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Mobileye und Delpho Zulieferer entwickeln preisgünstiges Selbstfahr-System

Zwei Zulieferer wollen der Branche in drei Jahren ein schlüsselfertiges System für selbstfahrende Autos zum Preis von „wenigen tausend Dollar“ liefern. Das könnte die Ausbreitung selbstfahrender Autos beschleunigen.
23.08.2016 - 16:55 Uhr
Von einer Entwicklungspartnerschaft zwischen Mobileye und Delphi für ein Selbstfahrsystem könnte am Ende auch BMW profitieren. Quelle: dpa
Selbstfahrendes Google-Auto

Von einer Entwicklungspartnerschaft zwischen Mobileye und Delphi für ein Selbstfahrsystem könnte am Ende auch BMW profitieren.

(Foto: dpa)

Gilligham/Jerusalem Die Autozulieferer Delphi und Mobileye bündeln ihre Kräfte, um zum Jahr 2019 ein günstiges System für selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln. Die schlüsselfertige Technik solle interessierte Hersteller „wenige tausend Dollar“ kosten, sagte Mobileye-Mitgründer Amnon Shashua am Dienstag. Erste Fahrzeuge damit könnten 2020 oder 2021 auf die Straßen kommen.

Der US-Konzern Delphi bringt in die Partnerschaft unter anderem Software-Algorithmen für die Steuerung der Autos ein, die israelische Firma Mobileye Chips zur Verarbeitung von Sensoren-Daten. Das Ziel sei eine Komplett-Lösung, die Autobauer schnell und ohne hohe Investitionen in diverse Fahrzeug-Plattformen integrieren könnten.

Während die großen Autobauer derzeit an eigenen Systemen für Roboterwagen arbeiten, dürfte die Lösung von Delphi und Mobileye auf jeden Fall für kleinere Hersteller mit weniger Finanzkraft interessant sein. Derzeit drängen unter anderem in China viele neue Anbieter von Elektroautos in den Markt, die beim autonomen Fahren auf externe Hilfe angewiesen wären.

Delphi und Mobileye wollten keine konkreten Angaben zu den Kosten ihres Projekts machen. Es gehe aber um „hunderte Millionen Dollar“, sagte Delphi-Chef Kevin Clark. Ein Konkurrent für Delphi und Mobileye auf diesem Weg ist Google: Auch der Internet-Konzern will seine seit 2009 entwickelte Roboterwagen-Technologie der Autobranche zur Verfügung stellen.

In einem ersten Projekt werden testweise 100 Minivans von Fiat Chrysler umgebaut. In der Branche gibt es jedoch laut Insidern Bedenken dagegen, viele Daten mit Google zu teilen, weil sie in dem Internet-Konzern einen möglichen Konkurrenten beim zukünftigen Geschäft mit Service und Mobilitätsdiensten sehen.

Google testet gerade einen elektrischen Zweisitzer aus eigener Entwicklung, der in Zukunft ohne Lenkrad und Pedale auskommen und ausschließlich vom Computer gesteuert werden soll. Auch Ford kündigte vor kurzem an, zum Jahr 2021 Autos ohne Lenkrad und Pedale für Taxi-Flotten und Fahrten-Vermittler auf die Straße zu bringen. Delphi und Mobileye wollen bei ihrem System die klassischen Steuerinstrumente beibehalten, die Autos sollen aber auch komplett autonom fahren können.

Neue Bilder von Teslas Megabaustelle
Baustelle in der Wüste
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Bei Teslas Gigafactory in der Wüste Nevadas geht der Bau zügig voran. Anfang Januar nahm der Elektroautobauer zusammen mit dem Kooperationspartner Panasonic in Teilen der Fabrik die Fertigung von Lithium-Ionen-Zellen auf. Diese Zellen eines neuen Typs sollen zunächst nur in den Powerwall-Heimspeichern verwendet werden. Die Batterieproduktion für das kommende Elektroauto Model 3 soll in den kommenden Monaten starten. (Stand: Januar 2017)

Foto: Tesla

Deutlicher Baufortschritt
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Die im Januar veröffentlichten Luftbilder zeigen den Baufortschritt deutlich. In einigen der errichteten Gebäude wird schon gearbeitet, in anderen die Produktion vorbereitet. Auch der Bau der Gebäude selbst wird noch weitergehen.

(Foto: Tesla)

Die Baustelle vor einem Jahr
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Zum Vergleich: So sah es vor einem Jahr in der Wüste bei Reno aus. Damals stand nur ein kleiner Teil der heutigen Anlagen.

Baustelle Gigafactory im Juli 2016
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Im Juli 2016 hatte Tesla zur offiziellen Eröffnung erstmals Presse-Fotografen auf das Gelände gelassen. Die Gigafactory wird nach Fertigstellung zu den größten Produktionsstätten weltweit gehören.

(Foto: AP)
Eröffnungsfeier vor der Fertigstellung
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Im Juli waren erst 14 Prozent der Anlage in Betrieb. Dennoch hatte Tesla-Gründer Elon Musk Ende Juli zur Eröffnungsfeier geladen – einige Tage vorher durften sich bereits Journalisten und Fotografen auf dem Fabrikgelände umsehen. Voll in Betrieb soll die Anlage erst 2018 sein. Bis dahin wird an allen Ecken und Enden gebaut.

(Foto: Reuters)
Vom Nischen- zum Massenhersteller
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Auch wenn es noch nicht so aussieht: Diese Halle ist einer der Grundpfeiler der Strategie von Elon Musk, mit der er Tesla von einem Nischen- zu einem Massenhersteller machen und ganz nebenbei dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen will.

(Foto: Reuters)
Eigene Batterien sind unerlässlich
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Die eigenen Batterien sind unerlässlich, wenn Tesla mit dem Model 3 (im Bild ein ausgestellter Prototyp) in diesem Jahr die Massen mobilisieren soll. Zum einen, weil momentan gar nicht genügen Akkus für die angepeilten Stückzahlen des Model 3 zugekauft werden könnten. Zum anderen, weil sie schlichtweg zu teuer wären. Der angekündigte Preis von 35.000 Dollar für den Wagen wäre nicht zu halten.

(Foto: Reuters)

Das System solle sich vor allem auf Daten von Kameras und Radar-Sensoren verlassen, hieß es. Die grundsätzlich teureren rotierenden Laser-Radare sollen nur zur Unterstützung verwendet werden. Das senke auch den Preis.

Mobileye wurde vor kurzem gemeinsam mit Intel auch zum Partner von BMW bei der Entwicklung selbstfahrender Autos bis zum Jahr 2021. Shashua sieht darin keinen Widerspruch: Die beiden Kooperationen ergänzten sich. Mit dem Elektroautobauer Tesla will Mobileye hingegen auch in Zukunft nicht mehr zusammenarbeiten, wie der Mitgründer und Technikchef deutlich machte. „Wir teilten mit, dass wir Tesla auf ihrem Fahrplan nicht begleiten werden, und wir ändern unsere Meinung nicht.“

Tesla war nach einem tödlichen Unfall mit seinem Fahrassistenz-System „Autopilot“ in die Kritik geraten. Nach bisherigen Informationen hielt das System einen Lastwagen-Anhänger, der die Fahrbahn überquerte, vermutlich für ein hochhängendes Autobahnschild und bremste deswegen nicht ab.

Tesla betont zugleich, dass „Autopilot“ die Fahrzeuge nicht zu selbstfahrenden Autos mache und die Fahrer immer den Überblick über die Verkehrslage behalten müssten. Mobileye betonte gleich nach Bekanntwerden des Todescrashs im Juni, dass Technik des Zulieferers bei dem Unfall keine Rolle gespielt habe.

  • dpa
  • afp
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