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Mögliche Ölkatastrophe Russisches Prestige-Projekt in der Kritik

Die Hafenanlage Ust-Luga, ein Moskauer Prestigeprojekt, steht wegen angeblicher Baumängel in der Kritik. Deutsche Umweltschützer und Politiker warnen sogar vor einer Ölkatastrophe in der Ostsee.
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Wladimir Putin besuchte die Hafenanlage Ust-Luga persönlich. Quelle: dapd

Wladimir Putin besuchte die Hafenanlage Ust-Luga persönlich.

(Foto: dapd)

Moskau Wladimir Putin persönlich drückte auf den Startknopf. Dann floss im russischen Ostseehafen Ust-Luga, südwestlich von Sankt Petersburg, Ende März erstmals Öl aus dem zweiten Strang des Baltischen Pipeline-Systems (BPS-2) auf einen Frachter, der später in Richtung Rotterdam ablegte.

Es ist ein wichtiger Meilenstein für Russland, das Rohstoffe auf diversen Wegen ins Ausland verkaufen will - ohne auf Transitländer angewiesen zu sein. Doch steht der neue Ölhafen wegen angeblicher Baumängel in der Kritik. Vor allem aus Deutschland kommen Beschwerden.

Pipeline und Ölhafen entstanden nach dem Transitstreit zwischen Moskau und der weißrussischen Hauptstadt Minsk im Jahr 2007. Damals stellte Russland die Öl-Lieferung nach Europa vorübergehend ein, weil Weißrussland für die Druschba-Pipeline in seinem Land Durchleitungsgebühren verlangte. Moskau plante daraufhin, Rohöl direkt nach Europa zu verkaufen. 30 Millionen Tonnen Öl pro Jahr sollen zunächst durch die neue Pipeline fließen.

Das Ölterminal ist nur ein Teil der umfangreichen Hafenanlage Ust-Luga - ein großes Infrastrukturprojekt der Regierung. Der Hafen soll zum größten russischen Handelsplatz ausgebaut werden, mit einem Warenumschlag von 180 Millionen Tonnen pro Jahr. Russlands größter Hafen Noworossijsk am Schwarzen Meer hatte vergangenes Jahr einen Warenumschlag von 157 Millionen Tonnen.

Probleme am Ölhafen traten schon vor Monaten auf. Mehrfach wurde die Inbetriebnahme verschoben. Womöglich lagen anfangs nicht einmal alle Baugenehmigungen vor. Von erheblichen Baumängeln ist die Rede: von Schäden am Fundament der Kais, von metertiefen Einbrüchen und oberflächlichen Reparaturarbeiten. Der tatsächliche Zustand ist schwer zu durchschauen.

„Gefahr für die Ostsee und alle Anrainerstaaten“
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