Ukraine: Rheinmetall stellt 600.000 Schuss Artillerie-Munition in Aussicht
Der EU-Kommissar besuchte am Donnerstag das Werk des Rüstungskonzerns in Unterlüß.
Foto: RheinmetallBerlin, Brüssel, Düsseldorf. Der Rüstungskonzern Rheinmetall will der Ukraine in erheblichem Umfang Artillerie-Munition zur Verfügung stellen. „Wir können bis zu 600.000 Schuss pro Jahr liefern“, sagte Vorstandschef Armin Papperger nach einem Besuch von EU-Industriekommissar Thierry Breton dem Handelsblatt. Breton war kurzfristig am Donnerstag zu einem Besuch im Rheinmetall-Werk im niedersächsischen Unterlüß angereist, um über eine weitere Unterstützung der Ukraine zu sprechen.
Die EU hat der Ukraine die Lieferung von jährlich einer Million Artillerie-Granaten zugesagt, um das Land bei der Verteidigung gegen die russischen Angreifer zu unterstützen. Dieses Ziel müsse schnell erreicht werden, bekräftigte Breton in einer am Donnerstag veröffentlichten Videonachricht. Wegen der intensiven Kämpfe droht der Ukraine die Munition auszugehen.
Derzeit sind die Hilfsmöglichkeiten der westlichen Partnerländer beschränkt, da sie ihre verfügbaren Bestände weitgehend an Kiew abgegeben haben. Breton soll im Auftrag der EU-Kommission die Optionen suchen, um diese Lücke zu schließen.
Der Nachschub gestaltet sich schwierig, da die westlichen Rüstungsfirmen nach dem Ende des Kalten Krieges ihre Produktionskapazitäten reduziert haben. Um diese nun wieder aufzuforsten, stellt die EU-Kommission 500 Millionen Euro zur Verfügung. Der gleiche Betrag soll von den EU-Staaten kommen, sodass insgesamt eine Milliarde Euro an Subventionen zur Verfügung steht.