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Motorradhersteller Harley-Davidson verlagert US-Produktion wegen EU-Strafzöllen

Kaum ein Produkt steht für die USA wie eine Harley. Doch der Konzern will jetzt mehr im Ausland fertigen – wegen des Zollstreits.
Update: 25.06.2018 - 14:03 Uhr Kommentieren

„Gebühren sind nur eine Ausrede“ – so wettert Trump gegen Harley-Davidson

Düsseldorf Harley-Davidson will offenbar Teile seiner Motorradproduktion aus den USA verlagern. Das teilte das Unternehmen am Montag in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit. Das Unternehmen will damit die Strafzölle, die die Europäische Union (EU) seit der vergangenen Woche auf verschiedene US-Produkte erhebt, abfedern.

Die Zölle verteuerten jedes Motorrad durchschnittlich um 2200 Dollar, umgerechnet etwa 1890 Euro. Diesen Aufpreis wolle Harley-Davidson nicht an die europäischen Kunden weitergeben. Das Unternehmen rechnet daher mit einer zusätzlichen Belastung von 90 bis 100 Millionen Dollar jährlich, die Dauer für die Verlagerung der Produktion schätzt das Unternehmen auf 9 bis 18 Monate. Europa sei ein „kritischer“ Markt für Harley, nach den USA erziele man dort den höchsten Umsatz.

Mehr Harleys aus Brasilien, Thailand und Indien

Harley-Davidson besitzt außerhalb der USA Werke in Brasilien, Thailand und Indien. Man werde nun kräftig investieren, um die Produktion dort auszuweiten. Dies könne in neun bis 18 Monaten abgeschlossen sein.

Die von der EU angekündigten Vergeltungszölle sind am Freitag in Kraft getreten. Betroffen sind Produkte im Wert von 3,4 Milliarden Dollar (2,9 Milliarden Euro), unter anderem Whiskey, Motorräder, Erdnüsse und Cranberrys.

Die Zölle auf weltbekannte Marken wie Bourbon und Harley-Davidson hätten das Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen, um die US-Regierung unter Druck zu setzen, hatte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström erklärt. Die EU reagierte damit auf US-Zölle auf Stahl und Aluminium.

Zugleich besteht die Gefahr, dass der Handelskonflikt der USA mit China eskaliert. US-Präsident Donald Trump hat Zölle von 25 Prozent auf 1100 chinesische Produkte im Wert von zusammen 50 Milliarden Dollar verhängt, die ab 6. Juli gelten sollen. Als China eine entsprechende Reaktion ankündigte, drohte Trump mit weiteren Zöllen auf Waren im Wert von bis zu 400 Milliarden Dollar.

Mit Material von AP.

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