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Maschinenbau „Made in Germany“ schwankt

Mit mehr als einer Million Beschäftigten ist der Maschinenbau Deutschlands größter Industriearbeitgeber. Die exportorientierte Branche steht vor großen Herausforderungen – nicht nur wegen globaler Abschottungstendenzen.
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Der deutsche Maschinenbau punktet durch einen hohen Spezialisierungsgrad. Quelle: dpa
Tunnelbohrmaschine

Der deutsche Maschinenbau punktet durch einen hohen Spezialisierungsgrad.

(Foto: dpa)

Frankfurt Sie produzieren Tunnelbohrmaschinen oder Fischverpackungsanlagen: Viele deutsche Maschinenbauer sind hoch spezialisiert und nicht selten Weltmarktführer in ihrem Bereich. Nach vergleichsweise schwachen Jahren läuft die Produktion wieder auf Hochtouren, die Auftragsbücher füllen sich vor allem dank der kräftigen Nachfrage aus dem Ausland. Doch wie lange hält der Schwung?

Große Sorge bereiten der exportorientierten Industrie wirtschaftliche Abschottungstendenzen – nicht zuletzt sorgt US-Präsident Donald Trump mit Kritik am Freihandel immer wieder für Unruhe. „In der ganzen Welt keimt Protektionismus auf“, konstatiert Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDMA. „Mit einer Exportquote von knapp 80 Prozent im Verhältnis zur Produktion sind die Maschinenbauer von einem funktionierenden Welthandel abhängig.“ Vor allem die mittelständischen Firmen seien angewiesen auf offene Märkte, weil sie häufig nicht vor Ort produzierten.

Der VDMA feiert am kommenden Montag (16. Oktober) mit einem Festakt in Berlin sein 125-jähriges Bestehen. Als sich im Jahr 1892 deutsche Maschinenbauer in einem Verband zusammenschlossen, ging es um Liefer- und Zahlungsbedingungen sowie um Preise für Bergwerks- und Hüttenmaschinen.

Heute stehen unter anderem Freihandel und Digitalisierung im Fokus. „Der bisherige Ausbau des Glasfasernetzes auf dem Land, wo viele Maschinenbauer ihren Sitz haben, reicht nicht“, kritisiert Brodtmann. „In der laufenden Legislaturperiode sollten insgesamt 40 Milliarden Euro in den Ausbau investiert werden.“ Auch die Elektroindustrie hatte jüngst ein höheres Tempo gefordert. Die geplanten Investitionen von 100 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 seien richtig, es müsse aber schneller gehen als bisher geplant, mahnte der Branchenverband ZVEI.

Das Beratungsunternehmen PwC sieht bei den Maschinenbauern selbst allerdings Nachholbedarf bei der Digitalisierung der Produktion. Lediglich 26 Prozent von 100 befragten Führungskräften der Branche würden den Digitalisierungsgrad in diesem Bereich aktuell als hoch bis sehr hoch einschätzen. „Manche hochspezialisierten Unternehmen stellen nur wenige Maschinen im Monat her, die zwar in die Industrie-4.0-Welt ihrer Kunden passen oder diese erst ermöglichen. Um diese Maschinen herzustellen braucht es aber keine eigene vernetzte Fertigung“, argumentiert dagegen Brodtmann.

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