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Milliardendeal Advent und Cinven suchen weitere Investoren für Thyssen-Krupp Elevator

Die Finanzinvestoren wollen weitere Mitstreiter an Bord holen, um ihr Risiko zu minimieren. Für die kreditgebenden Banken ist der Deal bislang ein Verlustgeschäft.
04.05.2020 - 17:46 Uhr Kommentieren
Mit 17,2 Milliarden Euro zählt die Übernahme von Thyssen-Krupp Elevator zu den größten des Jahres. Quelle: Reuters
Aufzug von Thyssen-Krupp

Mit 17,2 Milliarden Euro zählt die Übernahme von Thyssen-Krupp Elevator zu den größten des Jahres.

(Foto: Reuters)

Frankfurt, Düsseldorf Nach dem Kauf der profitablen Aufzugsparte von Thyssen-Krupp suchen die Finanzinvestoren Advent und Cinven weitere Großanleger, die sich an der Transaktion beteiligen. Dabei gehe es um einen Milliardenbetrag, berichten Finanzkreise. Das Gesamtvolumen der Transaktion liegt bei 17,2 Milliarden Euro. 1,25 Milliarden kommen von Thyssen-Krupp selbst: Mit einer Rückbeteiligung will der Konzern einen Teil seiner Pensionsverpflichtungen von neun Milliarden Euro ausfinanzieren.

Weitere zehn Milliarden Euro des Kaufpreises finanziert das Käuferkonsortium, an dem auch die Essener RAG-Stiftung beteiligt ist, über Kredite. Dabei ist eine Weiterplatzierung von Eigenkapital bei größeren Transaktionen durchaus üblich. Der Kauf von Thyssen-Krupp Elevator gehört dazu: Beobachter rechnen damit, dass der Deal in Deutschland der größte des Jahres wird.

Investoren steigen bei solchen Transaktionen typischerweise gerne mit zusätzlichem Kapital ein, weil sie sich durch diese Co-Investments die Gebühren sparen, die sonst beim Einstieg in Private-Equity-Fonds fällig sind. Außerdem profitieren sie ohne Abzüge am anteiligen Gewinn. Der Vorteil für Advent und Cinven liegt darin, dass sich das Risiko des Deals auf mehrere Schultern verteilt.

Bereits vor der Unterzeichnung des Vertrages mit Thyssen-Krupp hatten sich die RAG-Stiftung, der Staatsfonds Abu Dhabi Investment Authorities und Singapurs Staatsfonds GIC verpflichtet, Eigenkapital in den Deal einzuschießen. Von den zwei Milliarden Euro, die externe Investoren beisteuern sollten, bleibe nur noch ein kleiner Betrag über rund 100 Millionen Euro offen. Nicht mit dabei seien der Finanzinvestor Brookfield und der Pensionsfonds Canada Pension Plan Investment, berichten Finanzkreise.

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    Neben den bereits eingeplanten zwei Milliarden Euro von externen Investoren befinden sich Advent und Cinven offenbar in Verhandlungen, um darüber hinaus weiteres Eigenkapital von außen in den Deal zu holen. Dabei geht es um die übrigen fünf Milliarden Euro, die derzeit von den beiden Finanzinvestoren investiert werden müssen. Die „Financial Times“ hatte am Montagmorgen zuerst über die Investorensuche berichtet.

    Für Thyssen-Krupp ist der Deal ein Segen

    Thyssen-Krupp selbst will sich nach Abschluss der Transaktion mit 1,25 Milliarden Euro rückbeteiligen. Weitere ein bis zwei Milliarden Euro könnten nun von den Beteiligungshäusern bei anderen Investoren platziert werden. Private-Equity-Investoren vermeiden es in der Regel, zu viel Geld in ein Engagement zu stecken, da dann die Abhängigkeit der Fonds von einem Investment zu groß ist. Der jüngste Fonds von Advent hat ein Volumen von 17,5 Milliarden Dollar, bei Cinven sind es zehn Milliarden Euro.

    Angesichts der Turbulenzen an den Kapitalmärkten durch die Coronakrise haben die finanzierenden Banken für den Kredit von rund zehn Milliarden Euro von Advent und Cinven bei Thyssen-Krupp Elevator ein Problem. Derzeit lägen sie bei ihrer Finanzierung rund 3,5 Prozentpunkte im Minus, berichten Finanzkreise. Die Institute koste ihr Engagement einen dreistelligen Millionenbetrag.

    Die finanzierenden Banken sind Finanzkreisen zufolge Barclays, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Royal Bank of Scotland und UBS. Alle hätten rund 1,5 bis zwei Milliarden Euro an vorrangigen Schulden, Goldman Sachs über einen Mezzanine-Fonds zudem noch mindestens eine Milliarde Euro nachrangige Finanzierung. Angesichts des stabilen Geschäfts und des höheren Kupons läuft die Platzierung bei Investoren gut. Trotzdem bleibe es bei einem Verlustgeschäft für die Institute, hieß es.

    Für Thyssen-Krupp indes ist der Deal ein Segen. Wegen der Coronakrise rechnet der Konzern für das Geschäftsjahr 2019/20, das bis zum September läuft, mit einem milliardenschweren Kapitalabfluss. Man rechne damit, die Transaktion wie geplant bis zum Juni abschließen zu können, hatte der Konzernvorstand vor wenigen Tagen in einem Brief an die Mitarbeiter verkündet. Mit dem Geld sollen vor allem die hohen Schulden getilgt und die Pensionsverpflichtungen weitgehend ausfinanziert werden.

    Mehr: Thyssen-Krupp-Chefin Martina Merz bereitet die Mitarbeiter auf weitere Einschnitte vor.

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