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Milliardendeal Bayer- und Monsanto-Aktien knicken wegen Bedenken von US-Wettbewerbshütern ein

Die milliardenschwere Übernahme von Monsanto stößt offenbar in den USA auf Probleme. Die US-Regierung soll weitere Verkäufe von Bayer fordern.
Update: 15.03.2018 - 17:43 Uhr Kommentieren
Die Übernahme des Saatgutkonzerns durch Bayer stößt bei den US-Behörden offenbar auf Widerstand. Quelle: Reuters
Monsanto

Die Übernahme des Saatgutkonzerns durch Bayer stößt bei den US-Behörden offenbar auf Widerstand.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Bayer kommt bei der kartellrechtlichen Freigabe des Monsanto-Übernahme schwerer voran als erwartet. Nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg verlangen die Wettbewerbshüter in den USA von den Unternehmen weitere Zugeständnisse als die bisher angekündigten.

Worum es konkret geht wurde in dem Bericht nicht genannt. Doch es reichte, um die Investoren zu verschrecken: Die Monsanto-Aktie sank an der Wall Street um vier Prozent auf 118 Dollar, auch die Bayer-Aktie gab zu Handelsschluss nach.

Bayer-Chef Werner Baumann hatte auf der Bilanz-Pressekonferenz Ende Februar bereits eingeräumt, dass man in den Gesprächen mit Kartellbehörden in der EU weiter fortgeschritten sei als in den USA. Dort führt das Justizministerium die Untersuchung.

Laut Bloomberg hat es jüngst ein Treffen von Baumann und Monsanto-CEO Hugh Grant mit Vertretern der Behörde gegeben. Dabei sei den Unternehmen klargemacht geworden, dass die bisher zugesagte Abgabe von Geschäften nicht ausreiche, heißt es in dem Bericht.

Bayer hat bisher zugesichert, sich von seinem kompletten Saatgut sowie einem wichtigen Unkrautvernichter trennen zu wollen. Zusammen kommen die Geschäfte auf ein Umsatzvolumen von zwei Milliarden Dollar.

Voraussichtlicher Käufer wird BASF sein, derzeit verhandelt Bayer mit dem Konkurrenten auch über den Verkauf des Gemüsesaatguts. Das US-Justizministerium begrüßt die Verkäufe an BASF, da der Konzern ein starker Konkurrent für Bayer/Monsanto sein würde.

Ob es bei den Bedenken der Amerikaner um weitere Pflanzenschutzgeschäfte oder um die IT-Plattform für die digitale Landwirtschaft geht, wird in dem Bloomberg-Bericht nicht deutlich. Die Gespräche zwischen dem Justizministerium und Bayer seien konstruktiv. Sie könnten aber wegen der neuen Bedenken noch mehrere Wochen andauern, heißt es weiter.

Um Sicherheitsfragen dürfte es bei den Bedenken der Amerikaner nicht gehen. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst die Übernahme des US-Chipherstellers Qualcomm durch den asiatischen Konkurrenten Broadcom blockiert, weil er die nationale Sicherheit gefährdet sieht. Das für diese Fragen zuständige CFIUS-Gremium in Washington hat die Übernahmepläne von Bayer aber schon abgesegnet.

Bayer wollte die Gerüchte aus den USA nicht kommentieren. Der Konzern will die Übernahme unbedingt kartellrechtlich absegnen lassen. Offen ist aber, wo die Schmerzgrenze bei den Zugeständnissen liegt.

Bayer müsste zwei Milliarden Dollar Vertragsstrafe an Monsanto zahlen, falls der Deal am Veto der Kartellbehörden scheitert. Andererseits muss der Konzern die erwarteten Synergien und Chancen durch die Übernahme neu bewerten, sollte er weitaus mehr Geschäfte abgeben als eingeplant.

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