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Medizintechnikhersteller Gegen FMC-Mitarbeiter wird auch in Deutschland wegen Korruption ermittelt

In den USA hat der Konzern wegen der Vorwürfe bereits eine Strafe gezahlt. Nun wird auch in Deutschland gegen Verantwortliche bei FMC ermittelt.
Update: 21.10.2019 - 17:42 Uhr Kommentieren
FMC: Auch in Deutschland wird wegen Korruption ermittelt
Produktion bei FMC

Der Konzern ist im Bereich Dialyse weltweit aktiv und mit fast 4.000 Behandlungszentren einer der größten Anbieter.

Frankfurt Die Korruptionsfälle in verschiedenen afrikanischen Ländern holen den Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) erneut ein. Jetzt ermittelt auch die Frankfurter Staatsanwaltschaft, wie die Behörde am Montag bestätigte. Vor einem halben Jahr konnte der Dax-Konzern die Untersuchungen in den USA mit einem millionenschweren Vergleich beenden.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Vorwurfs der Bestechung gegen mehrere Mitarbeiter von FMC sowie Personen aus dem Umfeld. Genauere Angaben machte die Staatsanwaltschaft nicht. Zuvor hatten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR darüber berichtet.

Grundlage der Untersuchung ist ein Bericht der amerikanischen Börsenaufsicht SEC, der zahlreiche Fälle von Bestechung in verschiedenen afrikanischen Staaten sowie Saudi-Arabien in den Jahren 2007 bis 2016 auflistet. Insgesamt flossen laut SEC Millionen an Ärzte und Manager von Kliniken in 17 Ländern. Dabei ging es sowohl um die Einrichtung von Dialysestationen wie auch den Einsatz der Dialyseprodukte.

In Zusammenhang mit den Schmiergeldzahlungen wurden laut Bericht der US-Börsenaufsicht auch zahlreiche Dokumente verändert, gefälscht oder zerstört. Dabei sollen auch Mitarbeiter in der Bad Homburger Zentrale involviert gewesen sein.

Fresenius Medical Care ist der weltweit führende Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit chronischem Nierenversagen. Das Unternehmen mit zuletzt rund 16,5 Milliarden Euro Jahresumsatz betreibt ein weltweites Netz von mehr als 3900 Dialysekliniken. FMC wird über die Struktur einer Kommanditgesellschaft auf Aktien vom ebenfalls im Dax notierten Gesundheitskonzern Fresenius kontrolliert.

Unmut bei den Aktionären

In den USA hat sich FMC im Frühjahr mit den Behörden außergerichtlich geeinigt und 231,7 Millionen US-Dollar gezahlt. „Wir sind sehr froh über die erzielte Einigung“, kommentierte Konzernchef Rice Powell damals den Vergleich laut einer Mitteilung des Unternehmens. Die Fälle seien intern gründlich aufgearbeitet worden. „Wir haben ethisches und regelkonformes Verhalten noch stärker in unserer Unternehmenskultur verankert“, so Powell weiter. Der US-Amerikaner führt das Unternehmen seit 2013.

FMC hatte nach eigenen Angaben die Behörden bereits im Jahr 2012 freiwillig über damals selbst eingeleitete Untersuchungen zu Geschäftspraktiken in einigen Ländern außerhalb der USA informiert, die möglicherweise gegen das US-Antikorruptionsgesetz verstoßen haben. Im Bericht der SEC wird allerdings kritisiert, dass die internen Untersuchungen des Unternehmens in einigen Fällen erst spät aufgenommen wurden.

Auf der Hauptversammlung von FMC im Mai hatten verschiedene Aktionäre bereits ihrem Unmut über das Thema Luft gemacht: Die Anteilseigner entlasteten den Vorstand um Konzernchef Rice Powell mit nur knapper Mehrheit von 56,8 Prozent. Der Aufsichtsrat von Fresenius Medical Care kam auf 52,3 Prozent der Stimmen. Üblich sind auf dem Aktionärstreffen von Fresenius Zustimmungsquoten von 90 Prozent und mehr.

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