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Michael Brecht Daimler-Betriebsratschef warnt vor reiner Fokussierung auf E-Autos

Betriebsratschef Brecht warnt davor, herkömmliche Verbrennungsmotoren zu verteufeln – und Elektromotoren als Allheilmittel für die Zukunft zu sehen.
07.10.2020 - 11:44 Uhr 1 Kommentar
„Die Gesamtklimabilanz ist wichtig, nicht die Antriebsart.“ Quelle: dpa
Daimler-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht

„Die Gesamtklimabilanz ist wichtig, nicht die Antriebsart.“

(Foto: dpa)

Stuttgart Der Gesamtbetriebsratschef des Autobauers Daimler, Michael Brecht, warnt seinen Arbeitgeber vor einer reinen Fokussierung auf die Elektromobilität. Man dürfe nicht alles auf diese Karte setzen, sagte Brecht der „Automobilwoche“.

„Elektromobilität ist wichtig, ja. Es ist aber auch ein Hype darum entstanden, der politisch und gesellschaftlich befeuert wird.“ Man dürfe herkömmliche Verbrennungsmotoren nicht immer verteufeln. „Die Gesamtklimabilanz ist wichtig, nicht die Antriebsart. Wer ohne Verbrenner plant, schlägt all denjenigen Kolleginnen und Kollegen ins Gesicht, die seit Jahrzehnten in diesen Bereichen eine hervorragende Arbeit leisten und diese Technik weiter verbessern.“

Elektromotoren seien kein Allheilmittel für die Zukunft, auch hier stellten sich viele Grundsatzfragen - beispielsweise, ob die Batterien in ausreichender Stückzahl verfügbar seien, woher die Rohstoffe dafür kämen, wie die Ladeinfrastruktur vorankomme.

Der Daimler-Vorstand will den kriselnden Konzern laut einem am Dienstag vorgestellten Konzept zum weltweit führenden Elektro-Autobauer umbauen. In diesem Zusammenhang sollen elektrifizierte Fahrzeuge schon bis 2030 mehr als 50 Prozent des Absatzes ausmachen, zugleich soll der Bestand an Verbrennermodellen im gleichen Zeitraum um 70 Prozent reduziert werden.

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    Zugleich will das Unternehmen – auch angesichts tiefroter Zahlen im zweiten Quartal – sparen, nicht zuletzt beim Personal. Zuletzt war der Abbau von 10.000 bis 15.000 der weltweit rund 300.000 Stellen kolportiert worden. Einzelne Medien hatten sogar von bis zu 30.000 Stellen berichtet. Die Zahlen kommentiert Daimler nicht. Brecht sagte, faktisch machten die Personalkosten weniger als 15 Prozent der Gesamtkosten aus. „Da muss dem Unternehmen mehr einfallen, als uns jedes Mal die Personalkosten um die Ohren zu hauen.“

    Mehr: Daimler will deutlich mehr Stellen streichen als bisher bekannt.

    • dpa
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    1 Kommentar zu "Michael Brecht: Daimler-Betriebsratschef warnt vor reiner Fokussierung auf E-Autos"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Nein, Herr Brecht. Man schlägt den Kollegen nicht ins Gesicht, die jahrelang eine hervorragende Arbeit geleistet haben. Niemand behauptet, das in den letzten 100 Jahren der Verbrennungsmotor nicht die führende Technik war und dass insbesondere Daimler in diesen Bereich nicht zu den führenden Unternehmen der Welt gehört hat und gehört. Das ist richtig und unbestritten. Aber was in den letzten 100 Jahren oder auch in den letzten 20 Jahren gegolten hat gilt nicht in der Zukunft. Der Elektromotor ist einfacher, billiger in der Herstellung und wartungsärmer im Betrieb. Dafür kann ein Motorenentwickler, der in einer unglaublichen Leistung das Beste aus dem Verbrennungsmotor herausgeholt hat nichts. Vor dem Hintergrund dieses großen Abstandes zwischen Verbrennungsmotor und Elektromotor in Bezug auf Preis, Wartung und Kosten dürfte doch sehr logisch sein, dass wenn die Thematik Batterie und Ladeinfrastruktur gelöst ist der Verbrennungsmotor keine Chance mehr hat. Es ist aus meiner Sicht richtig, dass die sehr qualifizierten Mitarbeiter in der Entwicklung und in der Führungsetage von Daimler (VW und BMW usw.) richtigerweise prognostizieren, dass sich Batterietechnik und Ladeinfrastruktur in den nächsten 5-10 Jahren lösen lassen. Aufgrund der Entwicklungszyklen in der Automobilindustrie muss Daimler sich darauf konzentrieren dann auch in diesem Bereich führender Anbieter zu sein. Dazu muss Daimler Vollgas geben. Die Elektromobilität wird sich in den nächsten 10 Jahren so stark entwickeln wie der Verbrennungsmotor in den letzten 100. Das verlangt volle Konzentration und vollen Fokus.
      Und erst recht muss man Befindlichkeiten überwinden.

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