Nach Bayer-Monsanto-Fusion Diese 4 Unternehmen haben künftig die Macht auf dem Acker

Vier Konzerne dominieren künftig das Geschäft mit Saatgut und Pflanzenschutzmitteln – allen voran Bayer-Monsanto. Doch auch die Konkurrenz ist stark.
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Die Agrochemie-Branche wird künftig von vier Konzernen dominiert. Quelle: Getty Images/Tetra images RF
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Die Agrochemie-Branche wird künftig von vier Konzernen dominiert.

(Foto: Getty Images/Tetra images RF)

DüsseldorfDie Fusion von Bayer und Monsanto ist der Höhepunkt einer beispiellosen Konsolidierungswelle in der Agrochemiebranche. Die großen Anbieter kauften zu und vereinnahmten immer mehr Geschäft auf sich.

Das hat Gründe: Die Branche ist stark reguliert, es dauert Jahre und kostet Milliarden, bis neue Produkte auf dem Markt zugelassen werden. Das Geld dafür können kleinere Anbieter immer schwerer aufbringen.

In den Jahren 2015 und 2016 hat die Agrarchemie ihre finale Konsolidierungsrunde eingeläutet – weitere Großfusionen dürften danach kaum noch möglich sein. Die jüngsten Fusionen wurden nur unter großen Bedenken der Wettbewerbsbehörden zugelassen.

Denn bald dominieren vier große Anbieter mehr als 70 Prozent des gesamten Marktes. Sie treten mit dem gleichen Geschäftsmodell an: der Verbindung von Saatgut und Pflanzenschutz zu einem Komplettangebot.

Mit Hilfe von Gentechnik und Biologischer Züchtung soll widerstandsfähiges Saatgut geschaffen werden, das zudem auch besser auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln abgestimmt ist. Ein Überblick über die vier größten Player.

4. Die neu formierten Deutschen – BASF

BASF ist der große Profiteur des Monsanto-Kartellprozesses. Sämtliche Geschäfte, die Bayer auf Verlangen der Wettbewerbshüter abgeben muss, gehen an den Ludwigshafener Konzern. Und das sind mehr als erwartet wurde: Ursprünglich ging Bayer von Verkäufen im Volumen von 1,3 Milliarden Euro Umsatz aus. Jetzt sind es 2,1 Milliarden Euro Umsatz geworden, für den BASF einen Preis von mehr als sieben Milliarden Euro bezahlt.

Die Kartellhüter machen den Konzern damit zu einem starken Wettbewerber in der Agrochemie. Denn bisher hat BASF kein Saatgut im Portfolio, sondern nur Pflanzenschutzmittel. Mit dem Zukauf der gesamten Bayer-Pflanzenschutzgeschäftes ändert sich das. BASF kommt in der Agrochemie nach Zahlen von 2017 auf einen Umsatz von 7,7 Milliarden Euro.

3. Der undurchsichtige Verfolger – Syngenta

Die Schweizer Syngenta rangiert künftig mit einem Umsatz von umgerechnet elf Milliarden Euro an Nummer drei des Branchenrankings. Syngenta ist im vergangenen Jahr für 43 Milliarden Dollar von dem chinesischen Staatsunternehmen Chemchina übernommen worden. Weil die Schweizer nicht mehr an der Börse notiert sind, werden sie aufgrund der geringeren Transparenz für den Wettbewerb nicht mehr so klar zu analysieren sein.

Die Chinesen wollen, mit Hilfe von Syngenta die heimische Landwirtschaft modernisieren. Gerne würden sich die Schweizer mit weiteren Saatgutgeschäften verstärken, denn deren Anteil am Gesamtumsatz liegt anders als bei Bayer und Corteva bei deutlich weniger als 50 Prozent.

2. Der amerikanische Kraftprotz – Corteva Agriscience

Hinter dem neuen Namen Corteva stehen die Agrochemiegeschäfte von Dow Chemical und Dupont. Die beiden amerikanischen Chemiekonzerne haben im vergangenen Jahr fusioniert und werden sich 2019 wieder in drei verschiedene Konzerne aufspalten. Einer davon wird der fokussierte Agraranbieter Corteva sein.

Mit einem Umsatz von umgerechnet 13 Milliarden Euro ist Corteva die neue Nummer zwei in der Branche. Die Amerikaner dürften die stärksten Konkurrenten für Bayer sein: Ähnlich wie bei Bayer sind ihre Hauptmärkte Nord- und Südamerika. Zudem vereinen sie ebenfalls ein veritables Saatgutgeschäft mit starken Pflanzenschutzmitteln.

1. Der unangefochtene Marktführer – Bayer

Der Leverkusener Konzern steigt mit dem Kauf von Monsanto zum unangefochtenen Marktführer in der Agrochemie auf. Bayers Division Crop Science kommt nach Zahlen von 2017 auf einen Umsatz von rund 21 Milliarden Euro. Der Konzern hat künftig das weltweit größte Angebot an Saatgut und das größte Volumen an Pflanzenschutzmitteln im Angebot. Die Division wird ihren Hauptsitz weiterhin in Monheim bei Leverkusen haben, allerdings werden große Teile des Geschäfts und der Forschung künftig von den USA aus geführt.

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