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Mobilität Mehr Neuzulassungen von E-Autos in Deutschland als in den USA

Deutschland hat die USA als zweitgrößten Markt für Elektroautos abgelöst: Ein Wachstums von 264 Prozent. Weltgrößter Markt bleibt jedoch weiter China.
09.03.2021 Update: 09.03.2021 - 04:25 Uhr 3 Kommentare
Deutschland hat die USA bei der Zulassungen von Elektroautos überholt. Quelle: dpa
Ladesäule für E-Autos

Deutschland hat die USA bei der Zulassungen von Elektroautos überholt.

(Foto: dpa)

Stuttgart Nicht zuletzt wegen Prämien von bis zu 9000 Euro haben die Deutschen vergangenes Jahr ihre Liebe zu Elektroautos und Plug-in-Hybriden entdeckt. Durch den Boom hat Deutschland nun die USA als zweitgrößten Markt für Stromer abgelöst, wie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) am Dienstag mitteilte. Auch die deutschen Autokonzerne konnten ihre Position der weltweiten Übersichtsstudie zufolge deutlich verbessern.

Der größte Markt für Elektroautos und Plug-in-Hybride bleibt China mit 1,25 Millionen Neuzulassungen im Jahr 2020. Das ist mehr als ein Drittel der weltweit 3,18 Millionen. Allerdings sinkt der Anteil. Während der chinesische Markt nur noch um drei Prozent zulegte, ging es weltweit um 38 Prozent nach oben. Treiber war dabei vor allem Europa, angeführt von Deutschland, das ein Plus von 264 Prozent auf knapp 395 000 Fahrzeuge meldete - das laut ZSW weltweit stärkste Wachstum. Nimmt man Europa zusammen, liegt es nach einem Wachstum um 134 Prozent auf 1,37 Millionen Fahrzeuge sogar vor China.

Auf Länderebene bezogen folgen hinter China und Deutschland die USA als drittgrößter Markt mit 322 000 neuzugelassenen Elektroautos und Plug-in-Hybriden im vergangenen Jahr - dahinter Frankreich mit 195 000, das Vereinigte Königreich mit 175 000 und Norwegen mit 108 000. Die Plätze sieben bis zehn gehen an Schweden mit 94 000, die Niederlande mit 88 000, Italien (60 000) und Kanada (53 000).

„Der E-Fahrzeugmarkt entwickelt sich in vielen Ländern sehr vielversprechend, insbesondere in der Europäischen Union“, sagt Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW. Er führt das allerdings auf höhere Fördersätze und andere Maßnahmen wie die abgesenkte Mehrwertsteuer in Deutschland zurück. Diese Förderimpulse müssten in ein marktgetriebenes Wachstum gewandelt werden.

Zum Jahresende gab es weltweit 10,9 Millionen Elektroautos und Plug-in-Hybride auf den Straßen. Fast die Hälfte des Bestands zählt das ZSW dabei mit 5 Millionen in China, in den USA sind es 1,77 Millionen. Deutschland kommt auf rund 569 000 und ist damit noch weit von seinem Ziel von 7 bis 10 Millionen im Jahr 2030 entfernt. „Hierfür müssen in Deutschland im Schnitt jedes Jahr rund eine Million E-Fahrzeuge neu zugelassen werden“, sagt Staiß. Und er geht davon aus, dass für die neuen EU-Klimaschutzziele sogar noch mehr Stromer notwendig wären. „Der Erfolg des vergangenen Jahres ist somit erst der Anfang.“

Die Deutsche Autoindustrie schlug sich 2020 gut, wie Daten aus den 19 größten Märkten für Elektroautos und Plug-in-Hybride zeigen. Auf Herstellerebene liegt Tesla dabei mit knapp 500 000 Neuzulassungen zwar weiter vorne, doch der VW-Konzern holt mit 422 000 reinen Elektroautos und Plug-in-Hybriden kräftig auf und springt von Rang sechs auf den zweiten Platz. Die BMW-Gruppe verteidigt mit 193 000 Rang vier, Daimler verbessert sich mit 163 000 auf den sechsten Platz. Die Ränge drei und fünf nehmen die chinesischen Autobauer SAIC und BYD ein.

„Die erfolgreiche Aufholjagd der deutschen Hersteller bei den neu zugelassenen Elektroautos zeigt, dass sie auf dem richtigen Weg sind“, sagt ZSW-Vorstandsmitglied Markus Hölzle. „Trotzdem bedarf es noch stärkerer Anstrengungen der heimischen Automobilindustrie, um langfristig mit der Weltspitze mithalten zu können.“

Nicht in die Auswertung flossen Hybride ein, die nicht am Stromnetz aufgeladen werden können, sowie Brennstoffzellenautos. Letztere spielen nach wie nur eine kleine Rolle: Laut ZSW wurden weltweit 9000 zugelassen, der Bestand stieg auf 28 000.

Mehr: „Bereiten uns auf frühere Umstellung vor“ – Daimler forciert die Elektrowende

  • dpa
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3 Kommentare zu "Mobilität: Mehr Neuzulassungen von E-Autos in Deutschland als in den USA"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Stücke
    @Gröschel
    Liebe Foristen,
    darf ich vermuten, dass sie bisher nicht, jedenfalls nicht ein ganzes Wochenende mit einem Tesla Modell 3 DS gefahren sind? Sie haben es offenbar noch nicht erlebt wie toll das Fahren mit einem Elektroauto ist im Gegensatz zu einem Verbrenner. Ich habe meins gern und oft Freunden ausgeliehen. Ich kann Ihnen versichern die Reaktion war immer: Wow, das habe ich nicht gedacht, das habe ich nicht gewusst, dass es der Hammer usw. Wissens 2 meiner Freunde haben im Anschluss gesagt dass das nächste Auto ein Elektroauto sein wird. Und umgekehrt habe ich noch keinen Elektroautofahrer gesehen oder gehört der wieder zurück auf ein verbrennen umgestiegen ist. Bevor ich Ihnen jetzt ausführlich erkläre warum vieles, von den negativen Aspekten von denen überall geschrieben wird unzutreffend ist gebe ich Ihnen die Empfehlung: probieren Sie es einfach mal aus. Gehen Sie einfach zum VW Händler und lassen sich einen ID 3 für ein Tag lang zur Probe geben. Rechnen Sie durch was billiger ist und ob es für ihr Mobilitätsbedürfnis ausreichend ist. Sie werden in kein Benzingolf mehr einsteigen.
    Ich mache mir daher insgesamt keine Sorgen um die Akzeptanz der Elektromobilität. Die die sich Sorgen machen sind Leute ohne Erfahrung.

    Vielleicht könnte es sein, das die Förderung einerseits und der legislative Druck andererseits eine Unterstützung der deutschen Automobilindustrie ist die notwendige Umwälzung, die aus China und Amerika betrieben wird, zu beschleunigen gegen die Vorbehalte und Ängste der Massen und gegen die starke Gewerkschaft.
    Halten Sie nicht die Regierung und die deutschen Automobilhersteller für dumm.

  • Es darf stark bezweifelt werden, dass es "die Liebe zu Elektroautos" war, die die Zulassungszahlen nach oben getrieben hat. Die Gründe liegen wohl eher in der 9000 EUR Förderung und der mit Macht von den Herstellern zugelassenen Fahrzeugen, um Strafzahlungen zu vermeiden. Irgendwann werden wir selbst in Deutschland merken, dass wir mit dem Verlust unserer Kernindustrie das Klima nicht verbessert haben, dafür dann aber komplett von den Asiaten abhängig sind. Armes Deutschland.

  • Elektroautos werden sich "marktgetrieben" nie gut verkaufen. Ohne Förderung kein Umsatz. Deshalb soll ja die Euro 7 Norm kommen. Dann können Verbrenner die Abgaswerte nicht mehr einhalten und die Batteriekiste wird alternativlos. Genau in diesem Moment wird es dann auch keine Förderung mehr geben. Vielen Dank, Svenja, Angela und Uschi!

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