichen und dann zurückgehen sollten. (Konjunktiv!)

      58 Prozent des Primärenergieverbrauchs werden in China noch immer aus Kohle gewonnen – und bis Mitte des Jahres sind mehr neue Kohlekraftwerke genehmigt worden als in den zwei Jahren zuvor. Auch exportiert werden sie eifrig. Im Zuge der “neuen Seidenstraße” finanzieren chinesische Banken den Bau von Kohlekraftwerken im Ausland, die dann von chinesischen Bautrupps errichtet werden.

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