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Nach dem Klimagipfel Deutsche Industrie befürchtet Nachteile

Die Welt hat sich auf einen Klimavertrag geeinigt. Deutsche Stahlkocher und Autohersteller drängen auf faire weltweite Wettbewerbsbedingungen. Auch China soll seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
14.12.2015 - 18:03 Uhr
Nach dem Pariser Klimagipfel warnen die deutschen Stahlkocher und die Automobilindustrie vor einer einseitigen Belastung europäischer Hersteller beim Thema Klimaschutz. Quelle: dpa
Arbeit am Hochofen

Nach dem Pariser Klimagipfel warnen die deutschen Stahlkocher und die Automobilindustrie vor einer einseitigen Belastung europäischer Hersteller beim Thema Klimaschutz.

(Foto: dpa)

Düsseldorf/Berlin Nach dem Pariser Klimagipfel warnen die deutschen Stahlkocher und die Automobilindustrie vor einer einseitigen Belastung europäischer Hersteller beim Thema Klimaschutz. „Von fairen weltweiten Wettbewerbsbedingungen für die Industrie auf dem Feld der Klimapolitik sind wir weit entfernt“, klagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Jürgen Kerkhoff, am Montag.

Kerkhoff bemängelte, die vom Pariser Gipfel fortgeschriebene Differenzierung nach Industrie- und Schwellenländer sei lange überholt. Es helfe weder dem Klimaschutz noch den weltweiten Wettbewerbsbedingungen, wenn die EU Klimaziele bis 2030 zusage, während China seine CO2-Emissionen in diesem Zeitraum weiter steigere und gleichzeitig mit seinen Überkapazitäten die Stahlmärkte weltweit unter Druck setze.

Auch der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, mahnte, es gelte nun in Europa die Balance zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Entwicklung zu wahren. „Nur wenn alle Staaten, allen voran die großen Emittenten in Asien oder die USA, ihre Anstrengungen verstärken, sind spürbare Fortschritte möglich.“ Europa dürfe sich hier nicht im Alleingang seine ohnehin besonders ambitionierten Ziele weiter verschärfen.

Worum beim Klimagipfel gefeilscht wird
Temperaturziele I
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Kleine Inselstaaten, die vom Anstieg des Meeresspiegels besonders bedroht sind, wünschen sich eine neue Grundverpflichtung. Nach ihren Vorstellungen soll die Erdtemperatur bis 2100 um nicht mehr als 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter steigen. Das wäre ein ehrgeiziges Ziel. Bei der Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 hatten die Teilnehmer noch „zur Kenntnis“ genommen, dass die Erdtemperatur um nicht mehr als 2 Grad steigen sollte.

(Foto: dpa)
Temperaturziele II
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Selbst wenn die Länder ihre Treibhausgasemissionen so stark reduzieren, wie vor der Konferenz in ihren nationalen Klimazielen angekündigt, würde die Erdtemperatur nach UN-Angaben um etwa 2,7 Grad steigen. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP geht sogar von einem Anstieg von drei bis 3,5 Grad Celsius aus. Die Erde hat sich seit 1850 bereits um 0,8 Grad erwärmt.

(Foto: dpa)
Lastenteilung
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Historisch haben vor allem die Industrieländer Emissionen in die Luft gepumpt. Doch längst spielen aufstrebende Schwellenländer wie Indien und China eine entscheidende Rolle, wenn man den Temperaturanstieg eindämmen will. Die pochen aber auf ihr Recht, wirtschaftlich zu den reichen Staaten aufzuholen. Einige Experten meinen: Wenn die Konferenz scheitert, dann an diesem Punkt.

(Foto: dpa)
Langfristziel
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Der Mensch muss weniger CO2 in die Atmosphäre pusten - soweit herrscht Einigkeit. Doch soll die Weltwirtschaft nun bis Ende des Jahrhunderts ohne CO2-Emissionen auskommen, wie zum Beispiel von den reichen G7-Ländern gefordert? Oder soll der Ausstoß einfach sobald wie möglich den Scheitelpunkt erreichen und dann sinken? Strittig ist zum Beispiel auch, ob das Auffangen und unterirdische Einlagern von CO2 eingerechnet werden darf.

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Verbindlichkeit
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Wie verpflichtend werden die Vereinbarungen von Paris? Der gärende Streit wurde Anfang November offenbar, als US-Außenminister John Kerry (Bild) in der „Financial Times“ sagte, die USA würden keine „rechtlich bindenden Klimaziele“ unterschreiben, wie es sie beim Kyoto-Protokoll von 1997 gab. Im Gastgeberland Frankreich sorgte das Interview prompt für Ärger, dort gilt die klare Linie: Das Abkommen muss verbindlich sein.

(Foto: ap)
Nachbessern
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Ihre nationalen Klimaziele legen die einzelnen Länder nach aktuellem Stand ohnehin selbst fest. In Paris geht es damit vor allem um eine Selbstverpflichtung der 195 Länder, regelmäßig und gründlich über ihre Emissionen zu berichten und ihre Klimaziele nach oben anzupassen. Die Lücke soll ein sogenannter Revisionsmechanismus füllen – eine Art regelmäßiges Nachsitzen für die Staaten, um langfristig doch auf das Zwei-Grad-Ziel zu kommen. Die Europäer wollen alle fünf Jahre Bilanz ziehen.

(Foto: dpa)
Finanzierung I
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Viele ärmere Staaten machen sich zwar für ehrgeizige Klimaziele stark, darunter auch das Schwellenland Indien (im Bild: Premierminister Narendra Modi). Die Staaten weisen aber darauf hin, dass sie finanzielle Unterstützung von den Industrieländern brauchen. Allein Indien schätzt seinen Bedarf bis 2030 auf knapp 2,5 Billionen Euro.

(Foto: dpa)

Das Institut der deutsche Wirtschaft (IW) in Köln plädierte für eine Ausweitung des Emissionshandels, um die Ziele des Klimagipfels zu erreichen. Klimaschutzpotenziale seien in Asien vielfach wesentlich kostengünstiger zu heben als hierzulande. „Solange die Emissionen in China und Indien weiter so stark steigen wie in den vergangenen Jahren, sind die Anstrengungen in anderen Erdteilen umsonst“, betonte das Institut.

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    Führende Unternehmen des deutschen Einzelhandels sagten unterdessen nach Angaben des Branchenverbandes HDE ihre Unterstützung für das Pariser Klimaschutzabkommen zu. Der Verband betonte, die Unternehmen wollten durch die verstärkte Nutzung regenerativer Energien zur eigenen Stromversorgung und den Austausch von klimaschädlichen Kältemitteln einen zusätzlichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten.

    • dpa
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