Monsanto-Deal auf Bayer-Hauptversammlung „Der richtige Schritt zur richtigen Zeit“

Bayer-Vorstandschef Baumann wirbt für den Monsanto-Kauf. Doch er bekommt Gegenwind: Die Aktionäre monieren die fehlende Abstimmung über den Deal – votieren am Ende aber trotzdem im Sinne der Konzernspitze.
Update: 28.04.2017 - 19:47 Uhr 6 Kommentare
Werner Baumann verteidigte die Monsanto-Übernahme. Quelle: AP
Bayer-Hauptversammlung

Werner Baumann verteidigte die Monsanto-Übernahme.

(Foto: AP)

BonnEinen kurzen Moment muss Bayer-Chef Werner Baumann gleich zu Beginn seiner Rede innehalten. Aus dem Aktionärspublikum im Bonner Kongresszentrum kommen laustarke Zwischenrufe: „Stop Bayer-Monsanto“. Aufsichtsratsvorsitzender Werner Wenning muss eingreifen und die Kritiker zur Mäßigung auffordern.

Rund 2500 Aktionäre hatten sich am Freitag zur Hauptversammlung von Bayer in Bonn aufgemacht. Sie wurden vor dem World Congress Center von Gegnern der Grünen Gentechnik und industrialisierten Landwirtschaft erwartet – die Demonstrationen waren aber mit knapp 200 Teilenehmern übersichtlich.

An der geplanten Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto reiben sich allerdings nicht nur Öko- und Umweltverbände. Die 66 Milliarden Dollar schwere Übernahme ist das Hauptthema auf der Hauptversammlung. Der Deal macht die Aktionäre und Investoren nervös. Zwar stützten viele Redner das Bayer-Management mit Blick auf den strategischen Sinn der Übernahme – und lobten auch den Mut, dass ein deutscher Konzern an der Weltspitze mitspielen möchte. Doch sie fürchten, dass sich die aus ihrer Sicht seit Jahren erfolgreiche Bayer AG verhebt und verlangen mehr Klarheit über die Folgen.

Das Thema Monsanto schürt die Emotionen. Vorstandschef Baumann entschied sich für eine sehr sachlich orientierten Rede, in der er die Motive für die Übernahme erläuterte. Es sei eine der „drängendsten Fragen unserer Zeit“, wie die Weltbevölkerung von fast zehn Milliarden Menschen im Jahr 2050 ernährt werden könne, sagt er. Dazu wolle Bayer mit Monsanto beitragen. Es sei der „richtige Schritt zur richtigen Zeit“, sagt Baumann und versprach den Aktionären, dass der Monsanto-Kauf „langfristig erheblichen zusätzlichen Wert“ schaffen werde. „Wir wollen Bayer weiter stärken.“

Genau darum aber sorgen sich die Aktionäre. Der Leverkusener Konzern wird sich durch den Monsanto-Kauf voraussichtlich mit 40 Milliarden Euro verschulden. „Vor Monsanto war Bayer ein gut geführter Konzern auf solidem Wachstumskurs mit wenig Schulden“, sagte Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Union Investment. „Nun muss Bayer gewaltige Schulden und die Integration eines Schwergewichts stemmen.“ Baumann erneuerte sein Versprechen, dass der Monsanto-Kauf nicht auf Kosten der anderen Geschäftsbereiche gehen werde. „Die Mittel für Investitionen in unsere Standorte und kleinere Übernahmen werden weiter zur Verfügung stehen“, sagte er.

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6 Kommentare zu "Monsanto-Deal auf Bayer-Hauptversammlung: „Der richtige Schritt zur richtigen Zeit“"

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  • Der Narr: Da seht nur her, ist das wohl Geldes wert?

    Mephistopheles: Du hast dafür, was Schlund und Bauch begehrt.

    Narr: Und kaufen kann ich Acker, Haus und Vieh?

    Mephistopheles: Versteht sich! Biete nur, das fehlt dir nie.

    Narr: Und Schloß, mit Wald und Jagd und Fischbach?

    Mephistopheles: Traun! Ich möchte dich gestrengen Herrn wohl schaun!

    Narr: Heut abend wieg' ich mich im Grundbesitz!

    Mephistopheles: Wer zweifelt noch an unsres Narren Witz!

  • Wenn es Geld wäre, mit dem der Deal gezahlt würde, dann wäre das Heu wirklich besser.

    Aber es ist kein Geld, mit dem bezahlt wird. Man zahlt mit Schulden, die zu erwirtschaften sind. Und falls sie nicht erwirtschaftet erden, gehört der Laden den Gläubigern.
    Das ist anderst als bei der EZB, die dann schnell noch ein bisc hen druckt.

  • Endlich ein Vorstand der das Geschäft versteht, weg mit dem Geld solange es noch Firmen dafür gibt. Geld gibt es mehr als Heu, dann nehmen sie doch lieber das Heu Ha Ha Ha.

  • 60 Mrd zu 2,5 % (angenommen) Zinsen ergibt auch schon mal 1,5 Mrd pro Jahr.

    Also wenn Monsanto nur 1,3 Mrd pro Jahr verdient, dann muss Bayer die 60 Mrd Fremkapital mit allen anderen Bereichen stemmen. Der Zugewinn von Monsanto wird nicht mehr als die Zinsen und Zinseszinsen erwirtschaften.
    Und dies allemal nur im Niedrigzinsumfeld.

    Und das Geschwafel von den Einsparungen und Synergien glaube ich zumindest nicht. Ein Mensch mit gesundem Menschenverstand kann einen solchen Deal nicht gutheissen.

    Nun gut.
    Ich werde Monsanto Aktien kaufen. 60/51,2 = 1,17 Da sollten dann 17 % übrigbleiben.

  • 60 Mrd - Deal - Cash,
    Wohlgemerkt, normalerweise wird ein Teil des Deals über Aktien bezahlt. Dies stärkt auch das gemeinsame zukünftige Interesse der Alteigner.

    Nettogewinn Monsanto 2016: 1,3 Mrd
    Börsenwert: 51 Mrd. Das macht ein KGV von 39
    Kaufwert 60 Mrd: Bei diesem Wert wäre das KGV bei 46

    Nur zum Vergelch: Alphabet/Googl hat derzeit ein KGV von 33

    Hier werden die Aktionäre von Bayer aber richtig geschröpft bzw. Bayer wird an die Bänker bzw. Investoren verscheppert, die sich vorerst die Bayer Schuld-Anleihen kaufen.
    Nach dem Kauf lässt man dann die Kurse nach unten rauschen und kauft sich den Gesamtkomplex billig zurück (mit 60 Mrd. Cash)

    Meine Güte, dies ist der schlimmste Deal für die Deutschen seit Mannesman. Der deutsche Michel taugt schon für beste Qualität, das Geld sollen damit besser die anderen verdienen. Anderst kann man diesen Deal gar nicht deuten.

    @Herr Uwe Lauer
    Ich stimme Ihnen voll zu. Ein absoluter krimineller Wahnsinn. Sobald Bayer Eigner ist, wird die Flut von Klagen kommen und vorraussichtlich insbesonders aus den USA.

    Früher hätte man einen solchen Vorstand abgesetzt und evtl. als schizofren in die Anstalt eingewiesen. Heute erhalten diese Kriminellen Lorbeeren mit MIllionenabfindungen.

    Und Deutschland schweigt.

    Da die Deutschen eh nur geringe Anteile an den Dax-Werten halten, kann da ein Konzern nach dem anderen abgeschossen oder veräussert werden.

    Für unsere Politiker macht es ja eh keinen Unterschied, ob die Dividenden dann ins Ausland fliessen. Und falls, bekommt der eine oder andere dann eben noch ein Milliönchen nebenbei. Deutschland wird systematisch verkauft.

  • Das wird der Schweinedeal schlechthin. Ein paar Männer machen sich die Taschen voll, und der Konzern kauft den Verbrecherladen Monsanto. Egal welche Abkommen in den USA da geschlossen werden, es wird gewaltige Klagen geben. Ein absoluter krimineller Wahnsinn. Schlimmer geht es nicht mehr.
    Aber da hält sich Merkel raus. Die denkt wohl:; "Das ist jetzt Marktwirtschaft".
    Man sollte sich mal vergegenwärtigen wie Schröder beispielsweise beim Verkauf von Rheinmetall agierte: Pro-Aktiv. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie die Farbwerke Hoechst zerschlagen wurden. Das hier wird ähnlich enden. Da habe ich keinen Zweifel.

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