Mytaxi und Hailo Daimler bastelt weiter an seinem Mobilitätsangebot

Daimler will nicht nur Autos verkaufen, sondern Mobilitätslösungen anbieten. Die Stuttgarter führen nun ihre Taxi-Tochter Mytaxi mit der britischen Taxi-App Hailo zusammen. Daraus wird Europas größtes Taxi-Netzwerk.
Update: 26.07.2016 - 09:47 Uhr
Daimler fusioniert MyTaxi mit der britischen Konkurrentin Hailo. Quelle: dpa
MyTaxi

Daimler fusioniert MyTaxi mit der britischen Konkurrentin Hailo.

(Foto: dpa)

Hamburg/Stuttgart/LondonDie Daimler-Tochter Mytaxi schließt sich mit dem Londoner Taxi-App-Anbieter Hailo zusammen. Das teilten die beiden Firmen am Dienstag in London und Hamburg mit. Das fusionierte Unternehmen wird unter der Marke „mytaxi“ operieren. Das Hauptquartier wird in Hamburg sein, wo Mytaxi sitzt. Chef des neuen Unternehmens wird der bisherige Hailo-CEO Andrew Pinnington.

Niclaus Mewes, der Gründer von Mytaxi, wird künftig im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzen. Außerdem wird Mewes Geschäftsführer der Daimler Mobility Services GmbH. „Er wird eine zentrale Rolle bei der Integration und der strategischen Entwicklung des neuen Mytaxi-Unternehmens spielen“, heißt es in der Erklärung.

Klaus Entenmann, Vorstand der Daimler Financial Services AG, betonte, das aktuelle Investment werde zusätzlich zu den 500 Millionen Euro in die Hand genommen, die Daimler in den vergangenen Jahren bereits in den Aufbau von Mobilitätsplattformen gesteckt habe.

Die profitabelsten Autobauer im ersten Halbjahr
Platz 6: Volkswagen
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Absolute Umsatz- und Absatzzahlen sind eine Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit eines Autobauers zu bewerten. Da steht der Volkswagen-Konzern bestens da, etwa mit einem geschätzten Absatz von 5,04 Millionen Fahrzeugen im ersten Halbjahr. Auf diese Zahl kommt zumindest das Center of Automotive Management (CAM) der Hochschule Bergisch-Gladbach. Die andere Möglichkeit ist die finanzielle Performance, sprich welcher operative Gewinn aus dem Umsatz erzielt wird. Und da schneiden die Wolfsburger mit einer EBIT-Marge von 4,8 Prozent nur unterdurchschnittlich ab. War der Konzern im ersten Halbjahr 2015 mit einer Rendite von 6,3 Prozent bereits einer der Low Performer unter den größten Autobauern der Welt, wurde der Abstand wegen der Rückstellungen im Abgasskandal nochmals größer.

Platz 5: Hyundai
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Nach Jahren des extremen Wachstums setzt bei Hyundai-Kia eine Phase der Konsolidierung ein. Mit 3,85 Millionen Fahrzeugen zwischen Januar und Juni bleiben die Koreaner rund zwei Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Auch bei der operativen Rendite ging es um 0,2 Prozentpunkte auf geschätzte 6,5 Prozent nach unten. Wie man den leichten Abwärtstrend stoppen will, dürfte dem ein oder anderen Manager in Korea noch Kopfschmerzen bereiten.

Platz 4: Daimler
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Im vergangenen Jahr war Daimler mit einer EBIT-Marge von 9,2 Prozent einer der profitabelsten Autobauer. Auch dieses Jahr läuft es für die Stuttgarter gut, alleine im zweiten Quartal verdiente Daimler rund vier Milliarden Euro. Auf der anderen Seite belasten hohe Kosten für die Markteinführung der neuen E-Klasse (im Bild), die Milliarden-Strafe wegen des Lkw-Kartells und das anhaltend schwache Nutzfahrzeug-Geschäft in Südamerika den Konzern. Im ersten Halbjahr sank die operative Rendite deshalb auf 7,3 Prozent. Für das zweite Halbjahr ist Besserung in Sicht: Einmaleffekte wie die Lkw-Strafe sind dann verbucht und der Umsatzbringer E-Klasse ist auf dem Markt. Und nicht zuletzt gehen die CAM-Experten davon aus, dass Daimler (mit Mercedes-Benz Cars und der Van-Sparte) mit 1,22 Millionen Fahrzeugen Dauer-Konkurrent BMW beim Absatz überholt hat.

Platz 3: General Motors
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Mit zuletzt 4,77 Millionen Fahrzeugen in sechs Monaten hat General Motors leicht den Anschluss an Toyota und VW verloren, die in der CAM-Statistik bei rund fünf Millionen Fahrzeugen liegen. Dennoch müssen die Manager in Detroit nicht die Köpfe hängen lassen, denn die Opel-Mutter verdient jetzt besser: Lag man bei der EBIT-Marge im ersten Halbjahr 2015 noch mit 6,7 Prozent auf dem Niveau von Hyundai und VW, bleiben jetzt 8,3 Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn im Unternehmen hängen.

Platz 2: Toyota
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Beim Absatz liegen laut den vom CAM geschätzten Werten gerade einmal 50.000 Autos zwischen VW und Toyota – 5,04 Millionen in Wolfsburg zu 4,99 Millionen in Toyota City. Bei der EBIT-Marge liegen jedoch Welten zwischen den beiden Branchengrößen: Wo VW nicht nur wegen des Abgasskandals deutlich einstellige Ergebnisse erzielt, kommt Toyota nach 9,9 Prozent im Vorjahreszeitraum jetzt auf 10,0 Prozent. Kernstück des Erfolgs ist die schlanke Produktion der Japaner: Um fünf Millionen Autos zu bauen benötigt Volkswagen rund 600.000 Mitarbeiter – Toyota nur 340.000.

Platz 1: BMW
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Noch profitabler als Toyota ist nur BMW. Das Konzern-EBIT liegt nach den Berechnungen des CAM bei 11,5 Prozent des Umsatzes. Das wären nochmals 0,2 Prozentpunkte mehr als im ersten Halbjahr 2015. "Insgesamt ist das 1. Halbjahr 2016 für die globalen Automobilhersteller aufgrund der wachsenden Kernmärkte China, USA und Europa bislang zwar gut verlaufen", sagt Studienleiter Stefan Bratzel. "In der zweiten Jahreshälfte mehren sich jedoch die Anzeichen für ein sich abschwächendes Wachstums."

Bei der Fusion der beiden Unternehmen fließt kein Bargeld. Der Deal wird alleine durch den Austausch von Firmenanteilen finanziert. Zu den Details des Vertrags machten die Unternehmen keine Angaben. Hailo ist bislang in Großbritannien, Irland und Spanien aktiv. Mytaxi operiert in Deutschland, Österreich, Italien, Polen, Portugal, Spanien und Schweden. Das neue Unternehmen verfüge damit über rund 100.000 Taxi-Fahrer als Vertragspartner und sei in über 50 Städten in neun Ländern aktiv.

Hailo wurde 2011 gegründet und von prominenten Investoren wie dem Virgin-Gründer Sir Richard Branson mit insgesamt über 100 Millionen Dollar finanziert. In Finanzierungsrunden 2013 und 2014 steckten asiatische Investoren 50 Millionen Dollar in das Londoner Unternehmen. Hailo hatte 2014 noch einen Verlust von 21,7 Millionen Pfund (25,8 Mio. EUR) erwirtschaftet. Zahlen für 2015 liegen noch nicht vor.

Hailo war auch eine zeitlang in den USA aktiv, konnte aber im Wettbewerb mit Uber und Lyft nicht bestehen und zog sich 2014 zurück. Pinnington betonte in Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, in Europa sei Uber als Wettbewerber eigentlich nur im Großraum London relevant.

Die technische Infrastruktur der neuen Firma soll auf der Basis der bisherigen Mytaxi-Lösung betrieben und weiterentwickelt werden. Die Absichtserklärung, Mytaxi und Hailo zusammenzuführen muss nach Angaben der Unternehmen von den europäischen Regulierungsbehörden genehmigt werden. Eine Entscheidung werde in den kommenden Wochen erwartet.

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  • dpa
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