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Medienbericht Eon vor Zerschlagung von Ruhrgas

Laut einem Zeitungsbericht sucht der Energieversorger einen Käufer für das Gastransportnetz der Tochter Eon-Ruhrgas. Das Unternehmen hat sich zu den Gerüchten noch nicht geäußert.
15.08.2011 Update: 15.08.2011 - 14:38 Uhr Kommentieren
Die Firmenzentrale der Eon Ruhrgas AG in Essen. Quelle: dapd

Die Firmenzentrale der Eon Ruhrgas AG in Essen.

(Foto: dapd)

Frankfurt Acht Jahre nach der umstrittenen Übernahme von Ruhrgas will der Energiekonzern Eon Kreisen zufolge das Unternehmen zerschlagen. Der Versorger erwäge einen Verkauf der Ruhrgastochter Open Grid Europe, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Die sind ins Schaufenster gestellt worden.“ Der Prozess befinde sich aber noch am Anfang, es gebe noch keine Verkaufsverhandlungen. Der Eon-Konzern in Düsseldorf und Ruhrgas in Essen lehnten einen Kommentar ab. Die Eon-Aktie legte zeitweise fast vier Prozent zu - doppelt so viel wie der Leitindex Dax.

Die Ruhrgas-Tochter betreibt mit einer Länge von etwa 12.000 Kilometern das größte Ferngasnetz Deutschlands. Die Pipelines spielen wegen ihrer Verknüpfungspunkte an den Grenzen auch für den Im- und Export von Gas eine bedeutende Rolle. Open Grid Europe beschäftigt 1400 Mitarbeiter, mehrere hundert davon in Essen. Bei Ruhrgas insgesamt sind 3200 Mitarbeiter beschäftigt. Seit Tagen wird darüber spekuliert, dass Eon-Chef Johannes Teyssen Teile der Geschäfte von Ruhrgas mit der in Düsseldorf ansässigen Tochter Energy Trading verschmelzen will, die ebenfalls mit Gas handelt. Auch die lukrative Gasförderung mit Beteiligungen an Feldern in Russland und Norwegen könnte im Konzern verbleiben. E.ON hatte in diesen Bereich in den vergangenen Jahren Milliarden investiert.

Der Energiekonzern steht nach der Atomwende unter Druck und hatte in der vergangenen Woche den ersten Quartalsverlust seiner Geschichte verbucht. Bis zu 11.000 der weltweit 79.000 Stellen im Konzern sollen nun gestrichen werden, hat Vorstandschef Teyssen angekündigt. Auch die Mitarbeiter von Ruhrgas fürchten um ihren Arbeitsplatz. Jahrelang gehörte die Tochter zu den Ertragsperlen von Eon. Das Gasgeschäft leidet nun aber unter teuren langfristigen Lieferverträgen, die E.ON unter anderem mit dem Gazprom-Konzern abgeschlossen hat. Im ersten Halbjahr brach in der von Ruhrgas getragenen Gassparte der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebitda) um 900 Millionen Euro auf 578 Millionen Euro ein. Gewinnzahlen zu Open Grid Europe veröffentlicht E.ON nicht.

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