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mRNA-Technologie Verzögerung bei Impfstoff-Studien lässt die Curevac-Aktie weiter fallen

Die Bundesregierung plant nicht mehr mit dem Impfstoff des Tübinger Unternehmens, solange keine Zulassung erfolgt ist. Die Aktie fällt auf Fünf-Wochen-Tief.
11.06.2021 - 13:29 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen hatte ursprünglich mit einem Zulassungsantrag für seinen Impfstoff noch im zweiten Quartal gerechnet. Quelle: Reuters
Curevac-Impfstoff in der klinischen Studie

Das Unternehmen hatte ursprünglich mit einem Zulassungsantrag für seinen Impfstoff noch im zweiten Quartal gerechnet.

(Foto: Reuters)

Frankfurt, Berlin Die Aktie des Tübinger Biotechunternehmens Curevac leidet weiter unter der Verzögerung bei den Zulassungsstudien für den eigenen Covid-19-Impfstoff. Am Freitag fielen die Titel um bis zu 13,7 Prozent auf ein Fünf-Wochen-Tief von 74,70 Euro. Am frühen Nachmittag lag der Kurs noch etwa 8,5 Prozent im Minus bei rund 80 Euro.

Wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums erklärte, wird der Impfstoff erst wieder in die Planung für die Impfkampagne aufgenommen, wenn eine Zulassung erfolgt ist. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Anfang der Woche im Kreise der Gesundheitsminister von Bund und Ländern gesagt, die europäische Arzneimittelbehörde Ema rechne bei dem Curevac-Impfstoff nicht mit einer Zulassung vor August. Seit Dienstag haben die Aktien von Curevac mehr als 20 Prozent verloren.

Aus der Bundesregierung ist zu hören, dass man bereits seit Monaten davon ausgeht, dass der Curevac-Impfstoff keine Rolle mehr für die aktuelle Kampagne spielen wird. Die Liefermengen würden keinen Unterschied mehr machen – ab Sommer stehe bereits genügend Vakzin der anderen Hersteller bereit. Als Grund wird auch die Staatsbeteiligung genannt, die dafür gesorgt habe, dass sich Curevac zu spät einen Studienpartner suchte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte das Unternehmen zuvor in Schutz genommen. Sie glaube nicht, dass der Staat dabei jetzt helfen könne, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Dass die Entwicklung nun länger als geplant dauere, zeige, wie kompliziert die Entwicklung der Corona-Impfstoffe sei.

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    „Wir können gar nicht oft genug dankbar dafür sein, dass es innerhalb von zwölf Monaten gelungen ist, mehrere Impfstoffe zu entwickeln“, sagte sie mit Blick auf einige andere Hersteller. Deshalb wolle sie kein Unternehmen kritisieren, bei dem es etwas länger dauere.

    Curevac erwartet Zwischenupdate für Covid-19-Impfstoff noch im Juni

    Curevac hatte ursprünglich mit einem Zulassungsantrag für seinen Impfstoff noch im zweiten Quartal gerechnet. Aber noch fehlen wichtige Wirksamkeitsergebnisse seiner Studie, für die eine bestimmte Zahl an Corona-Infektionen bei den Teilnehmern erreicht werden muss. Gemäß Studienprotokoll ist eine finale Wirksamkeitsanalyse der Phase-2b/3-Studie bei 160 bestätigten Covid-19-Fällen vorgesehen.

    Die erste Zwischenanalyse wurde beim Stand von 59 Infektionen in der Studie durchgeführt. Die Daten dieser 59 geprüften Fälle wurden vom unabhängigen Data Safety Monitoring Board (DSMB) begutachtet, das Ende Mai zu dem Schluss kam, dass die Studie voranschreitet und weiterhin fortgesetzt wird.

    Für die zweite Stufe sind mindestens 111 Fälle vorgesehen. Curevac erwarte ein Update dazu im Laufe des Junis, so das Unternehmen. Das DSMB werde zeitnah die neuen Daten begutachten und Curevac über seine Einschätzung informieren. Sobald Curevac die Ergebnisse vorliegen, will das Unternehmen diese der Öffentlichkeit vorstellen und auch der Ema zur Verfügung stellen.

    Der Impfstoff von Curevac ist wie der von Biontech und Moderna gegen das ursprüngliche in Wuhan aufgetretene Sars-CoV-2-Virus entwickelt worden. Mittlerweile sind aber andere Virusvarianten verbreitet, gegen die die Impfstoffe weniger gut wirken.

    Grafik

    Curevac lässt sämtliche Corona-Fälle, die in der Studie auftreten, genetisch sequenzieren. Das heißt, es wird für jede Infektion die genaue Virusvariante bestimmt. Diese Daten sollen helfen, ein Bild zu bekommen, wie wirksam der Curevac-Impfstoff gegen die Varianten ist. Die Sequenzierung wird aus Gründen der Qualitätssicherung zentralisiert umgesetzt, was einen zusätzlichen Zeitaufwand nach sich gezogen hat.

    Die Europäische Union hatte sich von dem Curevac-Impfstoff bis zu 405 Millionen Dosen gesichert. Die Zulassung durch die Ema vorausgesetzt, hatte das Gesundheitsministerium noch im März mit insgesamt 24,5 Millionen Dosen von Curevac gerechnet. Mittlerweile wird der Hersteller nicht mehr in den auf der Homepage veröffentlichten Lieferprognosen für das laufende Jahr aufgeführt.

    Im vergangenen Jahr hatte sich der Bund über die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 300 Millionen Euro an Curevac beteiligt, um die Entwicklung des Impfstoffs zu beschleunigen.
    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Milliardengeschäft Impfung: Wie Anleger davon profitieren können.

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