Monsanto-Deal Bayer-Chef Baumann wirbt bei Trump für Fusion

Bayer-Chef Werner Baumann und Monsanto-Boss Hugh Grant haben bei Donald Trump vorgesprochen. Sie wollen den künftigen US-Präsidenten überzeugen, dass eine Fusion der beiden Konzerne in den USA neue Arbeitsplätze schafft.
Update: 12.01.2017 - 13:44 Uhr 1 Kommentar

Börsenexperte „Das ist eine Gefahr für die gesamte Weltkonjunktur"

Börsenexperte „Das ist eine Gefahr für die gesamte Weltkonjunktur"

BerlinBayer und Monsanto haben beim künftigen US-Präsidenten Donald Trump für den 66 Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss der beiden Konzerne geworben. Bayer-Chef Werner Baumann und Monsanto-Boss Hugh Grant sprachen laut Trumps Team am Mittwoch in New York mit dem Immobilien-Milliardär und mehreren seiner Berater.

Bayer und Monsanto brauchen für ihre Fusionspläne grünes Licht auch der US-Aufsichtsbehörden, deren Führungsspitze Trump nach seinen Vorstellungen neu besetzen kann. Ein Bayer-Sprecher sagte am Donnerstag: „Es war ein produktives Treffen, bei dem es um die Zukunft der Agrarwirtschaft ging und die Notwendigkeit von Innovationen.“ Näher äußerte er sich nicht.

Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern hatte im September nach monatelangem Ringen die Übernahme des Saatgutriesen aus St. Louis verkündet. Damit entsteht der weltgrößte Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut mit einem Marktanteil von rund 28 Prozent. Angesichts dieser Dominanz gilt es Experten noch als ungewiss, ob die Behörden in den USA und der Europäischen Union das Geschäft absegnen.

In den USA liegt die Entscheidung beim Justizministerium und der Federal Trade Commission (FTC). Trump kann also zwar nicht allein über eine Genehmigung bestimmen, mit der Nominierung seiner Wunschkandidaten für die Chefposten beider Behörden aber die Stoßrichtung vorgeben.

Der Republikaner Trump gilt als grundsätzlich wirtschaftsfreundlich, aber auch als unberechenbar. Zur Priorität hat er den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA gemacht. Am Tag des Treffens mit den Monsanto- und Bayer-Chefs sorgte er zudem für Aufsehen mit Kritik an Pharma-Konzerne, die nach seiner Ansicht überhöhte Preise für ihre Medikamente verlangen. Durch diese Praxis kämen Arzneimittelhersteller „ungeschoren mit Mord davon“, so Trump.

Das sind die dicksten Deals 2016
Platz 12: Microsoft kauft LinkedIn
1 von 12

Das soziale Netzwerk LinkedIn richtet sich hauptsächlich an professionelle Kunden, die Geschäftsbeziehungen pflegen oder knüpfen möchten. Im Juni erklärte Microsoft, das Unternehmen für 25 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

Quelle: Dealogic

Platz 11: Abbott Laboratories kauft St Jude Medical
2 von 12

Das große Fusionsfieber in der Pharmabranche scheint etwas abgeflaut. Die Übernahme von St. Jude Medical durch Abbott Laboratories für 27,1 Milliarden Dollar zählt dennoch zu den größten Deals 2016. St. Jude stellt medizinische Geräte für Krankheiten des Herzens und des Nervensystems wie Herzschrittmacher oder implantierte Defibrillatoren her. Benannt ist das Unternehmen nach dem Apostel Judas Thaddäus, dem Schutzpatron der hoffnungslosen Fälle.

Platz 10: Softbank kauft ARM Holdings
3 von 12

Im Juli wurde die Übernahme angekündigt, im September war sie perfekt: Für 28,7 Milliarden Euro übernahm der japanische Mobilfunkriese Softbank den britischen IT-Konzern ARM Limited. ARM soll als eigenständiges Unternehmen allerdings bestehen bleiben, auch das Personal soll aufgestockt werden.

Platz 9: General Electric kauft Baker Hughes
4 von 12

Am Ende war der Widerstand zu stark: Im Mai 2016 scheiterte die 28 Milliarden Euro schwere Fusion der Öldienstleister Halliburton und Baker Hughes am Widerstand US-amerikanischer und europäischer Kartellbehörden. Im Oktober kündigte dann der US-Industrieriese General Electric an, Baker Hughes für 29,3 Milliarden Euro zu übernehmen und sein Öl- und Gasgeschäft mit dem Ölfeldausrüster zusammenzulegen. Eine Entscheidung gegen den Trend: Die Energiebranche steckt angesichts niedriger Ölpreise bereits seit 2015 in einer Dauerkrise.

Platz 8: Centurylink kauft Level 3 Communications
5 von 12

Im Oktober 2016 gab der US-Telekomkonzern Centurylink bekannt, den Telekomdienstleister Level 3 Communications für 30,6 Milliarden Euro zu übernehmen. Level 3 betreibt ein Glasfasernetz von 120.000 Kilometern Länge, mehrere Backbones und vier transatlantische Verbindungen von Europa nach Nordamerika. Im Rahmen der NSA-Affäre geriet das Unternehmen in Verdacht, Daten deutscher Nutzer an US-Geheimdienste weitergegeben zu haben, dementierte die Vorwürfe jedoch.

Platz 7: Enbridge kauft Spectra Energy
6 von 12

Der kanadische Konzern Enbridge ist der größte Pipelinebetreiber der Welt. Im September kündete das Unternehmen an, den US-Rivalen Spectra Energy übernehmen zu wollen. Die Finanzplattform Dealogic misst dem Deal einen Wert von 38,5 Milliarden Euro zu.

Platz 6: Chemchina kauft Syngenta
7 von 12

Chinesische Staatskonzerne gerieten 2016 in einen regelrechten Kaufrausch, auch in Deutschland gingen die Asiaten auf Shoppingtour. Mit dem ersten Megadeal des Jahres fuhr Chemchina allerdings gleich mal einem deutschen Industriegiganten in die Parade: Anfang Februar kündigte die China National Chemical Corporation die Übernahme des Agrochemiekonzerns Syngenta an – und schnappte die Schweizer damit BASF unter der Nase weg. Dealogic bewertet den Deal mit 43 Milliarden Euro.

Die Übernahmepläne des deutschen Aspirin-Konzerns dürften die amerikanischen Wettbewerbshüter auch deshalb genau unter die Lupe nehmen, da in der Agrarchemiebranche gleich mehrere Milliardenzusammenschlüssen anstehen. So wollen Dow Chemical und DuPont ihre Agrarsparten zu einem neuen Unternehmen verschmelzen. Doch genau diese Allianz der Rivalen führt Bayer als Argument für eine Genehmigung ins Feld: Nur gemeinsam mit Monsanto könne man der Konkurrenz auch weiter Paroli bieten. Außerdem argumentieren die Rheinländer, die Kombination des Saatgut- und Pflanzenschutzmittelangeboten fördere Innovation.

Kritiker halten dem entgegen, dass gerade die Marktdominanz Forschungs- und Entwicklung behindere. Vor allem in den USA könnte Bayer nach Einschätzung von Experten außerdem mit kartellrechtlichen Bedenken konfrontiert werden wegen Überlappungen im Saatgutgeschäft - insbesondere bei Baumwolle, Sojabohnen und Raps. Als unüberwindbar gelten diese Hürden aber nicht, weil Bayer schlimmstenfalls zum Verkauf dieses Geschäftsbereiche aufgefordert werden könnte.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Monsanto-Deal - Bayer-Chef Baumann wirbt bei Trump für Fusion

1 Kommentar zu "Monsanto-Deal: Bayer-Chef Baumann wirbt bei Trump für Fusion"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Trump wird all das unterstützen, was Arbeitsplätze in den USA hält bzw. neu schafft. Somit dürfte Trump und die US Behörden den Zusammenschluss mit "Arbeitsplatzschaffungsauflagen in den USA" zustimmen. Wie weit diese Zustimmung dann mit den Arbeitsplatzabbau in Deutschland zusammenhängen wird...wird man in der Zukunft beobachten können. Die Verlagerung der Arbeitsplätze aus EU-Deutschland heraus in die USA wird unter der Trump Regierung zunehmen. Die Grün-Sozialistische EU-Deutschland Politik unter Merkel macht es aber auch den EU-Deutschen Weltkonzernen leicht ihre Zelte in EU-Deutschland abzubauen und mit den neuen Wirtschaftsschwung von Trump in und mit den USA durchzustarten.  ! Beitrag von der Redaktion editiert! Bleiben Sie sachlich!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%