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Medizintechnik Thermo Fisher bessert Übernahmeangebot für Qiagen nach

Das US-Unternehmen senkt die Annahmeschwelle für die Aktionäre des Hildener Diagnostikkonzerns. Zudem steigt der gebotene Kaufpreis pro Aktien.
16.07.2020 Update: 16.07.2020 - 16:05 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen ist Ziel einer Offerte in Höhe von rund zehn Milliarden Euro. Quelle: dpa
Qiagen-Zentrale

Das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen ist Ziel einer Offerte in Höhe von rund zehn Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

München Der US-Laborausrüster Thermo Fisher Scientific stockt sein Übernahmeangebot für Qiagen um 900 Millionen auf rund 11,3 Milliarden Euro auf. Die Amerikaner bieten für das deutsch-niederländische Biotech-Unternehmen nun 43 statt 39 Euro je Aktie, wie beide Firmen am Donnerstag mitteilten. Damit will Thermo Fisher ein Scheitern der Übernahme vermeiden, das wegen des Widerstands mehrerer Qiagen-Aktionäre drohte.

„Die Kräfte in unserer Branche haben sich in den vergangenen Monaten deutlich geändert“, sagte Thermo-Fisher-Chef Marc Casper mit Blick auf die Corona-Pandemie, die die Labor- und Diagnostik-Branche in den Fokus hatte rücken lassen. Die neue Offerte für Qiagen spiegele „den fairen Wert im gegenwärtigen Umfeld wider“. Das Unternehmen hatte seine Gewinn- und Umsatzprognosen wegen der Nachfrage nach Corona-Tests deutlich nach oben geschraubt.

Die im Nebenwerteindex MDax notierte Qiagen-Aktie legte um 2,1 Prozent auf 41,82 Euro zu.

Um seine Übernahmechancen zu erhöhen, begnügt sich Thermo Fisher nun zudem mit einer Annahmequote von zwei Drittel der Qiagen-Aktien. Bisher lag die Schwelle bei 75 Prozent. Doch hatten bis Anfang dieser Woche nur 2,1 Prozent der Qiagen-Aktionäre die Offerte aus den USA angenommen.

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    Das ist nicht ungewöhnlich, warten doch die meisten Großinvestoren bis zum Schluss ab. Doch hatten mehrere Anteilseigner wie der Hedgefonds Davidson Kempner das Angebot als zu niedrig bezeichnet. Auch ohne eine Übernahme könne die Aktie auf 50 Euro steigen. Davidson Kempner hält drei Prozent an Qiagen.

    Vorstand und Aufsichtsrat nannten das höhere Angebot „im besten Interesse“ von Qiagen und von dessen Aktionären. „Dieser strategische Schritt ist sinnvoller denn je, zumal der Wert von Molekulartests immer klarer wird“, erklärte Qiagen-Chef Thierry Bernard. Die Führung des von Hilden bei Düsseldorf aus geführten Konzerns hatte sich auch hinter das vorherige Angebot gestellt, zuletzt aber glänzende Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt, die Prognose für das Gesamtjahr nach oben geschraubt und damit indirekt für eine Aufstockung geworben. Wenn die Amerikaner auch an der niedrigeren Annahmeschwelle scheitern, muss Qiagen ihnen 95 Millionen Dollar Ausgleich zahlen. Die Annahmefrist verlängert sich infolge der Aufstockung um zwei Wochen bis zum 10. August.

    Für das laufende Jahr erwartet Qiagen einen Umsatzsprung um 15 bis 18 Prozent; 2019 hatte das Unternehmen 1,53 Milliarden Dollar umgesetzt. Der reißende Absatz von Corona-Tests werde die Folgen der Beschränkungen in anderen Geschäftsbereichen infolge der Pandemie mehr als wettmachen. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll um mindestens 40 Prozent steigen. Im Februar hatte Qiagen ein Umsatzplus von maximal vier Prozent und einen Anstieg des Gewinns von sieben Prozent in Aussicht gestellt - und die Prognose zwischenzeitlich ganz ausgesetzt. Auch für 2021 sei ein zweistelliges Umsatzwachstum realistisch.

    Mehr: Die Coronakrise stellt die Qiagen-Übernahme infrage.

    • rtr
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