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Nach Drohungen Ein Tweet von Siemens-Chef Kaeser gegen die AfD brachte ihm heftige Kritik – und 3000 neue Follower

Schweigen ist für Joe Kaeser keine Lösung: Der Siemens-Chef bezieht klar Position gegen die AfD – und das, obwohl deswegen zuletzt sogar seine Familie bedroht wurde.
10 Kommentare
Siemens: Chef Joe Kaeser bezieht Stellung gegen die AfD Quelle: Reuters
Manager mit klarer Kante

Siemens-Chef Joe Kaeser positioniert sich öffentlich klar gegen die AfD.

(Foto: Reuters)

München Joe Kaeser hat am eigenen Leib erlebt, was ein Shitstorm ist. Nach einer klaren Aussage in Richtung AfD vor einigen Wochen bekam er zwar viel Zuspruch, bis hin zum Erzbischof von Canterbury. „Und es brachte zumindest 3000 neue Follower“,  scherzte der Siemens-Chef bei einer Veranstaltung des Clubs Wirtschaftspresse München. Doch er bekam auch die Abgründe der sozialen und weniger sozialen Medien zu spüren.

„Es wurde zum Teil richtig derb, richtig aggressiv, gewalttätig sowieso.“ Dabei sei nicht nur er selbst betroffen worden. „Es ging auf die Kinder, meine Mutter.“

Nach einer verbalen Entgleisung der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel im Bundestag hatte Kaeser ungewöhnlich klar Stellung bezogen. „Lieber Kopftuch-Mädel als Bund Deutscher Mädel. Frau Weidel schadet mit ihrem Nationalismus dem Ansehen unseres Landes in der Welt. Da, wo die Hauptquelle des deutschen Wohlstands liegt“, schrieb er auf Twitter.

Kaeser bereut seine Aussagen nicht. Mit politischen Aussagen setzte man sich zwar einem hohen Risiko aus, „vom stillen, mitunter sogar genüsslichen anonymen Beobachter zur direkten Zielscheibe zu werden“. Doch dürfe man es nicht hinnehmen, wenn das wieder auftauche, was die Welt schon einmal an die Grenzen des Abgrunds gebracht habe: „Ausgrenzung, Intoleranz, Rassenhass.“ Es gelte: „Wir dürfen das Feld der Öffentlichkeit nicht populistischen und nationalistischen Kreisen überlassen.“

Es dürfe keine Schweigespirale entstehen, in der nur noch die Marktschreier zu hören sind und die anderen still sind, weil sie sich in der Minderheit fühlen. Das Thema Toleranz und Zusammenhalt der Gesellschaft liegt ihm am Herzen. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Toleranzpreis des Jüdischen Museums in Berlin geehrt.

Mit seinen klaren Aussagen zu vielen Themen steht Kaeser unter den CEOs in Deutschland ziemlich allein da. Er tue sich da etwas leichter, meinte der Siemens-Chef. Zum einen müsse er „nicht mehr sonderlich viel beweisen“. Zudem habe Siemens kein Konsumentengeschäft, wo sich Kunden teils mehr aus der Emotion heraus für einen Kauf entschieden.

Er habe bei einigen Sachfragen der letzten Zeit mit dem einen oder anderen CEO-Kollegen telefoniert, ob man gemeinsam etwas unternehmen wolle, weil man nicht hinnehmen könne, wie sich das Land in der Welt darstelle. Manch einer habe Verständnis für das Anliegen gezeigt, aber befürchtet, dass die AfD-Wähler dann seine Autos nicht mehr kaufen. „Da habe ich bei Turbinen das Problem nicht so.“

Mit seinen Äußerungen polarisiert Kaeser. Für Aufregung sorgte er in Davos, als er den US-Präsidenten Donald Trump vor laufender Kamera für seine Steuerreform lobte und Investitionen in den USA versprach. Kurz darauf kritisierte er allerdings auf Twitter deutlich Trumps Androhung von Strafzöllen. „Nach einer großartigen Steuerreform, um neue Jobs zu schaffen, ein lausiger Ansatz zu fairem Handel. Nicht gut für Kunden, nicht gut für Jobs. Nicht gut für eine freie Welt“, schrieb Kaeser übersetzt auf dem Kurznachrichtenkanal.

Im Interview mit dem Handelsblatt warnte er vor der Hannover Messe, die Ängste in der Bevölkerung im Zuge der Digitalisierung könnten „ein Nährboden für den Populismus der politischen Ränder“ sein. Verlierer der digitalen Revolution könnten Menschen sein, deren Berufsbild sich fundamental ändert und die nicht bereit seien, Neues zu lernen.

Das seien nicht nur einfache Arbeiter, sondern auch Ingenieure, Programmierer und selbst Ärzte, die Bilder von Computertomographen interpretieren. „In Zukunft könnten auch solche Funktionen von Maschinen übernommen werden.“

Auch in Zukunft ist mit klaren Aussagen Kaesers zu rechnen. Beim Sommertreff des Clubs Wirtschaftspresse konnte er sich auch einen Kommentar zum Koalitionsstreit um die Asylpolitik nicht verkneifen. Er habe sich schon vor drei Jahren für ein Einwanderungsgesetz ausgesprochen. „Jetzt ist es ja von der SPD gekommen, das hätte auch von anderen Parteien kommen können, statt einem Sturm im Wasserglas zu machen, der das Gelächter der Welt auf sich zieht.“

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10 Kommentare zu "Nach Drohungen: Ein Tweet von Siemens-Chef Kaeser gegen die AfD brachte ihm heftige Kritik – und 3000 neue Follower"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Vergleich von Herrn Kaeser zu Frau Weidel ist ähnlich schwachsinnig, wie wenn ich sagen würde "Lieber Käse als Kaeser". Herr Kaeser sollte sich ernsthaft mit den politischen Positionen der AfD beschäftigen, dann würde er sehen, welche Partei in Deutschland die einzige konservative, wirtschaftsfreundliche Kraft in Deutschland ist, zum Beispiel durch Verhinderung des Ausverkaufs der deutschen Wirtschaft ins Ausland. Im übrigen ist ein deutscher Manager, der Herrn Trump bei seinem "America first" aktiv hilft und dafür Tausende Mitarbeiter in Deutschland entlassen will, für mich auf der alleruntersten Sympathiestufe. Herr Kaeser, verschwinden Sie nach Amerika !

  • Vielleicht hat Herr Kaeser was gegen die AfD weil diese verhindern will das wichtige Industrien an China verkauft werden. Der Mann hat dies gerade mit Osram gemacht und plant andere firmen zu verkaufen. Da wird er persönlich richtig mit verdienen. Man erinnere sich an Mannesman Mobilfunk

  • Es spricht ja gar nichts dagegen, wenn Herr Joe Kaeser aus seinem gepanzerten Wagen und vor seinen Personenschutz tritt, um uns seine Sicht der Dinge mitzuteilen. Die Wirklichkeit für Millionen Deutsche sieht anders aus als die Seine. War es nicht sein Kollege Dieter Zetsche, der von einem neuen Wirtschaftswunder sprach, angesichts der wertvollen Ankömmlinge. Die DAX Konzeren haben noch keine Hundert von diesen Menschen eingestellt. Die Kosten der Fehleinschätzung dieser Herren werden gerade vom deutschen Steuerzahler und von unseren Sozialsystemen übernommen.
    Eines sollte Herr Kaeser aber in seiner weinerlichen Darstellung zur Kenntnis nehmen. Alles was er erlebt, hat nichts zu tun mit den Angriffen denen Mitglieder und Mandatsträger der AfD ausgesetzt sind. Es ist schon bezeichnend zu erleben, dass sich viele Menschen zur AfD bekennen, aber tunlichst alles vermeiden, damit das nicht publik wird. Die Deutschen leben wieder in einem Staat in dem man selbst und seine Familie in der Existenz im Beruf oder als Selbstständiger bedroht ist, wenn man eine demokratisch legitimierte Partei wählt oder unterstützt. Unsere Eltern erzählen uns, dass es schon einmal so angefangen hat.
    Da Herr Kaeser einen weltweiten Konzern leitet, weiß er natürlich genau, warum es in verschiedenen Staaten und Gegenden in denen er seine Anlagen und Produkte verkauft, nicht aufwärts geht. Das Problem sind nicht die Menschen dieser Länder, sondern die Oberschichten und Regierungen mit denen man zusammenarbeiten muss. Sonst bekommt man da keinen Auftrag.
    Das größte Problem der merkelschen Immigration ist, dass dies weder eine Lösung für unsere Probleme ist noch für die Probleme dieser Länder. Wer ein 100 Millionen Problem lösen will, erreicht nichts, indem er sich 1 Million ins Land holt. Wir würden uns gerne einmal mit diesen Herrn Kaeser und seinen Kollegen unterhalten. Und versprochen: wir tun ihnen nichts an.

  • Politik ist für Herrn Käser offenbar einfacher als einen Konzern zu führen: Nachdem Siemens wichtigste Zukunftsfelder abgestoßen hat, ist der Konzern weder in der Lage, eine Lithium-Batterie für Autos zu bauen, noch bekäme der Konzern ein Smartphone fertig. Turbinenschaufeln und Windräder - die gehen noch. Nur noch erbärmlich, wohin der Konzern herabgewirtschaftet worden ist.

  • Hr. Kaeser ist ein Vorzeigevertreter der Globalisten und des Davos-Establishment. Sie leben fürstlich davon, das Wissen und die Fähigkeiten eines Volkes an Konkurrenten zu verscherbeln, Steuergelder anzuzapfen und zu verschwenden, sich durch Bestechung lobbyistische Vorteile zu verschaffen und Landesgrenzen niederzureissen, damit durch ungebremste Zuwanderung das Lohnniveau gedrückt wird. Mir fallen dazu nur die Verse von Theodor Körner ein:
    "Noch sitzt Ihr da oben
    Ihr feigen Gestalten.
    Vom Feinde bezahlt
    und dem Volke zum Spott
    Doch bald wird wieder
    Gerechtigkeit walten
    Dann richtet das Volk
    und es gnade euch Gott."

  • Wer im Glashaus sitzt...

  • Lieber Populisten als Globalisten und Kapitalisten im Kampf gegen Völker.

  • Jemand der gnadenlos Stellen streicht und Arbeitsplätze ins Ausland verlagert, steht es nicht zu über Patrioten zu hetzen die sich mit Leib und Seele dem Wohl des deutschen Volkes verschrieben haben. Die AfD ist keine Partei oder Gesinnung, sie ist eine Bewegung, die auch so ein asozialer und selbstverliebter Multimillionär wie dieser Joe Kaeser nicht stoppen wird.

  • Merkel demontiert Deutschland und Kaeser demontiert Siemens.

    Den Chinesen gibt er Arbeit und Technologie und in Deutschland schließt er Werke und will die Leute auf die Straße setzen.

    Auch einer, der die Interessen der Deutschen und die Zukunft Deutschlands mit Füßen tritt. Er hat seine Maske fallen lassen.

    Und solche Gefährder spielen dann noch Moralapostel.





  • Solche Statements kann man getrost ignorieren.

    Wirschaftsvertreter orientieren sich immer mit denen, die gerade an der Macht sind, denn schließlich sollen die Geschäfte nicht gestört werden.

    Ich wette, daß - sollte die AfD (mit-)regerien - Herr Kaeser einer der ersten ist, der den Kotau vor dieser Regierung macht.

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