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Milliardenprozess gegen Daimler-Chrysler Schrempp muss erneut aussagen

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Auch der ehemalige Chrysler-Präsident Thomas Stallkamp ist in Wilmington vorgeladen. Ob er am Montag oder am Dienstag aussagt, ist noch offen. Daimler-Chrysler spricht von zwei „starken Zeugen“, mit denen man den Fall positiv abschließen wolle. Schrempp sehe dem Kreuzverhör gelassen entgegen. Bei seiner ersten Zeugenaussage im Dezember hatte der passionierte Schachspieler mit stoischer Ruhe alle Fragen beantwortet. Der Zusammenschluss mit Chrysler vor sechs Jahren sei immer als „eine Fusion unter Gleichen“ geplant gewesen.

Der Dokumenten-Patzer seiner Anwälte dürfte aber auch den Instinkt-Manager Schrempp mächtig genervt haben. Zwar hat ein Sonderrichter den Konzern vom Vorwurf des Vorsatzes entlastet. Aber ein finanzielles Nachspiel ist in diesem Punkt möglich. Richter Farnan könnte Daimler-Chrysler sämtliche, seit der Unterbrechung entstandene Prozesskosten in Rechnung stellen. Das wäre angesichts der Gesamtkosten keine Unsumme, aber zumindest pikant, weil Kerkorians Anwälte dann teilweise indirekt von den Stuttgartern entlohnt würden.

Kerkorian und seine Investmentgesellschaft Tracinda werfen dem Autobauer Betrug vor. Die Fusion zwischen Daimler-Benz und Chrysler sei 1998 von deutscher Seite von Anfang an als Übernahme eingefädelt worden. Deshalb hätte Kerkorian, damals größter Anteilseigner an Chrysler, eine höhere Prämie beim Aktienumtausch zugestanden. Jetzt wollen Kerkorian und Tracinda mindestens 1,2 Mrd. Dollar (rund 960 Mill. €) als Entschädigung. Daimler-Chrysler weist diesen Vorwurf zurück. Niemand sei über die Details der Fusion getäuscht worden. Mit einem Urteil wird im Frühjahr gerechnet.

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