Milliardendeal US-Regierung will offenbar Bayers Monsanto-Übernahme genehmigen

Das US-Justizministerium will einem Medienbericht zufolge den Bayer-Monsanto-Deal absegnen. Die Monsanto-Aktie reagierte mit einem großen Kurssprung.
Update: 09.04.2018 - 21:47 Uhr 2 Kommentare
Der deutsche Pharmagigant darf offenbar den US-Saatgutriesen übernehmen. Quelle: AFP
Bayer

Der deutsche Pharmagigant darf offenbar den US-Saatgutriesen übernehmen.

(Foto: AFP)

Düsseldorf, New YorkDas US-Justizministerium will laut „Wall Street Journal“ grünes Licht für die 62,5-Milliarden-Dollar-Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto durch den deutschen Pharmakonzern Bayer geben. Damit wäre die größte Übernahme eines deutschen Unternehmens in den USA nach langem Verhandeln endlich in trockenen Tüchern. Der Aktienkurs von Monsanto reagierte mit einem Plus von knapp sieben Prozent auf die Nachricht.

Die Leverkusener würden mit der Monsanto-Übernahme zum weltgrößten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut aufsteigen. Von zahlreichen Kartellbehörden wie der EU-Kommission und den Wettbewerbshütern aus Brasilien und China hat die Transaktion bereits unter Auflagen grünes Licht erhalten. Nur in den USA gab es bis zuletzt Zweifel an dem bereits im September 2016 verkündeten Zusammenschluss.

In den vergangenen Tagen hatten sich wohl die beiden Vorstandsvorsitzenden von Bayer und Monsanto, Werner Baumann und Hugh Grant, mit Vertretern des Justizministeriums in Washington getroffen.

Ausschlaggebend für die Zustimmung war laut „Wall Street Journal“, dass beide Unternehmen zu weiteren Zugeständnissen bereit waren. Bayer trennt sich nach dem Bericht von weiteren Teilen im Saatgutgeschäft und musste wohl auch in der digitalen Landwirtschaftssparte den US-Behörden entgegenkommen.

Der Gewinner der Auflagen heißt BASF. Der Konkurrent von Bayer wird zu einem starken Akteur im Agrochemiemarkt. Schon auf Drängen von Brüssel muss Bayer Feldsaatgut wie Raps und Soja sowie das Unkrautvernichtungsmittel Liberty samt darauf abgestimmtem Saatgut abgeben.

Der Ludwigshafener Konzern zahlt für diese Teile von Bayer, die auf einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro kommen, rund 5,9 Milliarden Euro. Dazu kamen die kompletten Gemüsesaaten von Bayer, die rund 430 Millionen Euro Umsatz machen. Auch dieses Geschäft soll an BASF gehen – der Preis war noch offen. Auch muss Bayer eine Lizenz für die IT-Plattform zur digitalen Steuerung der Landwirtschaft weiterreichen.

Was Bayer-Chef Baumann trotzdem lockt, ist die Erfindungskraft der rund 1200 Wissenschaftler von Monsanto. Die entwickelten Erstaunliches: Mais, der gegen den Schädling Maiswurzelbohrer und auch Pflanzenschutzspray immun ist, Baumwolle, die weniger Wasser benötigt und auch in Afrika gedeiht, oder Zwiebeln, die kleiner sind und einem beim Schneiden nicht die Tränen in die Augen treiben.

Bayer ist an Paketlösungen interessiert – damit kann der Konzern doppelt verdienen. Monsanto soll mehr Saatgut entwickeln, das gegen Pflanzenschutzmittel resistent ist. Damit werden Landwirte zum Einsatz der Mittel eingeladen, was den Leverkusenern nutzt.

Der Chemiekonzern ist weltweit in der Spitzengruppe der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln. Wie das Geschäft funktionieren kann, hat Monsanto mit seinem Mittel Round-up vorgemacht. Der US-Konzern verdiente Milliarden Dollar damit. Jetzt wird das Unkraut langsam gegen Round-up resistent. Monsanto entwickelt deshalb ein neues Saatgut, das gegen ein anderes Pflanzenschutzmittel resistent ist, damit die Bauern ausweichen können.

Dass das US-Justizministerium den Deal zwischen Bayer und Monsanto doch bald absegnen könnte, dafür hatte es zuletzt in den USA weitere Hinweise gegeben. Wie etwa den öffentlichen Auftritt von Julie Elmer: Elmer ist eine der Top-Anwältinnen vom amerikanischen Justizministerium. In den vergangenen Monaten war sie damit beschäftigt, ein Team von Juristen zusammenzustellen – für den Fall, dass die Übernahme von Monsanto durch Bayer nicht genehmigt wird und es zu Klagen kommt.

Und tatsächlich trat Elmer am vergangenen Donnerstag vor einem Richter auf – allerdings in der Klage des Justizministeriums gegen den Mobilfunkbetreiber AT&T, der den Medienkonzern Time Warner kaufen will. Der Auftritt sagte Eingeweihten, dass es um Bayer nicht schlecht bestellt sein kann.

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2 Kommentare zu "Milliardendeal: US-Regierung will offenbar Bayers Monsanto-Übernahme genehmigen"

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  • Erinnert mich an den Höhenflug Daimlers, als Daimler Chrysler übernahm. Ein paar Jahre später - ein Scherbenhaufen. Heute hat sich nach etlichen Jahren Daimler wieder zurück gekämpft.
    Bayer - Monsanto?
    Da übernimmt Bayer die RISIKEN von Monsanto - Sammelklagen in den USA inklusive!
    Gut dass die Deutschen so gerne zahlen.

  • Klar, was kann die US Regierung auch schon gegen die jeweiligen Super Investoren Black-Rock ( Bayer Mehrheitsaktionär und größter Vermögensverwalter der Welt ) und Bill und Mellanie Gates ( Großaktionär Monsanto )
    unternehmen ??

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