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Merck Multiple-Sklerose-Mittel soll Millionenumsätze bringen

Das Erreichen der Jahresziele wird für Merck „verdammt schwierig“ – noch bleibt der Pharmakonzern aber bei seinen Prognosen. Hoffnungsträger für Millionenumsätze ist vor allem das Multiple-Sklerose-Medikament Mavenclad.
Update: 28.09.2017 - 13:32 Uhr Kommentieren
Merk: Multiple-Sklerose-Mittel soll bis zu 770 Millionen bringen Quelle: Reuters
Merck

Der Pharmakonzern will an einem neuen MS-Mittel kräftig verdienen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat noch einen steinigen Weg zu seinen Jahreszielen vor sich. Der Vorstand glaube zwar immer noch, dass das Unternehmen 2017 im Rahmen seiner Prognose abschneiden werde, sagte Finanzchef Marcus Kuhnert am Donnerstag auf einem Kapitalmarkttag mit Analysten. „Aber es ist verdammt schwierig.“

Gegenwind kommt vor allem von Währungseffekten und einem schwächeren Geschäft mit Flüssigkristallen. Merck hatte Anfang August die Umsatzprognose wegen geänderter Wechselkursannahmen leicht auf 15,3 bis 15,7 Milliarden Euro von zuvor 15,5 bis 16 Milliarden gesenkt, das Ziel eines bereinigten Betriebsgewinns (Ebitda) von 4,4 bis 4,6 Milliarden Euro aber bekräftigt. Damals hatte Kuhnert jedoch schon gewarnt, dass der Weg dorthin „kein Spaziergang im Park“ werde.

Merck-Aktien gehörten mit einem Minus von gut einem Prozent zu den größten Verlierern im Dax. „Die zurückhaltenden Aussagen zum Gesamtjahresausblick lasten auf der Aktie“, sagte ein Börsianer.

Vorstandschef Stephan Oschmann zeigte sich dennoch zuversichtlich. „Merck ist in guter Verfassung“, betonte er. „Das Jahr 2017 stellt uns zwar vor einige Herausforderungen, doch wir sind zuversichtlich, unsere übergeordneten Ziele für 2018 zu erreichen.“ Die durch die 17 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich gestiegene Verschuldung wolle der Konzern weiter abbauen.

Größere Übernahmen seien deshalb bis Ende 2018 nicht geplant, es sei denn, sie könnten durch Veräußerungen gegenfinanziert werden. Seine Technologieführerschaft bei Flüssigkristallen wolle Merck langfristig sichern, Sigma-Aldrich abschließend integrieren und sein Pharmageschäft weiter erfolgreich entwickeln.

Im bestehenden Geschäft mit Medikamenten wie dem Krebsmittel Erbitux und dem Multiple-Sklerose-Mittel Rebif wird Merck künftig eher auf der Stelle treten. Bis 2022 will der Konzern die Umsätze des Bestandsgeschäfts auf organischer Basis stabil halten. Dafür sollen neue Arzneien wie die Krebsimmuntherapie Bavencio (Avelumab) und die Multiple-Sklerose-Tablette Mavenclad für sprudelnde Einnahmen sorgen. Oschmann bekräftigte, dass neue Medikamente aus der Pharma-Pipeline bis 2022 für rund zwei Milliarden Euro zusätzliche Erlöse sorgen sollen. Von Bavencio soll ein Großteil der neuen Pharmaumsätze kommen.

Eine Spitzenumsatzerwartung nannte der Vorstand für das Krebsmittel nicht. In diesem Jahr strebt Merck mit Bavencio, das bereits die Zulassung zur Behandlung einer seltenen Hautkrebsart und von Blasenkrebs erhalten hat, Umsätze von rund 20 Millionen Euro an. Eine Spitzenumsatzprognose gab der Konzern aber nicht bekannt. Insgesamt laufen mit der Krebsimmuntherapie derzeit neun Phase-III-Studien, für drei davon erwartet Merck Daten im ersten Halbjahr nächsten Jahres.

Für das MS-Mittel Mavenclad wird in diesem Jahr mit einem Umsatz im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich gerechnet. Bis 2024/25 peilen die Südhessen mit der Arznei jährliche Spitzenumsätze von 500 bis 700 Millionen Euro an. Für dieses Jahr werde mit einem Umsatz im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich gerechnet, teilte das Unternehmen mit. Die Darmstädter erhielten in diesem Jahr in der EU die Zulassung der Tablette zur Behandlung Multipler Sklerose. Ob auch die Zulassung für den US-Markt beantragt wird, will Merck noch bis Ende dieses Jahres entscheiden.

Das Mittel war einst der größte Hoffungsträger der Pharmasparte von Merck, ein erster Anlauf zur Marktzulassung scheiterte aber vor sieben Jahren an Bedenken der Arzneimittelbehörden. Im Rennen um die erste Tablette zur Behandlung von MS am Markt musste sich Merck dann dem Schweizer Rivalen Novartis geschlagen geben.

Mit seiner Krebsimmuntherapie Bavencio (Avelumab), die bereits die Zulassung zur Behandlung einer seltenen Hautkrebsart und von Blasenkrebs erhalten hat, strebt Merck 2017 Umsätze von rund 20 Millionen Euro an. Eine Spitzenumsatzprognose gab der Konzern aber nicht bekannt. Insgesamt laufen mit der Krebsimmuntherapie derzeit neun Phase-III-Studien, für drei davon erwartet Merck Daten im ersten Halbjahr nächsten Jahres.

  • rtr
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