Milliarden-Übernahme Bayer muss für Monsanto-Deal die Digitalsparte verkaufen

Im Kartellverfahren macht der Konzern weitere Zugeständnisse. So muss der Konzern sein Geschäft mit digitaler Landwirtschaft verkaufen.
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Um endlich den Saatgutriesen Monsanto übernehmen zu können, verkauft Bayer sein Digital-Farming-Geschäft an BASF und geht damit auf die Kartellwächter zu. Quelle: dpa
Bayer Leverkusen

Um endlich den Saatgutriesen Monsanto übernehmen zu können, verkauft Bayer sein Digital-Farming-Geschäft an BASF und geht damit auf die Kartellwächter zu.

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DüsseldorfBayer muss sich im Zuge des Kartellverfahrens zur Monsanto-Übernahme von seinem Geschäft mit der digitalen Landwirtschaft trennen. Das Unternehmen bestätigte am Mittwoch den geplanten Verkauf an den Konkurrenten BASF. Zudem wurde bekannt, dass Bayer auch ein ein Paket an Mitteln zur Saatgutbehandlung abgeben muss.

Der Leverkusener Konzern teilte mit, diese Schritte gingen auf behördliche Hinweise zurück, nannte aber keine konkrete Behörde. Die beiden angekündigten Schritte dürften aber im Zusammenhang mit den Verhandlungen mit dem amerikanischen Justizministerium stehen.

Branchenkreise hatten am Dienstag bestätigt, dass sich Bayer mit dem Departement of Justice in Washington im Grundsatz geeinigt habe. Dabei seien von den Amerikanern weitere Auflagen gefordert worden, die Bayer umsetzen wolle. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Nun wird aber klar, welche Bedenken die Amerikaner haben und wie Bayer denen begegnen will. Die Kartellwächter rieben sich vor allem an der Marktmacht, die der Konzern zusammen mit Monsanto in der digitalen Landwirtschaft gewinnen würde.

Monsanto und Bayer entwickeln und betreiben eigene IT-Plattformen, mit denen Landwirte ihren kompletten Betrieb digital steuern können. Dabei geht es vom Einkauf von Agrarchemikalien bis hin zur Steuerung des Einsatzes von Bewässerung, Pflanzenschutzmitteln und Dünger. Zahlreiche Sensoren in den Feldern sowie Wetter-Apps liefern die benötigten Daten, die auf den Plattformen zur digitalen Landwirtschaft zusammenlaufen.

Schon die EU hatte vor ihrer Freigabe Bedenken auf diesem Gebiet geäußert. Die EU-Kommission gab sich aber damit zufrieden, dass Bayer per Lizenz dem Konkurrenten BASF einen exklusiven Zugang zu ihrer Plattform verschaffen wollte.

Den amerikanischen Wettbewerbsbehörden reichte dies aber offensichtlich nicht. Sie hatten im März die Bedenken gegenüber Bayer und Monsanto geäußert. Den US-Kartellprüfern war es offenbar wichtig, dass ein weiterer Wettbewerber mit einem eigenen digitalen System auf dem Markt auftritt.

Nun bietet Bayer den Verkauf seiner kompletten Digital-Farming-Sparte an. Im Gegenzug soll BASF den Leverkusenern aber einen exklusiven Zugang zu der Technologie erlauben. Welches Volumen der Verkauf hat und wieviel er einbringen wird, ist unklar. Die Umsätze in dem Geschäft sind noch gering.

Dennoch ist die Auflage für Bayer schmerzhaft. Denn das Geschäft mit den Daten aus der digitalen Landwirtschaft gilt als äußerst zukunftsträchtig. Die Leverkusener haben in den vergangenen Jahren hohe Beträge in die Entwicklung investiert.

Bayer wird aber nicht mit leeren Händen dastehen: Monsantos Digitalplattform gilt als die am weites fortgeschrittene am Markt, der Konzern erzielt bereits ein spürbares Wachstum in dem Geschäft.

Zudem sollen BASF bestimmte Saatgutbehandlungsmittel angeboten werden. Dafür stehe das Monsanto-Mittel Nema Strike gegen Bodenschädlinge nicht mehr zum Verkauf. Dieses Zugeständnis war mit der EU vereinbart worden, wird nun aber wieder aufgehoben.

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2 Kommentare zu "Milliarden-Übernahme: Bayer muss für Monsanto-Deal die Digitalsparte verkaufen"

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  • Langsam wird das Trojanische Pferd sichtbar und die Falsche Entscheidung des Vorstands für die Übernahme.

  • Bayer, ein absoluter Value Wert. Nur der Preis muss stimmen.
    Für einen Kurs von ca. 40 € würde ich kaufen.

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