Moovel Daimler plant das „Betriebssystem der Mobilität“

Die digitalen Angebote lokaler Verkehrsbetriebe sind oft wenig funktional. Darum will Daimler die Technologie der Mobilitätsmarke Moovel nun auch Verkehrsbetrieben anbieten – und damit die Zahl der Kunden steigern.
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Die Daimler-Tochter Moovel will ihre Technologie deutschlandweit an Verkehrsbetriebe verkaufen. Quelle: dpa
Moovel-App für alles

Die Daimler-Tochter Moovel will ihre Technologie deutschlandweit an Verkehrsbetriebe verkaufen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfKundenbewertungen im Internet können mitunter grausam sein. Doch die App des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) trifft es besonders hart. „Es fehlt einfach an allem, um eine gute Übersicht über verschiedene Verbindungsmöglichkeiten zu bekommen“, schimpft ein Nutzer: „Meiner Meinung nach einer Stadt wie Karlsruhe nicht würdig!“. Insgesamt kommt die App bei iTunes auf gerade einmal 1,5 von 5 Sternen – ein vernichtendes Urteil.

Es ist nicht so, als wäre Karlsruhe mit diesem Problem alleine. Oft hinken die Apps der öffentlichen Verkehrsbetriebe im Vergleich mit internationalen Mobilitätsdiensten wie Uber oder Lyft technisch hinterher. Die Entwicklung digitaler Angebote verschlingt bei den Unternehmen viel Geld – zusätzlich müssen die Dienste permanent auf dem neusten Stand gehalten werden. Auch deswegen gleichen die digitalen Angebote für den öffentlichen Personennahverkehr in Deutschland einem Flickenteppich.  

In Karlsruhe geht man nun neue Wege. Die Daimler-Tochter Moovel hat für die Karlsruher die neue App „KVV.mobil“ an Start gebracht, die auf der Technologie der Schwaben aufsetzt, sich optisch aber am Design der Verkehrsbetriebe orientiert.

Wie sich die Autoriesen elektrisieren
Unter Strom
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Die Zukunft fährt elektrisch. In einer Studie hat das Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch-Gladbach die elektrischen Strategien untersucht. Insbesondere die deutschen Hersteller müssen nun die Aufholjagd starten, sagen die Wissenschaftler. Was die Konzerne planen – und wie viel elektrische Autos sie in Deutschland verkaufen.

GM (Opel) – Die Rückkehr des Ampera
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Noch im Jahr 2012 wurde der Ampera zu Europas Auto des Jahres gekürt. Wirklich erfolgreich wurde der Plug-in-Hybrid aber nie. Im ersten Halbjahr 2016 verkaufte Opel kein einziges elektrisches oder halbelektrisches Auto. Das soll sich bald ändern. In Paris zeigen die Rüsselsheimer den Ampera-E: ein reines Elektroauto mit 400 Kilometern Reichweite, das mit dem Vorgänger nur den Namen gemein hat.

Ford – Noch einmal mit Gefühl
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Nur zwei Mal wurde der Ford Focus Electric im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. Ford hat bei der Elektromobilität bislang wenig zu bieten. Darum sollen nun 4,5 Milliarden Dollar in die Entwicklung der Elektromobilität investiert werden. Bis 2020 sollen 40 Prozent aller Ford-Modelle elektrifiziert werden.

Toyota – der skeptische Weltmarktriese
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Obwohl die Japaner massiv auf den Hybrid setzen, geht die Elektrifizierung bei Toyota noch nicht sonderlich weit. Gerade einmal 22 Exemplare des Prius Plug-in-Hybrid wurden im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. Und ein reines Elektroauto hat Toyota derzeit nicht mal im Angebot.

PSA (Peugeot und Citroen) – Franzosen mit Nachholbedarf
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Die Schwestermodelle Peugeot iOn und Citroen C-Zero kommen langsam in die Jahre. Mickrige 79 Exemplare wurden im ersten Halbjahr in Deutschland zugelassen. Gemeinsam mit Dongfeng haben die Franzosen darum eine Elektro-Plattform entwickelt, auf der bis 2021 sieben reine Elektroautos entstehen sollen. Insgesamt will PSA bis dahin elf elektrische Modelle anbieten.

Hyundai-Kia – Elektrooffensive aus Korea
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Die koreanischen Schwesterkonzerne wollen bei der elektrischen Mobilität vornewegfahren. Die 302 verkauften Elektroautos im ersten Halbjahr gehen vor allem auf das Konto des Kia Soul EV. Mit dem neuen Ioniq will Hyundai als erster Hersteller ein Modell anbieten, das als Hybrid, Plug-in-Hybrid und als reines Elektroauto erhältlich sein soll.

Geely (Volvo) – Schwedischer Herzschlag
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Wer große SUV wie den Volvo XC90 baut, der braucht elektrische Hilfe – schon alleine um die strengen Abgaswerte einzuhalten. Rund 468 Plug-in-Hybride haben die Schweden mit der chinesischen Mutter im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. 2019 soll das erste Elektroauto mit einer Reichweite von 500 Kilometern vorgestellt werden.

Über die App können KVV-Kunden nun die beste Verbindung suchen und direkt über das Smartphone bezahlen. In Echtzeit werden Nutzer über Verspätungen und Fahrplanänderungen informiert. Und auch Alternativen zum ÖPNV werden angeboten. Ist die Fahrt mit einem Leihfahrrad des örtlichen Bikesharing-Anbieters Fächerrad günstiger und schneller, finden Nutzer über die App ein Fahrrad in der Nähe und können es gleich buchen. Multimodal soll die App sein – und alle Mobilitätsdienste der Stadt unter einem Dach vereinen.

Dieses Geschäftsmodell verfolgt Moovel schon länger. Doch mittlerweile ist die Daimler-Tochter auch bereit, die eigene Marke in den Hintergrund zu rücken. Moovel soll stattdessen zum technologischen Standard werden, mit dem Städte ihre lokalen Angebote bündeln können – eine Art „Betriebssystem der Mobilität“, betont Moovel-Chef Jörg Lamparter. „Das ist der erste Schritt unserer Neuausrichtung.“

Die App ist ein Beispiel dafür, wie Daimler sich den Wandel vom Autobauer zum Mobilitätsdienstleister vorstellt. Im Zentrum der KVV-App stehen zum Start keine automobilen Angebote wie Taxis oder Carsharing, sondern Bus, Bahn und Fahrrad. Perspektivisch sei aber denkbar, weitere Angebote zu integrieren. „Wir sind dabei nicht auf die reinen Daimler-Angebote festgelegt“, sagt Lamparter. Die Stationen des lokalen Carsharing-Anbieters Stadtmobil sollen in den kommenden Wochen integriert werden.

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