Matt Olsen Ein NSA-Veteran soll Uber vom schlechten Image befreien

Matt Olsen ist der neue Sicherheitschef und Problemlöser des Fahrdienstvermittlers. Seine Aufgabe: Uber transparenter und ethischer machen.
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Der neue Sicherheitschef von Uber war lange Jahre beim US-Geheimdienst NSA und will nun die Sicherheitsprobleme des Fahrdienstvermittlers lösen. Quelle: Getty Images; Per-Anders Pettersson
Matthew Olsen

Der neue Sicherheitschef von Uber war lange Jahre beim US-Geheimdienst NSA und will nun die Sicherheitsprobleme des Fahrdienstvermittlers lösen.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

San FranciscoDas Unternehmen Uber erfindet ständig neue Geschäftsmodelle. Neben dem bekannten Fahrdienst baut es derzeit eine Flotte autonomer Fahrzeuge auf und will Kunden künftig auch mit Helikoptern durch die Lüfte transportieren. Das weitaus wichtigste Geschäft der US-Firma beruht jedoch auf der Vermittlung von Vertrauen. Steigt der Uber-Kunde in das Auto eines völlig Fremden oder künftig gar in einen autonomen Wagen, vertraut er Uber sein Leben an. Er muss darauf setzen, dass der Dienst sicher ist.

Doch daran mehrten sich zuletzt die Zweifel. Im vergangenen November musste Firmenchef Dara Khosrowshahi erhebliche Sicherheitsmängel einräumen. Hacker hatten die persönlichen Daten von 57 Millionen Fahrern und Passagieren erbeutet.

Über ein Jahr verschwieg Uber den Diebstahl, der bereits im Oktober 2016 geschehen war, und zahlte den Kriminellen stattdessen ein Schweigegeld in Höhe von 100.000 Dollar. Khosrowshahi, der erst nach diesen Vorfällen zum Unternehmen stieß, entschuldigte sich öffentlich und feuerte den damaligen Sicherheitschef Joe Sullivan wegen des mangelhaften Krisenmanagements.

Ein neuer Mann soll nun Ubers Ruf verbessern. Der Mobilitätsdienst verpflichtet als Nachfolger für Sullivan den renommierten Spionageexperten Matt Olsen, einen früheren Mitarbeiter der National Security Agency (NSA) und Direktor des National Counterterrorism Center. Der 56-Jährige arbeitete zuletzt bei der Beraterfirma Iron Net, die er mit dem Ex-NSA-Chef Keith Alexander gründete.

Uber habe bereits „entscheidende Änderungen“ bei der Sicherheit durchgeführt und viele umstrittene Geschäftspraktiken beendet, erklärte Olsen der „New York Times“ zu seinem neuen Job. Neben der verschwiegenen Hackerattacke geriet der Service in der Vergangenheit mit einigen kruden Methoden in die Schlagzeilen.

Die Google-Schwester Waymo beschuldigte die Firma, sich illegal Zugriff auf wertvolle Informationen für das autonome Fahren verschafft zu haben. Der Prozess vor einem Richter in San Francisco endete mit einer außergerichtlichen Einigung, bei der Waymo Anteile an Uber erhielt.

Uber steht vor einem Umbruch

Der monatelange Rechtsstreit enthüllte jedoch eine ganze Liste obskurer Praktiken, mit denen Uber Konkurrenten ausgespäht und die Behörden ausgetrickst haben soll. So hat der Mobilitätsdienst offenbar Fahrer bei seinen Rivalen eingeschleust und deren Computersysteme gehackt.

Unter dem neuen Sicherheitschef Olsen sollen solche Aktionen der Vergangenheit angehören. Uber verstehe „die Notwendigkeit, transparent und ethisch zu sein“, erklärte der NSA-Veteran. Dabei gehe es nicht nur darum, die Gesetze und Regulationen zu befolgen, „sondern auch die Normen und Standards, die Ubers Kunden und Aktionäre von der Firma erwarten.“

Firmenchef Khosrowshahi will das Unternehmen 2019 an die Börse bringen. Investoren wie der japanische Techkonzern Softbank, der größte Anteilseigner von Uber, erwarten, dass sich ihr finanzielles Engagement auszahlt. Weitere Sicherheitsskandale kann sich der Fahrdienst nicht erlauben.

Bei seiner großen Aufgabe will der Spionageexperte Olsen von seiner langen Erfahrung profitieren. „Bei jeder großen Organisation, sei es nun die NSA oder eine Firma wie Uber, ist es von entscheidender Wichtigkeit, einen Plan zu haben und geübt darin zu sein, auf ein Sicherheitsproblem zu reagieren.“

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