Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Monsanto-PR Bayer stoppt Kampagne zu Roundup

Bayers Cheflobbyist gesteht in einer Pressekonferenz Fehler von Monsanto ein und will durchgreifen. Eine umstrittene PR-Kampagne hat er bereits gestoppt.
Kommentieren
Bayers neuer Cheflobbyist verspricht ein Wertekorsett für die Zukunft. Quelle: Anadolu Agency/Getty Images
Matthias Berninger

Bayers neuer Cheflobbyist verspricht ein Wertekorsett für die Zukunft.

(Foto: Anadolu Agency/Getty Images)

Düsseldorf Matthias Berninger, Bayers neuer Cheflobbyist, ist erst seit Jahresanfang bei dem Leverkusener Konzern. Doch die wenigen Monate reichen ihm für eine kritische Abrechnung mit der bisherigen Öffentlichkeitsarbeit von Monsanto. „Was ich jetzt schon sagen kann: Es gibt eine Reihe von Beispielen, wo man nicht mit dem Ball gespielt hat, sondern auf den Mann gegangen ist oder die Frau.“

Unter seiner Führung werde die „Art und Weise, wie wir mit Stakeholdern umgehen, von einem klaren Wertekorsett geprägt sein und sich klar von dem unterscheiden, was wir in der Vergangenheit von Monsanto erlebt haben“.

Auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz nahm der Cheflobbyist Stellung zu den Vorwürfen gegen den Pharmakonzern: Die US-Tochter Monsanto soll in Frankreich und wohl auch in anderen europäischen Ländern Listen mit persönlichen Informationen über Gegner geführt haben.

Nicht erst bei der Aufklärung dieses Vorfalls greift der neue Chef der Bayer-Abteilung Public Affairs und Nachhaltigkeit durch. Wie Berninger dem Handelsblatt bestätigte, hat er eine umstrittene PR-Kampagne von Monsanto umgehend stoppen lassen – und zwar noch im Prozess seines Onboardings, also in der Vorbereitung auf den neuen Job bei Bayer.

Schwere Vorwürfe

Es handelt sich um die Kampagne „Freedom to Farm“, die von der irischen PR-Agentur Red Flag im Jahr 2015 initiiert wurde und die bis ins Jahr 2018 andauerte. Auftraggeber waren Monsanto und mehrere andere Hersteller von Glyphosat. Mit der Kampagne sollte europaweit für die Unbedenklichkeit des Unkrautvernichters geworben werden, der damals eine neue Zulassung in der EU benötigte.

Gegen Red Flag und Monsanto wurden 2018 schwere Vorwürfe erhoben: Der Spezialist für politische PR hat in sozialen Netzwerken und bei öffentlichen Aktionen mit Landwirten aus ganz Europa geworben, die sich positiv über Glyphosat äußerten.

Sie sollten eine Gegenbewegung zu den Kritikern des Pflanzenschutzmittels bilden. Angeblich waren aber mehrere diese Bauern-Identitäten gefälscht. Zudem sollen Landwirte für positive Statements bezahlt worden sein. Red Flag habe ein Budget von 200.000 Euro für die Kampagne bekommen, hieß es.

Bayer liegen nach eigenen Angaben keine Informationen vor, dass es solche Fake-Identitäten gegeben habe. Berninger sagte, dass er sich aus einer Reihe von Gründen für einen sofortigen Stopp der Monsanto-PR-Aktion entschieden habe. „Die Kampagne wurde von dem akquirierten Unternehmen in einem so großen Umfang gesteuert, dass man nicht von einer Bewegung sprechen kann.“ Die Red-Flag-Kampagne sei ein Paradebeispiel dafür, wie man eine Bewegung demoliere und Schwierigkeiten erzeuge, in der öffentlichen Diskussion mit Fakten durchzudringen.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Monsanto-PR - Bayer stoppt Kampagne zu Roundup

0 Kommentare zu "Monsanto-PR: Bayer stoppt Kampagne zu Roundup"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.