Elon Musk

Der Tesla-Chef hatte am Dienstag getwittert, er erwäge, das Unternehmen von der Börse zu nehmen.

(Foto: AP)

Medienbericht US-Börsenaufsicht nimmt Elon Musks Aussagen ins Visier

Die SEC fordert Auskünfte über die Pläne des Tesla-Chefs, sein Unternehmen von der Börse nehmen zu wollen. Ob offizielle Ermittlungen eingeleitet werden, ist noch offen.
Update: 09.08.2018 - 00:41 Uhr Kommentieren

New YorkTesla-Chef Elon Musk ist für ungewöhnliche Aktionen bekannt. Seine auf Twitter bekanntgegebenen Planspiele, das Unternehmen von der Börse zu nehmen, könnten nun jedoch ernste Konsequenzen nach sich ziehen.

Die US-Börsenaufsicht SEC habe sich am Mittwoch an Tesla gewandt, um Musks Aussagen zu untersuchen, berichten US-Medien übereinstimmend. Die SEC habe sich bei dem Elektroautobauer erkundigt, ob die ungewöhnliche Ankündigung von Musk ernst gemeint war, berichtete der US-Börsensender CNBC unter Berufung auf Insider.

Die US-Behörde soll zudem untersuchen, warum Musk die überraschende Ankündigung auf Twitter machte und nicht in einer regulatorischen Pflichtmitteilung und ob die Ankündigung mit den Anlegerschutzregeln übereinstimmt. Normalerweise verbreiten börsennotierte Unternehmen Nachrichten, die einen erheblichen Einfluss auf den Aktienkurs haben könnten, außerhalb der Handelszeiten als Pflichtmitteilungen.

Es ist noch unklar, ob die US-Behörde bereits eine Untersuchung auf der Grundlage der Antworten eingeleitet hat. Die Behörde wollte dazu auf Nachfrage keinen Kommentar abgeben. Tesla war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Tesla-Aktie fiel am Mittwoch um 2,4 Prozent auf rund 370 Dollar.

Nach US-Recht können Unternehmen und Geschäftsführer haftbar gemacht werden, wenn sie falsche Angaben machen oder Informationen auslassen, die Aktionäre benötigen, um fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen. Musk könnte in Bedrängnis kommen, falls die SEC Beweise findet, dass er Angaben gemacht hat mit der Absicht, den Aktienkurs erheblich zu beeinflussen.

Tatsächlich war der Kurs der Tesla-Aktie nach Musks Bekanntgabe in die Höhe geschossen. Der Handel des Papiers wurde am Dienstag kurzzeitig ausgesetzt, die Titel beendeten den Tag schließlich elf Prozent im Plus bei 379,57 Dollar. Sollte Musk nun mit seiner Mitteilung geblufft haben, könnte dies Klagen wegen Marktmanipulation nach sich ziehen. Zudem könnten auch Klagen von Aktionären drohen.

„Es ist ihm nicht verboten, diese Aussage zu machen, solange sie wahrheitsgemäß und nicht manipulativ ist“, sagte Tom Gorman, ein Partner der Anwaltskanzlei Dorsey and Whitney, in einem Interview mit CNBC. „Wir sprechen hier von Milliarden von Dollar an Finanzierung. Er sagte, er hat das Geld. Wenn er es aber nicht hat, ist das ein Problem, denn dann hätte er zumindest eine falsche Aussage gemacht.“

Musk gab am Dienstag bekannt, dass er Tesla bei einem Aktienkurs von 420 Dollar von der Börse nehmen will. Dies würde einer Firmenbewertung von rund 71 Milliarden Dollar entsprechen. Es wäre die größte fremdfinanzierte Übernahme aller Zeiten. Musk sagte, die Finanzierung für den Deal sei „gesichert“, gab dabei allerdings keine weiteren Details bekannt. Dies wirft die Frage auf, ob Tesla dafür tatsächlich die nötigen Mittel hätte.

„Einfach wird man Elon Musk eine Kursmanipulation nicht nachweisen können"

Für die Finanzierung eines solchen Deals in Milliardenhöhe kommen nur wenige Schwergewichte wie der japanische Mischkonzern Softbank oder Staatsfonds in Frage. Musk soll im April 2017 Gespräche mit Softbank-Gründer Masayoshi Son geführt haben, bei dem die beiden auch über ein mögliches Delisting des Autoherstellers gesprochen haben sollen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Son und Musk sollen eine mögliche Investition Softbanks in Tesla diskutiert haben, doch die Gespräche endeten aufgrund von „Meinungsverschiedenheiten“ über die Verteilung der Anteile erfolglos.

Einige Mitglieder des Tesla-Aufsichtsrats erklärten am Mittwoch in einem Statement, dass Musk mit ihnen in der vergangenen Woche über einen möglichen Rückzug von der Börse gesprochen hatte und dies nun geprüft werde.

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