Mobileye Mit diesem Start-up will VW in die Zukunft fahren

Autonomes Fahren ist ein großes Thema auf der Technikmesse CES. Volkswagen arbeitet dafür mit Mobileye zusammen. Die Kameratechnologie des Start-ups aus Israel soll die Unfallzahlen drastisch reduzieren.
Mit der Kamera hinter dem Innenspiegel in Zukunft autonom fahren. Quelle: ap
Mobileye im Einsatz

Mit der Kamera hinter dem Innenspiegel in Zukunft autonom fahren.

(Foto: ap)

Tel AvivDer Zukunftsmarkt Autonomes Fahren lockt sie alle. Es winken gute Geschäfte. Und so stellen die klassischen Autohersteller in diesen Tagen einer nach dem anderen ihre Zukunftsvisionen auf der Technikschau CES vor. In Las Vegas ganz besonders beäugt wurde am Mittwoch der Auftritt von Volkswagen. Die vom Abgasskandal arg gebeutelten Wolfsburger setzen dabei auch auf ein Start-up aus Israel.

Markenchef Herbert Diess will mit Mobileye aus Jerusalem in die Zukunft fahren. Volkswagen ist mit dem Unternehmen eine strategische Partnerschaft eingegangen. Das Start-up zählt zu den Technologieführern im Bereich der automatisierten Bildverarbeitung. Mit der Technologie soll die Zahl der Unfälle drastisch reduziert werden.

Neuer Partner aus Israel. Quelle: Reuters
VW-Markenchef Diess auf der CES

Neuer Partner aus Israel.

(Foto: Reuters)

Mobileye verspricht Fahrern, dass ihr Auto bei auftauchenden Gefahren automatisch Bremsmanöver einleitet oder warnt, wenn ein Fahrzeug von der Spur abkommt. Später soll die Technologie das Fahren ohne Führerschein ermöglichen. „New Volkswagen“ mache sich auf den Weg in die digitale Zeit, versprach Diess auf der CES-Bühne.

Mobileye arbeitet bereits mit General Motors (GM) zusammen, mit der Opel-Mutter gibt es ebenfalls eine Vereinbarung. Ein Vertrag mit einem dritten globalen Autohersteller werde „in den nächsten Monaten“ kommuniziert, sagte Mobileye-Gründer Amnon Shashua. Danach werde ein Drittel aller weltweit hergestellten Autos mit der Technologie des Start-ups ausgerüstet sein, prognostizierte Shashua in einem Interview mit dem israelischen Armeesender.

Mobileye-Konkurrent Google bietet zwar eine ähnliche Technologie an, aber zu einem weit höheren Preis als die Israelis. Die Geräte und das System, die bei Google bis zu 150.000 Euro kosten, seien bei Mobileye bereits für ein paar hundert Euro zu haben, heißt es vom Firmensitz in Jerusalem. Statt auf Laser zu setzen, verwendet Mobileye eine günstige Kamera sowie effiziente Software. Das System sei damit nicht nur billiger als die Konkurrenz, sondern auch leistungsfähiger. Die Kamera könne zum Beispiel auch Verkehrsschilder lesen oder Baustellen erkennen – und entsprechende Befehle an den Bordcomputer senden.

Das sei ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr, wirbt Mobileye. In Israel sind rund 40.000 Autos mit Bremsassistenten ausgerüstet, die auf der Mobileye-Technologie beruhen. Die erhöhte Sicherheit habe Folgen auch für den Bau von Autos, sagt Gründer Shashua: Weil Mobileye mehr Sicherheit gewährleiste, könnte die Karosserie von Fahrzeugen künftig leichter gebaut werden.

So bringt VW dem Bulli das Stromern bei
VW-Markenchef Herbert Diess stellte den elektrischen Prototyp Volkswagen Budd-e auf der CES vor.
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Der Bulli lernt das Stromern: Volkswagen präsentierte auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas die Studie Budd-e. Der neu entwickelte Elektroantrieb hat eine Systemleistung von bis zu 317 PS und ermöglicht Reichweiten von bis zu 533 Kilometern.

Der neu entwickelte Elektroantrieb hat eine Systemleistung von bis zu 317 PS und ermöglicht Reichweiten von bis zu 533 Kilometern.
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Und wenn das allradgetriebene Konzeptfahrzeug an die Steckdose muss, reichen 30 Minuten, um 80 Prozent der Batteriekapazität nachzuladen.

Moderner Innenraum
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Neben elektronischen Displays ist der E-Bulli voll vernetzt und ermöglicht den Insassen sogar über das Tablet mit dem Fahrzeug zu kommunizieren. So lassen sich beispielsweise Lieblings-Songs ins System einspeisen.

Nachdem VW 2014 R-Touch nach Las Vegas mitbrachte, präsentieren die Wolfsburger dieses Mal e-Touch.
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Es basiert auf seinem Serienpendant mit dem Unterschied, dass er über ein modernes Infotainmentsystem auf einen der wichtigsten Connectivity-Trends der unmittelbaren Zukunft zugreift.

So kommt bei e-Touch neben der Gestensteuerung auch eine Weiterentwicklung des Modularen Infotainment Baukastens (MIB) mit einem 9,2 Zoll großen Display zum Einsatz. Mit dem neuen Touchdisplay verschmilzt die Bedienwelt der Smartphones und die der Automobile weiter.

VW Budd-e
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Die Seitentüren öffnen und schließen sensorgesteuert. Auf dem drehbaren Beifahrersitz kann man sich den hinteren Passagieren widmen. Das Elektromobil wird außerdem in der Lage sein, externe Verbraucher mit Strom zu beliefern. Volle Akkus mal vorausgesetzt.

Der Budd-e verfügt über eine völlig neu gestaltete Innenraumaufteilung.
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Es gibt gegenüber dem klassischen Transporter keine Platzeinschränkungen, da die Batterien im Unterboden des Fahrzeugs eingebaut wurden.

Es gibt gegenüber dem klassischen Transporter keine Platzeinschränkungen, da die Batterien im Unterboden des Fahrzeugs eingebaut wurden.
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Der Budd-e verfügt über eine völlig neu gestaltete Innenraumaufteilung.

Die künstliche Intelligenz des Autos und nicht das Material sorge für den Schutz der Insassen. Der Einsatz dieser Technologie reduziere nicht nur menschliches Leid, sondern auch volkswirtschaftliche Kosten. Insbesondere für die KfZ-Versicherer wäre das eine gute Nachricht – wenn denn die Technik hält, was sie verspricht.

Angestrebt werde schließlich das voll automatisierte Auto, so Shashua. Noch ist das zwar Zukunftsmusik. Es würde zu einem völlig neuen Verhalten führen, sagt der Mobileye-Gründer, der an der Hebrew Universität Professor für Computerwissenschaften ist. Autos könnten in Städten autonom zirkulieren. Statt ein Taxi zu bestellen, könnte man ein Fahrzeug anfordern. Das würde das Parkplatzproblem entschärfen, und es wäre nicht mehr nötig, dass jeder ein eigenes Auto besitzen muss, um ohne öffentlichen Verkehr mobil zu sein.

Im Mittelpunkt der Kooperation mit VW steht die kamerabasierte Echtzeit-Bildverarbeitung, die in Verbindung mit hochpräzisen digitalen Karten als Schlüssel für das automatisierte Fahren gilt. Neben VW und GM interessiert sich dem „Wall Street Journal“ zufolge auch Toyota für die Technik aus Israel wie auch der Elektroautopionier Tesla und Ford.

539 PS, Regen, Baustelle – und der Tesla lenkt selbst

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