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Medizintechnikkonzern Erste Zahlen nach Börsengang – Warum Healthineers für Anleger interessant ist

Die Medizintechnik ist zwar in absoluten Zahlen seit ihrem Börsengang geschrumpft. Doch der Ausblick für 2019 stimmt Anleger optimistisch.
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Probleme bei der Integration der Zukäufe in der Diagnostiksparte. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Siemens-Healthineers-Showroom

Probleme bei der Integration der Zukäufe in der Diagnostiksparte.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

FrankfurtFür die Aktionäre von Siemens Healthineers, die seit dem Börsengang im März dabei sind, ist ihre Beteiligung bisher eine Erfolgsstory: Die ehemalige Medizintechniksparte von Siemens will ihren Anteilseignern, allen voran der Siemens-Konzern mit 85 Prozent Anteil, eine Dividende von 70 Cent je Aktie ausschütten.

Zudem haben die Titel seit dem Börsengang rund ein Drittel an Wert gewonnen, allein drei Prozent legten die Aktien am gestrigen Montag nach der Bilanzvorlage zu.

Firmenchef Bernd Montag zeigte sich bei der Präsentation des ersten Jahresberichts nach dem IPO entsprechend aufgeräumt: „Wir haben geliefert, was wir versprochen haben, und die gesteckten Ziele bei Umsatzwachstum und Ergebnismarge erreicht“, sagte er in Frankfurt.

In absoluten Zahlen betrachtet ist Siemens Healthineers im vergangenen Geschäftsjahr (30. September) allerdings bei Umsatz wie auch Gewinn geschrumpft. Das liegt unter anderem an Währungseffekten sowie Kosten für den Börsengang und den Konzernumbau.

So sank der Umsatz um rund zwei Prozent auf 13,4 Milliarden Euro. Währungseffekte und der Verkauf von Firmenteilen herausgerechnet, wuchs Siemens Healthineers auf vergleichbarer Basis aber um die prognostizierten vier Prozent.

Beim operativen Gewinn büßte der MDax Konzern ebenfalls ein: Neben Faktoren wie der Dollar-Schwäche schlugen hier noch Kosten für den Börsengang und den Abbau von 350 Arbeitsplätzen zu Buche: Der operative Gewinn im Gesamtjahr sank um zwölf Prozent auf 2,11 Milliarden Dollar.

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Die bereinigte Umsatzrendite lag mit 17,2 Prozent zwar unter dem Wert des Vorjahres, aber in der versprochenen Bandbreite von 17 bis 18 Prozent. Der von US-Präsident Trump angezettelte Währungskrieg trifft auch das Medizintechnikunternehmen: Firmenchef Montag beziffert die Belastung auf 30 bis 40 Millionen Euro beim Vorsteuerergebnis.

Weil die Erlanger im vierten Geschäftsquartal aber bessere Zahlen als von Analysten erwartet lieferten, profitierte die Aktie. „Eine sehr solide Performance“, urteilten etwa die Analysten der Berenberg Bank und lobten zugleich den Ausblick für das neue Geschäftsjahr.

Für 2019 hat sich Siemens Healthineers mehr Wachstum vorgenommen: Der Umsatz soll bereinigt zwischen vier und fünf Prozent zulegen, die Ergebnismarge von derzeit 17,2 auf 17,5 bis 18,5 Prozent steigen. Da Währungseffekte im laufenden Geschäftsjahr wohl nicht so stark ausfallen werden, rechnet Healthineers-Finanzchef Jochen Schmitz 2019 auch in absoluten Zahlen mit einem Umsatz- und Gewinnwachstum. Beim Ergebnis je Aktie, das 2018 auf 1,26 Euro sank, ist auf vergleichbarer Basis sogar ein Zuwachs zwischen 20 und 30 Prozent angepeilt.

Bildgebung ist Rückgrat

Der größte Geschäftsbereich, die bildgebenden Verfahren, hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut als Rückgrat des Konzerns erwiesen. Mit Computertomografen und Röntgengeräten erwirtschaftete Siemens Healthineers knapp 60 Prozent seines Umsatzes. Im vierten Quartal wuchs dieser Bereich sogar überproportional um sechs Prozent, die Marge sank leicht auf 21,2 Prozent.

Die lange Zeit schwächelnde Sparte Labordiagnostik wartete im vierten Quartal mit einem Wachstum auf vergleichbarer Basis von drei Prozent auf, auch wenn de facto wegen des Verkaufs von Diagnostik-Aktivitäten der Umsatz leicht zurückging.

Siemens hatte sich die Diagnostiksparte vor Jahren mit milliardenschweren Transaktionen teuer zusammengekauft. Doch die Integration kam über Jahre nicht richtig voran, zudem existierten mehrere Plattformen nebeneinander.

Großer Hoffnungsträger der Unternehmen ist deshalb nun das neue Laborsystem Atellica, das seit dem vergangenen Jahr weltweit eingeführt wird. Bis Ende September wurden 999 Systeme installiert, 800 bis 1000 hatten sich die Erlanger vorgenommen. Bis Ende des Geschäftsjahres 2019 soll die Zahl der installierten Atellica-Systeme auf 3200 bis 3500 wachsen, ein Jahr später sollen es 7000 sein.

Siemens Healthineers konkurriert in diesem Markt mit dem deutlich größeren und profitableren Schweizer Unternehmen Roche und dem US-Konzern Abbott, der sich im vergangenen Jahr mit dem Diagnostik-Unternehmen Alere verstärkt hat.

Auch Healthineers-Chef Montag kann sich weitere Akquisitionen vorstellen, etwa im Bereich Molekular-Diagnostik. Aber auch der große Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung (Digital Health) und der Einsatz von künstlicher Intelligenz sind für den promovierten Physiker von Interesse.

CEO Montag sieht das Unternehmen in der komfortablen Situation, dass man Akquisitionen machen könne, aber nicht müsse. Zukäufe würden aber das Gesicht des Unternehmens nicht verändern, sagte er. Es bleibe bei den drei Sparten und der Ausrichtung als B2B-Player, also mit Kundenfokus auf Unternehmen im Gesundheitsmarkt und nicht direkt auf den Patienten.

Der Siemens-Konzern hatte die Medizintechnik-Tochter auch deshalb an die Börse gebracht, damit sie Übernahmen aus eigener Kraft finanzieren kann. Siemens hatte 4,2 Milliarden Euro mit dem Börsengang eingenommen und der Erlanger Tochter im Gegenzug vier Milliarden an Schulden erlassen. Quasi schuldenfrei hätte Siemens Healthineers also auch die Möglichkeit, größere Übernahmen zu bewältigen.

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