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Mobilitätsdienste WhatNow?

Die deutschen Premiumriesen bündeln ihre Mobilitätsdienste. Leider sind die Namen der fünf Service-Dienste nicht selbsterklärend. Ein Weg durch den Sprachdschungel von BMW und Daimler.
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BMW-Chef Harald Krüger und Daimler-Chef Dieter Zetsche erklären, was sie mit ihren neuen Mobilitätsdiensten vorhaben. Quelle: AFP
Das müssen Sie erklären...

BMW-Chef Harald Krüger und Daimler-Chef Dieter Zetsche erklären, was sie mit ihren neuen Mobilitätsdiensten vorhaben.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDie Mobilität der Zukunft soll eigentlich alles einfacher machen. Eine Suche auf dem Smartphone, ein Klick – und man kommt von A nach B. Das ist auch das Versprechen, das BMW und Daimler ihren Kunden machen. Gemeinsam wolle man die Kräfte bündeln, einen neuen Champion schaffen, der die urbane Mobilität grundlegend verändern soll.

So weit, so nachvollziehbar. Die neue Struktur, die Daimler und BMW ihrem selbsternannten „Gamechanger“ gegeben haben, ist allerdings längt nicht so einfach – und dürfte selbst aufgeschlossene Stammkunden anfangs etwas überfordern.

Beginnen wir mit den Carsharing-Diensten. Längst haben sich Großstädter an die blau-silbern oder hellblau bedruckten Smart, i3 oder Mini gewöhnt, die ihnen in den Großstädten an fast jeder Straßenecke begegnen. Beim stationsunabhängigen Carsharing sind BMW und Daimler mit Abstand die größten Anbieter in Deutschland. Echte Konkurrenten gibt es jetzt nicht mehr.

Beide Carsharing-Dienste sind in ihren Konzernen nicht unbedingt als Gewinnmaschinen bekannt. Seit Jahren versuchen beide, die Kosten zu senken. Der Zusammenschluss könnte dabei helfen.

Denn künftig sollen beide Marken unter einem Namen fahren. Aus DriveNow und Car2go wird ShareNow. Ein Name, der beim Carsharing natürlich logisch erscheint, aber ein großes Problem mit sich bringt, auf das wir später nochmal eingehen werden.

Denn die Taxidienste, die zweite große Säule des BMW-Daimler-Mobilitätsriesen, werden künftig unter dem Namen FreeNow durch Europas Städte fahren. Der Name MyTaxi, den Daimlers Taxirufdienst bislang trug, ist zwar deutlich eingängiger. Aber das Wort Taxi wollte man für den neuen Dienst wohl unbedingt vermeiden. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit dürften in diese Sparte auch neue Pooling-Dienste fallen, die in Deutschland bald legalisiert werden sollen.

In diesem Ridehailing sehen Experten das größte Wachstumspotenzial. Spätestens dann, wenn irgendwann selbstfahrende Autos die Fahrgäste abholen. Hier wollen Daimler und BMW mit Uber, Lyft aber auch Moia von VW konkurrieren.

Schon heute können sich Mytaxi-Nutzer in Berlin zwar testweise ein Taxi teilen und so Kosten sparen. Doch auch wenn sich Nutzer eine Fahrt teilen, dürfte der Dienst unter dem Dach von FreeNow laufen, nicht unter ShareNow. Das ist begrifflich einigermaßen verwirrend. Merken Sie sich einfach, bis es selbstfahrende Taxis gibt, folgende Regeln: Sitzt jemand anderes am Steuer: FreeNow. Fahren Sie selbst: ShareNow.

Brauchen Sie also immer noch zwei Apps, um die Dienste von BMW und Daimler zu nutzen? Nein. Denn der bisherige BMW-Dienst ReachNow, der bislang nur in Seattle und Portland tätig war, wird mit dem Daimler-Mobilitätsdienst Moovel vereint und soll Nutzern auf einen Blick alle Mobilitätsoptionen zeigen, die der neue Riese, aber auch externe Mobilitätsdienste zu bieten haben.

ReachNow will – grob vereinfacht – so etwas wie die zentrale Plattform für die Mobilität in der Stadt werden. Die Leitfrage des Dienstes: Wie komme ich am schnellsten und/oder günstigsten von A nach B – egal ob ich mit dem Fahrrad, der U-Bahn, einem Carsharing-Auto oder dem Taxi fahre? (Sie kennen das von Google Maps). Multimodalität nennen das die Experten.

Moovel verkauft das eigene System heute schon an städtische Verkehrsdienste, die das Angebot dann unter dem eigenen Namen vermarkten. BMW sperrte sich lange, auch DriveNow-Autos bei Moovel verfügbar zu machen. Das dürfte sich jetzt ändern.

Vierter und fünfter Dienst des neuen deutschen Mobilitätsriesen sind zwei Angebote, die das Now schon immer im Namen trugen und die sich auch eine Führungsmannschaft teilen. ChargeNow soll Fahrer von Elektroautos mögliche Ladestationen in der Nähe zeigen, ParkNow zeigt freie Parkplätze, die man dann auch gleich über die App bezahlen kann. Beides macht BMW schon seit Jahren. Und für beide Dienste gibt es starke Konkurrenten. Immerhin ist bei beiden Diensten auch klar ersichtlich, was sie eigentlich machen. Und das ist ja auch schon ein Fortschritt.

Den Namen der Dachgesellschaft aller Mobilitätsdienste erwähnen Daimler-Chef Dieter Zetsche und BMW-Chef Harald Krüger bei der Vorstellung der neuen Dienste kein einziges Mal. Aber eine neue Website gibt Aufschluss: YourNow soll der neue Riese wohl heißen. Diesen Namen müssen Sie sich aber selbst übersetzen.

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