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Mitgeschnittene Sitzungen Obduktion bringt Gewissheit: Bei Totem in Auto handelt es sich um mutmaßlichen VW-Spion

Ein Mitarbeiter, der interne Sitzungen zum Streit mit dem Zulieferer Prevent aufgezeichnet haben soll, ist ums Leben gekommen. Es gibt Anhaltspunkte für Suizid.
21.08.2020 - 12:52 Uhr 1 Kommentar
Ein Mitarbeiter, der sich Vorwürfen der Spionage gegenübersah, ist ums Leben gekommen. In dem Fall bleiben aber eine Reihe Fragen offen. Quelle: dpa
Kamera an der Volkswagen-Zentrale

Ein Mitarbeiter, der sich Vorwürfen der Spionage gegenübersah, ist ums Leben gekommen. In dem Fall bleiben aber eine Reihe Fragen offen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es sind zwei nüchterne Sätze der Staatsanwaltschaft Braunschweig, die aus dem mutmaßlichen Tod des Verdächtigen in der VW-Abhöraffäre Gewissheit werden lässt: „Die DNA-Analyse hat bestätigt, dass es sich bei dem Verstorbenen um den Halter des Kfz handelt“, teilte die Behörde am Freitag dem Handelsblatt mit.

„Zudem liegen nach dem derzeitigen Ermittlungsstand Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich um einen Suizid handelt“, so Staatsanwältin Julia Meyer. Die Ermittlungen dazu seien aber noch nicht abgeschlossen. Zuerst hatte die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet.

Vor elf Tagen war in einem kleinen Ort nahe Helmstedt in einem brennenden Auto eine Leiche gefunden worden. Vieles deutete darauf hin, dass es sich dabei um die Leiche des Mitarbeiters handelte, der mutmaßlich über zwei Jahre vertrauliche Sitzungen einer Sonderprojektgruppe des Volkswagen-Konzerns systematisch abgehört und mitgeschnitten hatte.

Ob der Mitarbeiter dabei durch den Brand selbst ums Leben kam oder der Tod anders eintrat, ist unterdessen nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft wollte sich darauf auf Nachfrage nicht äußern, ebenso nicht dazu, ob ein Abschiedsbrief gefunden wurde.

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    In den von dem nun verstorbenen VW-Mitarbeiter abgehörten Runden in den Jahren 2017 und 2018 ging es vor allem um Strategien von VW in der Auseinandersetzung mit seinem Zulieferer Prevent. VW und Prevent, einst eng miteinander verbunden, liefern sich seit mehreren Jahren eine erbitterte Auseinandersetzung über Preise und Lieferkonditionen, 2017 eskalierte der Streit. Der Autobauer lotete in den abgehörten Sitzungen Wege aus, sich von Prevent zu trennen oder zumindest die Handlungsoptionen des von der Investorenfamilie Hastor kontrollierten Zulieferers einzuschränken.

    Nur wenige Tage nachdem die Abhöraffäre öffentlich wurde, war der mutmaßliche Maulwurf bereits enttarnt. Es handelt sich um einen Manager der Beschaffungssparte, der zuletzt Compliance-Aufgaben übernehmen sollte.

    VW stellte Strafanzeige, die Staatsanwaltschaft Braunschweig nahm Ermittlungen gegen unbekannt auf. Anschließend wurde der Fall mysteriös: Die Staatsanwaltschaft ging inzwischen auch den Umständen eines möglichen Brandanschlags auf das Haus des mutmaßlichen konzerninternen Spitzels auf den Grund. Ende Mai war ein Feuer in dessen Wohnhaus ausgebrochen, der Schaden soll sich nach jüngsten Erkenntnissen auf etwa 600.000 Euro belaufen haben.

    Zu diesem Verfahren will die Staatsanwaltschaft nun keine weiteren Angaben machen, ebenso nicht zu dem Stand der Dinge in ihren Ermittlungen zu der Abhöraffäre.

    Mehr: VW stellt Strafanzeige – Spion nahm offenbar auch Treffen mit Prevent auf.

    Bei Selbstmordgedanken können die Experten der Telefonseelsorge helfen. Sie sind unter der kostenlosen Nummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erreichbar.

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    1 Kommentar zu "Mitgeschnittene Sitzungen: Obduktion bringt Gewissheit: Bei Totem in Auto handelt es sich um mutmaßlichen VW-Spion"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wenn ich den Artikel so lese, dann plagen mich auch schon Selbstmordgedanken.

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