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Nach dem Dieselskandal VW trotzt der US-Absatzkrise

Nach Rekordjahren leidet der US-Automarkt unter rückläufigen Verkaufszahlen. VW hingegen kann trotz des Abgasskandals punkten – dank neuer Modelle.
Update: 01.03.2018 - 19:55 Uhr Kommentieren
VW: Volkswagen trotzt der US-Absatzkrise Quelle: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen
SUV

Die SUV-Modelle sind in den USA gefragt.

(Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen)

Herndon/DetroitDer US-Automarkt kommt zunehmend unter Druck. Die Autoriesen des Landes mussten im Februar teils empfindliche Absatzrückgänge hinnehmen. Besonders auf den Magen schlagen dürfte ihnen das Minus bei einigen teuren Pickups, von denen dieses Jahr neue Modelle anstehen.

Ford, General Motors (GM) und Fiat Chrysler verkauften jeweils weniger Autos, wie die Konzerne am Donnerstag in Detroit mitteilten. Volkswagen hingegen kann immer mehr mit seiner SUV-Strategie punkten und damit die wegbrechenden Verkäufe bei kleineren Autos mehr als wettmachen

Nach vielen Rekordjahren in Folge ging dem US-Automarkt bei Pkw, SUVs und Pickups bereits im vergangenen Jahr etwas die Puste aus. Die Verkäufe gingen zum ersten Mal seit 2009 wieder zurück, von 17,5 Millionen auf 17,1 Millionen Fahrzeuge.

Auch dieses Jahr rechnen Experten mit weniger Absatz. Im Februar dürfte es Schätzungen zufolge insgesamt ein Minus von 4 Prozent auf rund 1,3 Millionen Wagen werden. Einige Autobauer mussten ihre Zahlen zwar noch vorlegen, doch für Experten sah es nach dem schwächsten Monat seit Hurrikan Harvey im vergangenen August aus.

Volkswagen konnte dank neuer SUV-Modelle aber auch im Februar weiter zulegen. Die Kernmarke des Konzerns verkaufte in den USA mit 26.660 Autos insgesamt 6 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahresmonat. Abseits des neuen Atlas-SUV mit fast 4.800 verkauften Autos und des neuen Tiguan mit knapp 7.500 Autos schnitt ansonsten aber fast jedes Modell teils deutlich schlechter ab als vor einem Jahr. Damals waren der neue Tiguan und der Atlas noch nicht verfügbar.

Insgesamt bleibt VW damit in der Spur, nach zwei Monaten steht im bisherigen Jahr ein Plus von 5,7 Prozent zu Buche. Auch Rivale Toyota konnte im Februar ein Plus von 4,5 Prozent einfahren, während die Japaner von Honda und Nissan schwächer abschnitten.

Die VW-Tochter Audi ist dank ihrer SUVs und frischer Versionen des A5 in den USA weiter im Vorwärtsgang. Die Ingolstädter verkauften im Februar 15.451 Autos und damit rund 12 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Unternehmen am US-Sitz in Herndon (Virginia) mitteilte. Die SUV-Modelle Q3 und Q5 sowie vorher nicht erhältliche Versionen des A5 sorgten für Schwung. Beim Q7 und den sonstigen Modellen aus der A-Serie gab es hingegen Rückgänge. Im bisherigen Jahresverlauf hat Audi insgesamt ein Plus von 11 Prozent aufzuweisen.

Der Sportwagenbauer Porsche hat im Februar kräftig zulegen können. Mit 4.382 Autos verkauften die Schwaben ein Fünftel mehr Fahrzeuge als ein Jahr zuvor, wie die VW-Tochter in Atlanta (Georgia) mitteilte. Der vor einem Jahr noch kaum erhältliche Panamera sowie der 911er verzeichneten deutlich mehr Nachfrage, während die US-Autokäufer bei den SUV-ähnlichen Cayenne und Macan nicht mehr so viel zugriffen. In den beiden bisherigen Monaten des Jahres hat Porsche insgesamt ein Absatzplus von 11,6 Prozent aufzuweisen.

Schmerzhaft dürften für die großen US-Autobauer vor allem Rückgänge bei den dicken Pickups sein, von denen sie in diesem Jahr neue Modelle auf den Markt werfen, so etwa bei Fiat Chryslers Marke Ram, dem Chevrolet Silverado (GM) oder dem GMC Sierra (ebenfalls GM).

Die Verkäufe des italienisch-amerikanischen Autobauers Fiat Chrysler gingen im Jahresvergleich insgesamt um 1,4 Prozent zurück. Experten hatten ein deutlich dickeres Minus erwartet. Das Wachstum bei der Geländewagenmarke Jeep dämpfte das schwächere Abschneiden von Chrysler, Dodge und Ram.

Bei US-Platzhirsch General Motors (GM) drückte die Traditionsmarke Chevrolet mit deutlichem Rückgang die Gesamtverkäufe 6,9 Prozent ins Minus. GM räumte nach eigenen Angaben weniger Rabatte ein als im Vorjahresmonat. Ford musste ebenfalls mit fast 7 Prozent ein dickes Minus verkraften. Bei der Hausmarke wie auch bei Lincoln setzte es empfindliche Rückgänge bei den Stadtgeländewagen (SUVs).

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  • dpa
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