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Modemarke plant Expansion Betty Barclay will nach China

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Wachstumsmarkt Fernost

Bislang exportiert Betty Barclay vor allem in die Beneluxländer, nach Osteuropa und nach Russland. Etwa die Hälfte des Umsatzes kommt aus dem Ausland. „Überall dort, wo der Handel auf dem Rückzug ist, arbeiten wir mit eigenen Läden“, sagte Winter. 48 Läden gibt es im Ausland, 41 in Deutschland. Jährlich sollen zehn bis 15 neue hinzukommen, dazu etliche eigene Flächen in größeren Kaufhäusern.

Den Gang nach China probieren derzeit viele Textilmarken – vorweg die großen Ketten. H&M etwa ist seit 2007 in dem Land. Ende 2010 hatte die schwedische Kette dort 47 Filialen, im laufenden Jahr sollen 20 weitere hinzukommen. Der Umsatz dort stieg in einem Jahr um 35 Prozent auf 276 Millionen Euro. Auch die Textilkette Zara hat 143 Läden in China. Weitere mittlere deutsche Marken wie Brax und Seidensticker verfolgen Asien-Pläne, die Schweizer Holy-Fashion-Group will mit ihrer Marke Windsor Fuß fassen.

Inhaber kündigt Abschied an

Chinesen zahlten für europäische Marken einen deutlichen Aufpreis, sagte Dorothea Ern-Stockum von der Beratung Kurt Salmon. Der Markt für Mittelklassemarken werde jetzt verteilt. Für die nächsten drei Jahre rechnet sie mit ungebremstem Wachstum, danach werde sich die Spreu vom Weizen trennen. Während chinesische Unternehmen im Luxussegment noch ein Jahrzehnt brauchen könnten, um starke eigene Marken zu bilden, werde es im Massenmarkt deutlich schneller gehen, warnte Berater Franz Schmid-Preissler. Dennoch könnten sich die Unternehmen Hoffnungen machen, dass sie „wegen der enormen Nachfrageentwicklung genügend Lebensraum für ihre Marken finden und damit auch höhere Wachstumsraten erzielen, als dies im europäischen und amerikanischen Markt möglich ist“, sagte er.

Winter wird den möglichen Erfolg in China wohl nicht mehr als operativ tätiger Chef erleben. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wolle er sich aus dem Tagesgeschäft zurückziehen, sagte der 67-Jährige. Seine Kinder als Erben würden wohl nicht aktiv ins Unternehmen gehen – allenfalls in einen Beirat, der künftig die Markengeschäftsführer kontrollieren soll.

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