Medizintechnik-Konzern Drägerwerk kappt die Dividende

Nach einem Gewinnrückgang in 2013 will der Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik Drägerwerk weniger Dividende ausschütten. Mit neun Cent weniger als im Vorjahr trifft das nicht die Erwartungen der Analysten.
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Das Lübecker Unternehmen Dräger will nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr weniger Dividende ausschütten. Quelle: dpa

Das Lübecker Unternehmen Dräger will nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr weniger Dividende ausschütten.

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LübeckDer Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik Drägerwerk will nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr weniger Dividende ausschütten. An die Aktionäre sollten 77 Cent je Stamm- und 83 Cent je Vorzugsaktie fließen, teilte das börsennotierte Familienunternehmen am Mittwoch in Lübeck mit. Das sind je neun Cent weniger als im Vorjahr. Analysten hatten mit 83 Cent je Stammaktie gerechnet. Größter Eigner ist mit 71 Prozent der Stimmrechte die Familie Dräger.

Der starke Euro-Kurs und hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung machten Drägerwerk im vergangenen Jahr zu schaffen. Der Jahresüberschuss schrumpfte um 11,6 Prozent auf knapp 120 Millionen Euro, während der Umsatz bei 2,37 Milliarden verharrte. „Den Gegenwind der veränderten Währungsrelationen müssen wir aushalten, kurzfristig können wir nur wenig Sinnvolles dagegen unternehmen“, räumte Firmenchef Stefan Dräger ein. Dräger kündigte an, einen von zwei Standorten in Tschechien zu schließen. 30 Stellen in der Produktion fallen dadurch weg.

Wer die Pharmawelt beherrscht
SIDNEY
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Aufsteiger 1: Valeant (Kanada)

Der kanadische Pharmariese wächst und wächst – hauptsächlich durch Zukäufe. Im Jahr 2013 kaufte Valeant den Kontaktlinsenhersteller Bausch & Lomb aus den USA für 8,7 Milliarden Dollar. Im Bereich Augengesundheit wollen die Kanadier ganz vorne mitmischen. Beim Umsatz hat es der Konzern zumindest schon einmal in die Top 30 der Welt geschafft. Die Pharma-Erlöse stiegen um 62,4 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar.

Quellen: Unternehmen, HB-Schätzungen

BIOGEN IDEC
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Aufsteiger 2: Biogen Idec (USA)

Erst Ende März 2013 wurde das Multiple-Sklerose-Mittel Tecfidera in den USA zugelassen. Doch die Tablette ist eine Goldgrube für das aufstrebende US-Biotech-Unternehmen Biogen Idec. Im Jahr 2013 steigerte es dank Tecfidera den Umsatz um gut ein Viertel auf 6,9 Milliarden Dollar.

huGO-BildID: 20842319 Actavis, Kapseln
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Aufsteiger 3: Actavis (Irland/USA)

Das Unternehmen ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Nachahmerpräparaten. Doch allzu großes Wachstum verspricht dieses Geschäftsfeld nicht unbedingt, da der Preisverfall oft das Mengenwachstum aufzehrt. Actavis wächst daher vor allem mit Übernahmen: In den vergangenen drei Jahren steckte der Konzern mehr als 14 Milliarden Dollar in Zukäufe. Der Konkurrent Forest Laboratories soll nun für 25 Milliarden Dollar ebenfalls geschluckt werden. Im Jahr 2013 legte der Umsatz um 46,7 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar zu.

Merck Darmstadt
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Deutsche Unternehmen: Merck

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern wächst im Jahr 2013 moderat. Der Umsatz legt um 2,6 Prozent auf umgerechnet 7,9 Milliarden Dollar zu (Schätzung). In der Rangliste der größten Pharmaunternehmen der Welt schafft es Merck damit auf Platz 23. Das könnte sich aber ändern, denn das Unternehmen plant einen Zukauf: Die Darmstädter bieten rund zwei Milliarden Dollar für die britische Spezialchemiefirma AZ Electronic Materials – eine ehemalige Hoechst-Tochter, die unter anderem Komponenten für Apples iPad liefert.

Boehringer Ingelheim GmbH
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Deutsche Unternehmen: Boehringer Ingelheim

Das Familienunternehmen ist der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern. Im Jahr 2013 hielt Boehringer Ingelheim die Umsätze stabil und landet mit umgerechnet 14,7 Milliarden Dollar (Schätzung) auf Platz 17 der Rangliste. Aktuell ist Boehringer in den USA mit einer Klagewelle konfrontiert. Mehr als 2000 Kläger werfen dem Unternehmen vor, für schwere und zum Teil tödliche Blutungen nach einer Behandlung mit dem Gerinnungshemmer Pradaxa verantwortlich zu sein.

An employee monitors the high-throughput screening of substances at the Pharma Research Center of Bayer HealthCare in Wuppertal
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Deutsche Unternehmen: Bayer

Bayers Pharma-Umsätze wachsen, die Leverkusener legen zum sieben Prozent zu und rücken in der Rangliste mit umgerechnet 14,9 Milliarden Dollar Umsatz auf Platz 16 vor. Gerade Bayers neue Medikamente wie das Schlaganfallmittel Xarelto laufen prächtig. Die Umsatzziele für die fünf stärksten Medikamente wurden erhöht.

huGO-BildID: 5144903 Teva Pharmaceutical Industries Ltd, Produktion
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Platz 10: Teva (Israel)

Der weltgrößte Generika-Hersteller kommt aus Israel: Teva. Im Jahr 2013 stagnierte der Umsatz des Konzern allerdings bei gut 20 Milliarden Dollar. Große Hoffnungen ruhen auf dem neuen Chef Erez Vigodman. Teva ist auch in Deutschland aktiv – so gehört seit 2009 die Ulmer Ratiopharm zum Konzern.

Im laufenden Jahr, in dem Drägerwerk sein 125-jähriges Bestehen feiert, rechnet der Konzern angesichts der Erholung in Südeuropa und des robusten Wachstums in den USA mit einem Umsatzplus zwischen drei und sechs Prozent. Die operative Marge soll zwischen acht und zehn Prozent liegen. 2013 war sie auf 8,5 (9,7) Prozent gesunken.

  • rtr
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