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Maschinenbau EUV-Halbleitergeschäft federt Umsatzeinbruch bei Trumpf ab

Die Corona-Pandemie verschärft die konjunkturelle Krise der Trumpf-Gruppe. Eine neue Technologie sorgt aber dafür, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist.
22.07.2020 - 13:07 Uhr Kommentieren
Die EUV-Technologie hat den Maschinenbauer vor einem noch größeren Umsatzeinbruch bewahrt. Quelle: Reuters
Trumpf

Die EUV-Technologie hat den Maschinenbauer vor einem noch größeren Umsatzeinbruch bewahrt.

(Foto: Reuters)

Stuttgart Die Corona-Pandemie verschärft die Krise im Maschinenbau. Selbst der schwäbische Vorzeigemittelständler Trumpf erlitt im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr (30. Juni) nach vorläufigen Zahlen einen Umsatzeinbruch von rund acht Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Damit schlägt sich das Familienunternehmen zwar besser als die Maschinenbaubranche insgesamt, die zweistellige Umsatzrückgänge verzeichnet. Aber die Lage verschärft sich weiter: Der Auftragseingang verringerte sich um elf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

„Wir spüren bereits seit Herbst 2018 eine Abschwächung der Konjunktur und die Zurückhaltung vieler Kunden bei Investitionen gerade in Deutschland“, sagt Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Sie führt die schwache Nachfrage auf die Ungewissheit im Zusammenhang mit dem Strukturwandel in der Automobilindustrie zurück.

„Corona hat diese Tendenz zusätzlich verstärkt und wie ein Katalysator gewirkt, gewissermaßen als ‚Krise in der Krise‘“, betont Leibinger-Kammüller. Das zentrale Thema sei dabei die Unsicherheit hinsichtlich der Dauer der Pandemie und der entsprechenden Maßnahmen der Politik.

Dass die Zahlen nicht noch schlechter ausgefallen sind, liegt vor allem an der Sonderkonjunktur des Geschäftsfelds EUV. Die Abkürzung steht für „extrem ultraviolettes Licht“, mit dem Halbleiter belichtet werden. Trumpf liefert die Lichtquellen an den niederländischen Maschinenbauer ASML.

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    Nur diese Technologie ermöglicht es, Chips der nächsten Generation mit Strukturgrößen von unter sieben Nanometern wirtschaftlich zu produzieren. Damit können noch feinere Strukturen auf den Leiterplatten abgebildet und auf kleinstem Raum auch noch leistungsfähiger gemacht werden.

    Niederlande werden zum wichtigen Markt

    Die Chipindustrie ordert jetzt die überlegene Technologie unabhängig von der mauen Weltkonjunktur. 15 Jahre hat Trumpf an dem EUV-Projekt mit dem Optik-Partner Carl Zeiss gearbeitet. Der Durchbruch wurde jetzt endgültig geschafft – fünf Jahre später als ursprünglich geplant.

    In der Zwischenzeit mussten die Hersteller mit der konventionellen Technik alle Möglichkeiten ausschöpfen, um das sogenannte Moore’sche Gesetz irgendwie aufrechtzuerhalten. Demnach verdoppelt sich die Leistung der Chips alle zwei Jahre – bei sinkenden Stückkosten. „Ohne EUV wäre das Moore’sche Gesetz nicht mehr zu halten gewesen“, hatte Trumpfs Vizechef Peter Leibinger, der auch Gesellschafter des Ditzinger Familienunternehmens Trumpf ist, bei der Einführung der Technologie im vergangenen Jahr gesagt.

    Trumpf bezifferte die eigenen Investitionen in die EUV-Laser auf 200 Millionen Euro. Das Umsatzpotenzial liegt bei 400 Millionen Euro, was die aktuellen Zahlen für die Niederlande belegen. Den Anteil von Trumpf an ASML-Lasern schätzt Leibinger auf die Herstellung bezogen auf etwas unter zehn Prozent. Im Verkauf kostet jede der ASML-Maschinen – im Fachjargon „Scanner“ genannt – 120 Millionen Euro.

    Bei Trumpf hat der EUV-Boom dafür gesorgt, dass sich die Niederlande mit einem Umsatzanteil von 480 Millionen Euro auf Rang drei der wichtigsten Märkte katapultiert haben. Größer sind nur Deutschland mit etwa 610 Millionen Euro Umsatz und die USA mit circa 490 Millionen Euro. Erst nach den Niederlanden kommt China mit 350 Millionen Euro.

    Zur Ertragslage äußert sich Trumpf zu diesem Zeitpunkt im Jahr generell nicht. Aber der Gewinn dürfte gewaltig unter Druck gekommen sein. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Ergebnis vor Steuern und Zinsen noch bei rund 350 Millionen Euro gelegen.

    Bereits seit Ende 2018 läuft ein Ergebnisverbesserungsprogramm. Die Schwaben haben bislang bei Sach- und Personalkosten gespart. Derzeit arbeitet rund die Hälfte der 4400 Beschäftigten am Stammsitz in Kurzarbeit. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter blieb gruppenweit mit 14.300 in etwa gleich.

    Mehr: Die Trumpf-Chefin setzt sich ambitionierte Ziele in schwierigen Zeiten

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