Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Missratene VW Passat-Vorstellung in USA „Wir haben völlig versagt“

Es sollte ein rauschendes Fest werden. In New York stellte VW den neuen Passat vor. Aber auch ein Auftritt von Rockstar Lenny Kravitz konnte die Stimmung nicht auflockern. Top-Manager von VW erschienen erst gar nicht.
22.09.2015 - 06:21 Uhr 37 Kommentare

VW-Amerikachef: „Wir haben es verbockt!“

New York Der Ort der Veranstaltung war ein Traum – das Duggal Greenhouse ist eine verglaste Halle in Brooklyn Navy Yard, dem ehemaligen Militärhafen von New York. Von der Terrasse aus blickt man auf das Lichtermeer von Manhattan, das sich schön im East River spiegelt. Auch spielte Rockstar Lenny Kravitz mit Sonnenbrille und Jeansjacke seine Hits wie „Fly Away“ oder „American Woman“ vor der auserlesenen Besucherschar.

Es hätte so schön werden können. Sekt, Häppchen und Technik: Volkswagen stellte seinen neuen 2016er Passat vor, ein wichtiges Fahrzeug für den US-Markt. Um richtig Aufmerksamkeit zu erzeugen, mietete der Autokonzern die Öko-Halle, eine Flotte von Fähren für die Gäste und natürlich Rocker Kravitz.

Aber richtige Party-Stimmung kam nicht bei den Veranstaltern auf. Zu schwer lastet der Diesel-Skandal auf dem Unternehmen, der vor wenigen Tagen ans Tageslicht kam. Danach soll Volkswagen mit einer Software die Emissionswerte von fast einer halben Million Dieselfahrzeugen in den USA manipuliert haben.

Nur wenige Stunden vor Veranstaltungsbeginn leitete das US-Justizministerium strafrechtliche Schritte ein. Die Strafen könnten sich im schlimmsten Fall auf mehr als 18 Milliarden Dollar belaufen. Da erhält die Liedzeile von Kravitz’ „So many tears I have cried, so much pain inside“ in seinem Hit „It Ain’t Over Til It’s Over“ einen ganz neuen Sinn.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Den neuen Passat stellte US-Volkswagenchef Michael Horn vor, der sich bei den Zuschauern entschuldigte: „Wir haben völlig versagt“. Die USA seien „sehr wichtig“ für Volkswagen, daher wolle das Unternehmen „das Vertrauen der Amerikaner wieder gewinnen“ und „zahlen, was zu zahlen ist“.

    Hoffnungen auf Neuigkeiten oder Erklärungen zum Abgas-Skandal erteilte die PR-Abteilung gleich im Vorfeld eine Absage. „Er wird die Präsentation geben und dann gehen“, sagte Jeannine Ginivan, Sprecherin der Volkswagen Group of America. „Wenn die Vorwürfe stimmen, sollte Volkswagen sie direkt angehen und Fragen nicht ausweichen“, kommentierte Brian Moody, Executive Editor beim Brancheninformationsdienst Autotrader.

    „I want to fly away“
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    37 Kommentare zu "Missratene VW Passat-Vorstellung in USA: „Wir haben völlig versagt“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.


    • Der VW-Aufsichtsrat, darunter die Hälfte Genossen aus SPD und Gewerkschaften, hat im letzten Jahr mehr als 12 Millionen Euro Tantiemen und Sitzungsgelder erhalten.

      Der VW-Aufsichtsratsvorsitzende und Großaktionär Piech, versuchte noch vor wenigen Monaten vergeblich den Vorstandsvorsitzenden, wegen Problemen im US-Geschäft, zu stürzen.

      Es kann daher angenommen werden, dass Piech spätestens bei seinem Sturzversuch von dem Betrug wusste. Dennoch hat er geschwiegen und damit seine Aufsichtspflicht verletzt.

      Seit dem Sturzversuch ist die VW-Aktie um mehr als 50 % gefallen. Wer im Vertrauen auf die Kontinuität des Unternehmens seither VW-Aktien gekauft hatte,
      wäre von Piech damit geschädigt worden.

      Aktionärsschutzgemeinschaften, die ihrem Ruf gerecht werden wollen, sollten daher schnellsten Klage wegen des Verdachts der Pflichtverletzung gegen Piech erheben und vorsorglich sein VW-Aktienpaket per Einstweiliger Anordnung sperren lassen.

    • @ Herr enrique marada

      >> Weiterhin ist es lächerlich, dass sich Amerikaner über die "Umweltverschmutzung" deutscher Autos aufregen! >>

      Mt den falschen Angaben hat VW die KÄUFER betrogen : es geht dabei um unlauteren Wettbewerb mit Falschangaben !

      Und es geht dabei um KREBSERREGENDEN SUBSTANZEN durch Dieselruss....dass heißt um Gesundheit der Menschen !

      Eventuell um Millionen von Menschen....!


    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

    • Nur zur Info: diese "Manipulationen" senken den Spritverbrauch und verbessern das laufverhalten des Motors. Diese Emissionsreduzierungen machen aus technischer Sicht keinen Sinn! Sie sind ein reines Politikkonstrukt. Somit wurde nicht der Kunde betrogen sondern eine sinnlose Abgasvorschrift umgangen! (Der Mehrverbrauch an Diesel durch die Emissionsreduzierungen ist nicht gerade umweltfreundlich). Die Strafen sind ebenfalls utopisch. GM hat nachgewiesener Maßen durch defekte Zündschlösser über 100 Menschen umgebracht! Keine Milliarde mussten sie zahlen. Und das obwohl offiziell bewiesen wurde, dass das topmanagement von GM vorher wusste, dass dieser Defekt auftreten kann! Weiterhin ist es lächerlich, dass sich Amerikaner über die "Umweltverschmutzung" deutscher Autos aufregen! Reines mobbing europäischer Hersteller! Um die eigenen Benzinbulliden mit Steinzeittechnik nicht zu gefährden.

    • Informell werden sie vllt. billiger aufgrund einer drohenden Absatzflaute, den entstandenen Schaden wird man sich aber aber unterschwellig und wieselmäßig über Service etc. wieder reinholen, keine Sorge...

    • "Wir haben völlig versagt" klingt mir nicht seriös. Ich lese daraus: "Wir haben betrogen und wurden erwischt. Unser Versagen war das wir erwischt wurden."

      Für diesen Betrug sehe ich keine Entschuldigung. Es war eine von oben angeordnete kriminelle Aktion: Der Staat wurde betrogen, da hierdurch Steuereinnahmen weggefallen sind. Der Kunde wurde betrogen, da sein Fahrzeug jetzt steuerlich höher eingestuft werden muss und er zusätzlich einen Wertverlust des Fahrzeuges verkraften muss. Die Natur wurde geschädigt.

      Interessant die juristischen Folgen: Schadenersatzzahlungen an die Fahrzeugeigentümer. Steuernachzahlungen. Strafzahlungen.

      Aber man muss dem Konzern auch für seine Kontinuität loben:
      -Lieferanten werden gedrückt bis nichts mehr geht
      -Im Gegenzug liegt der Haustarif im Konzern locker doppelt bis dreimal so hoch wie bei der IG Metall
      -Billig eingekaufte Originalteile werden zum Wucherpreis über die Verkaufstheke bei VAG gereicht.
      Beispiel PKW-Batterie: Einkaufspreis 28,-€. Thekenpreis 179,-€. Über 600% Marge!

      Bei so einem Konzern hält Deutschland Aktien....

      Sagt viel über die Moral in Deutschland.



    • Sehen wir's positiv: Die VWs werden billiger.

      Übrigens, der Trick mit der Test-Erkennung ist nicht neu. NVIDIA und andere Hardware-Hersteller machen das schon lang und es ist auch bekannt geworden, doch die Folgen ware sehr überschaubar.

    • WoPo "gewann" heuer gegen Piech.

      Das kommt dann dabei raus, wenn ehemalige Waldorfsalat-Schüler vordergründig "gewinnen".

    • Der Diesel hat weltweit keine Bedeutung und wie man sieht benebelt der Dieselgestank manche Sinnen.

    • <Sarkasmus an> Es wird Zeit den „Dieselausstieg“ als nächstes dringendes Projekt sofort anzugehen. Dann kann ich endlich den in der Luft liegenden Couscous Duft besser riechen;-) <Sarkasmus aus>

    Alle Kommentare lesen
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%