Medienbericht Thyssen-Krupp will Teile der Verwaltung ins Ausland verlagern

Thyssen-Krupp macht schwierige Zeiten durch – da ist auch eine Verlagerung bestimmter Unternehmensteile ins Ausland nicht tabu. Von den Plänen betroffen wären bis zu 800 Mitarbeiter. Eine Entscheidung steht noch aus.
Update: 10.10.2013 - 09:58 Uhr 4 Kommentare
Thyssen-Krupp-Zentrale in Essen: Der Konzern will die Kosten senken. Quelle: Reuters

Thyssen-Krupp-Zentrale in Essen: Der Konzern will die Kosten senken.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDer angeschlagene Stahlkonzern Thyssen-Krupp will Teile seiner Verwaltung ins Ausland verlagern. Betroffen seien rund 800 Arbeitsplätze des „Shared Services“ genannten Dienstleistungszentrums, vor allem in den Bereichen Finanzdienstleistung, IT und Lohnbuchhaltung, sagte Konzernbetriebsrat-Chef und Aufsichtsrat-Mitglied Wilhelm Segerath der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe). Die Arbeitnehmervertreter verhandelten „gegenwärtig mit dem Management über die Ausgliederung und die Auslagerung von Shared Services ins Ausland“, sagte Segerath.

Thyssen-Krupp bestätigte laut der Zeitung die Gespräche. Es gebe aber noch keine Entscheidung, sagte ein Konzernsprecher der „Rheinischen Post“. „Wesentliche Funktionen“ der Shared Services sollten künftig „in der weltweit aufgestellten Einheit 'Global Shared Services' gebündelt“ werden. An der Ausgestaltung der Verlagerung werde „unter Einbindung der Mitbestimmungsgremien“ gearbeitet, sagte der Konzernsprecher.

Thyssen-Krupp hatte im Mai angekündigt, weltweit 3000 Stellen in der Verwaltung abbauen zu wollen - zusätzlich zu 2000 Stellen im europäischen Stahlgeschäft. Der Essener Konzern steckt derzeit tief in der Krise, unter anderem aufgrund hoher Verluste durch Abschreibungen auf seine Stahlwerke in Brasilien und den USA. Thyssen-Krupp hatte für das vergangene Geschäftsjahr Milliardenverluste verbucht, deren Hauptursache die Übersee-Werke waren. Die Standorte gelten als milliardenschwere Fehlinvestition.

Neben den Problemen in Übersee beschäftigt den Konzern eine ganze Reihe von Skandalen und Affären. Das Traditionsunternehmen hatte sich in den vergangenen Jahren unter anderem an einem Kartell von Schienenherstellern beteiligt und Preisabsprachen mit den anderen Unternehmen getroffen. Das Bundeskartellamt verhängte Millionen-Bußgelder.

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  • dpa
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4 Kommentare zu "Medienbericht: Thyssen-Krupp will Teile der Verwaltung ins Ausland verlagern"

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  • Wo gibt es eigentlich detaillierte Informationen zu den "Fehlinvestitionen" in Brasilien und den USA?

    Wer hat sich da verrechnet? Wer hat da wann was abgesegnet? Wer hat innerhalb und außerhalb von Thyssen-Krupp an den "Fehlinvestionen" verdient? Wenn Milliarden verloren gehen, wer hat sich dann die zweistelligen Millionenbeträge in die eigene Tasche geschoben? Wer genau hat wie von den "Fehlinvestitionen" profitiert? Welche Baufirmen, welche Finanzierer, welche Investoren, welche Lieferanten? In der Presse bekomme ich niemals Details zu diesen Fragen zu lesen. Das ist langsam ein wenig enttäuschend. Wo bleibt ein investigativer Journa-lismus, der die Hintergründe klärt und erklärt? Welche Controller haben hier bei Thyssen-Krupp versagt, wenn gleich 2 milliardenschwere Großprojekte scheitern?

  • Das ist schon bitter, wozu offensichtliche Managementfehler führen! Hoffentlich ist Siemens stabiler, so dass dort vom Aufsichtsrat nicht auch weiter Unheil verbreitet werden kann!

  • jede zweite Toilette schließen und härtere Bleistifte einsetzen, das bringt die entscheidenden Effekte

  • Als ehemaliger "Kruppianer" kann ich nur folgendes feststellen: Fehler, die auf Vorstandsebene und im Aufsichtsrat gemacht wurden, und zwar über mind. 10 Jahren, muß nun die Belegschaft ausbügeln.
    Arbeitsplätze in der ersten Marktebene gehen verloren.
    Glück Auf!!!

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