Merck bringt Avelumab auf den Markt Das erste neue Medikament seit neun Jahren

In 14 Jahren hat Merck nur zwei neue Medikamente auf den Markt gebracht. Nun ließ die US-Gesundheitsbehörde das Krebsmittel Avelumab zu – und im Feld der Krebsimmuntherapie hat Merck noch weitere Eisen im Feuer.
Update: 24.03.2017 - 11:09 Uhr 3 Kommentare
Medikamentenforschung bei Merck: Mit der Krebsimmuntherapie Avelumab geht der Pharmakonzern auf den US-Markt. Eine EU-Zulassung soll folgen. Quelle: Reuters
Merck

Medikamentenforschung bei Merck: Mit der Krebsimmuntherapie Avelumab geht der Pharmakonzern auf den US-Markt. Eine EU-Zulassung soll folgen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer Durchbruch bei seinem Krebsmittel Avelumab beflügelt den Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck. „Das ist ein sehr wichtiger Tag für uns“, sagte Vorstandschef Stefan Oschmann der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Die Merck KGaA erhielt in den USA die Zulassung für Avelumab zur Behandlung einer seltenen und aggressiven Form von Hautkrebs und kann damit erstmals seit neun Jahren wieder ein neues Medikament auf den Markt bringen.

Die Aktien des Konzerns stiegen 2,6 Prozent und waren größter Gewinner im Leitindex Dax. „Das ist der erste Erfolg der Merck-Entwicklung seit einer langer Zeit“, sagte der DZ-Bank-Analyst Peter Spengler.

Die US-Zulassungsbehörde FDA genehmigte erstmals überhaupt den Verkauf eines Mittels zur Behandlung des metastasierten Merkelzellkarzinoms. Avelumab, das unter dem Namen Bavencio vermarktet werden soll, ist weltweit das erste zugelassene Medikament in dieser Indikation. Merck erwartet im zweiten Halbjahr auch die Zulassung in der EU dafür. Zwar ist der Markt in dieser Indikation nicht sehr groß – in USA erkranken nach früheren Angaben von Merck pro Jahr 2500 Patienten neu an Merkelzellkarzinom, davon entwickeln bis zu elf Prozent Metastasen.

Experten erwarten daher von dieser ersten Zulassung auch kein Riesengeschäft - Spengler etwa rechnet mit Spitzenumsätzen von 40 Millionen Euro für Merck. Weitere Anwendungen mit einem wesentlich größeren Marktpotenzial sollen aber folgen. „Die erfolgreiche Zulassung stimmt uns optimistisch für das weitere Potenzial von Avelumab“, schrieb Bernhard Weininger von Independent Research.

Parfümeriekette Douglas bekommt ein neues Logo
Parfümerie Douglas
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Das Logo der Parfümeriekette Douglas ist fast 50 Jahre alt. „Ab August starten wir mit der Umstellung des Logos“, kündigte Douglas-Chefin Tina Müller im Interview mit der „Wirtschaftswoche“ an. Das neue Logo solle den Premiumcharakter der Marke betonen und „strahlt Modernität aus“. Ziel sei es, eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.

Neues Lufthansa-Design
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In einer Ausgabe des eigenen Bordmagazins überraschte Deutschlands größte Fluggesellschaft im Februar 2018 mit einer neu gestalteten Boeing 747-8. Die neue Optik sei das „i-Tüpfelchen“ der Modernisierung der Airline, sagte Konzernchef Carsten Spohr. Durch die Fokussierung auf nunmehr zwei Farben, blau und weiß, wirken die Flieger klar strukturiert und modern. Die Form des 100 Jahre alten, weltbekannten Kranich-Symbols wurde aber nicht angerührt.

Künftig ohne Spiegelei
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Sowohl das markante Gelb im Logo als auch die graue Begleitfarbe an der Unterseite der Lufthansa-Flugzeuge sind Geschichte. Auch am schlichten Schriftzug tut sich was. Bis die gesamte Flotte dann aber das neue Kleid tragen wird, werden laut Unternehmensschätzung rund sieben Jahre vergehen.

Neues Metro-Logo
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Deutschlands einst größter Handelskonzern hat sich aufgespalten: Unter dem Namen Metro firmiert seit 2017 noch das Lebensmittelgeschäft mit den Metro-Großmärkten und Real. Dafür hat der Konzern auch gleich eine neues Logo spendiert.

Altes Metro-Logo
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Bei der letzten Hauptversammlung der alten Metro prangte noch das alte Logo am Rednerpult – hier sicherte sich Metro-Chef Koch die Zustimmung der Aktionäre für die Aufspaltung.

Neues Aldi-Logo
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Der Discounter Aldi Süd möbelte im Frühjahr 2017 nach elf Jahren sein Logo auf. Das neue Aldi-Emblem hat im Prinzip die gleichen Elemente wie sein Vorgänger. Doch insgesamt wirkt das Logo weniger eckig und kantig – und wartet mit einer Art 3D-Effekt beim gestrichelten „A“ auf.

Das alte Aldi-Logo
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Seit dem Jahr 2006 sah das Logo von Aldi Süd so aus. Insgesamt ist es die siebte Logo-Änderung seit 1948.

Auch Vorstandschef Oschmann ist optimistisch: „Wir glauben, dass das erst der Beginn ist und noch einiges kommen wird“, sagte er. Merck hat im Pharmageschäft eine längere Durststrecke hinter sich. Die Krebsimmuntherapie Avelumab, für die Merck eine Partnerschaft mit dem US-Pharmakonzern Pfizer geschlossen hat, ist der größte Hoffungsträger des hessischen Unternehmens. Von dem Krebsmittel soll in Zukunft ein Großteil der neuen Pharmaumsätze kommen.

Mit Avelumab hat Merck derzeit insgesamt neun Studien in der dritten und letzten Phase der klinischen Entwicklung, darunter etwa zur Behandlung von Lungen-, Nieren-, Magen- und Eierstockkrebs. 2017 soll bei den Südhessen die Trendwende bringen, ab dann will der Konzern nach früheren Angaben jedes Jahr ein neues Medikament oder eine neue Indikation zur Zulassung bringen. Die Immuntherapie gilt als eines der vielversprechendsten Felder der Krebsmedizin. Die neuen immuntherapeutischen Arzneien zielen darauf ab, das körpereigene Abwehrsystem so zu aktivieren, dass es Krebszellen erkennen und zerstören kann.

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3 Kommentare zu "Merck bringt Avelumab auf den Markt: Das erste neue Medikament seit neun Jahren"

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  • Ja, die Pillenpreise sind wegen der vielen Neuentwicklungen so hoch. Zum Glück zahlen die Amis noch mehr, sonst würder man sich verappelt vorkommen.

    OECD-Rang Land Kosten in kaufkraftbereinigten
    US-Dollar pro Kopf
    1 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 7.960
    2 Norwegen Norwegen 5.352
    3 Schweiz Schweiz 5.144
    8 Österreich Österreich 4.289
    9 Deutschland Deutschland 4.218
    Durchschnitt OECD-Länder 3.223

  • Jetzt ist es richtig! :-)

  • Leider das falsche Merck Logo (von MSD Sharp & Dohme)!

    Das sollte der uflagenstärkste deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzzeitung eigentlich nicht passieren ...

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