Nach Elektroauto-Brand Warum Tesla trotzdem gelassen bleiben kann

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Brände bei herkömmlichen Fahrzeugen wahrscheinlicher

Brennende Elektroautos: Hersteller in der Pflicht

Die Aktie ist nach dem Bekanntwerden des Unfalls gehörig unter Druck geraten. Von 192 Dollar sackte sie zwischenzeitlich auf bis zu 168 Dollar, bevor sie sich wieder leicht erholte. Für die laufende Woche steht das Minus bei acht Prozent. Die schlechte Nachricht dürfte Börsianer dazu bewogen haben, Gewinne bei dem Papier einzustreichen – im Vergleich zum Jahresbeginn liegt die Aktie immer noch über 400 Prozent im Plus.

Die Fluchtbewegung der Investoren ist indes nicht ansteckend. Automobilexperten bleiben gelassen. „Wir beobachten den Vorfall in den USA“, so eine ADAC-Sprecherin. Doch für Aussagen über die generelle Sicherheit von Elektrofahrzeugen eigne sich der Unfall nicht. Ein Mitsubishi-Elektrofahrzeug habe bei einem ADAC-Crashtest vor zwei Jahren zufriedenstellend abgeschnitten.

Ein Chevrolet Volt (zweiter von links) fing im Juni 2011 Feuer – drei Wochen nach einem Crashtest. Der Brand griff auf andere Fahrzeuge über. Quelle: NHSTA

Ein Chevrolet Volt (zweiter von links) fing im Juni 2011 Feuer – drei Wochen nach einem Crashtest. Der Brand griff auf andere Fahrzeuge über.

(Foto: NHSTA)

„Der Vorfall wird die Gesamtentwicklung in Richtung Elektromobilität nicht bremsen“, sagt Willi Diez, Autoexperte am Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen. Allenfalls ein kurzfristiger Image-Rückschlag sei zu befürchten. „Auch bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen gibt es ja immer wieder Probleme – auch mit Bränden nach Unfällen.“

Ein Beobachter der Tesla-Aktie hat nachgerechnet: Bislang seien alle jemals ausgelieferten Tesla-Fahrzeuge zusammen geschätzte 182 Millionen Kilometer gefahren. Ein Brand auf diese Gesamtstrecke gerechnet sei damit zehnmal unwahrscheinlicher als bei Fahrzeugen mit gewöhnlichen Antrieb, so Craig Irwin von Wedbush Securities.

Die Verbraucherschützer des „Center for Auto Safety“ forderten aber eine Überarbeitung der Sicherheitsstandards für Elektrofahrzeuge, da der Einschlag eines Objekts in die Batterien ein „Designproblem“ sei. Die Regierung müsse zusätzlichen Schutz für im Unterboden montierte Batterien vorschreiben.

Lithium-Ionen-Batterien haben schon mehrfach für negative Schlagzeilen gesorgt. Ein UPS-Frachtflugzeug war 2010 abgestürzt, nachdem eine große Ladung Akkus an Bord Feuer gefangen hatte. Die 787-Dreamliner-Flotte musste monatelang am Boden bleiben, nachdem es Probleme mit Lithium-Ionen-Batterien gegeben hatte. Die Technik hat allerdings unter anderem den Vorteil, leichter zu sein als andere Akku-Typen.

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11 Kommentare zu "Nach Elektroauto-Brand: Warum Tesla trotzdem gelassen bleiben kann"

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  • Ein 60 Liter Benzintank hat sicher mehr Energie geladen. Deswegen liegt der auch genau vor der Hinterachse. Aber wenn der genauso punktiert wird, wie der Akku, dann läuft der aus und das ist mindestens genauso gefährlich, wenn nicht gefährlicher, weil der Sprit verdunstet und ein zündfähiges Gemisch bildet, das dann mit Stichflamme einher geht.

    Übrigens, dagegen hilft auch kein 2kg Autofeuerlöscher!

  • Noch hat sich das Tesla Finanzierungsmodell nicht wirklich als beständig erwiesen. Der Roadster wurde eingestellt. Man kann das so (Markt gesättigt) oder so (nicht mehr auf letztem technischen Stand) oder so (Lotus mag nicht mehr so billig liefern) sehen. Das Model S und das Model X sind Design-Massenware und mir persönlich viel zu glatt und zu wenig transportpraktisch. Also wieder nur die Oberklasse für das öffentliche Auftrittsblenden im Visier? Das ist sicher nicht der Massenmarkt, den Tesla so herbeireden möchte, aber sicher ein Anfang, solange die Batterien weiter Engpass haben.

  • selbst entscheiden - als Spekulant ;)

  • Sollte man jetzt also als Spekulant Tesla-Aktien (zu-)kaufen oder lieber noch abwarten ??

  • Brennende, kurzgeschlossene oder überladene Lithium Ionen Akku's sind nicht lustig. Weder im Handy noch im Auto. Bin mal gespannt, wie die Feuerwehren der darauf reagieren wenn solche Probleme mit der Verbreitung zu nehmen.

  • Das Risiko ein Motorrad/Motorroller zu fahren und zu verunglücken, ist um Galaxien größer, als der Brand eines Elektroautos.
    Beim Brand wird ein Riesen-Tamtam gemacht; beim "Risiko Motorrad" passiert nichts.

    Oder bei Ängsten. Viele fürchten sich vor dies und das ... die größeren Risiken liegen aber woanders, diese werden ignoriert.

    Es sind aber die irrationalen Ängste, die Entwicklungen etwas bremsen können. Mehr allerdings wohl kaum.
    Auch Züge setzen sich durch; genauso wie das Auto. Heute sind Kutschen Exoten.

  • Lassen wir doch mal Elon Musk zu Wort kommen. Auch für Herrn Dowideit bestimmt ein interessantes Update zu seinem Artikel...

    http://www.teslamotors.com/blog/model-s-fire

    Ein gebogenes Eisenteil rammt mit der Kraft von 25t in den vorderen Unterboden, bei Autobahngeschwindigkeit.
    In jedem anderen Auto wären die Folgen deutlich schlimmer gewesen. Der Tesla sagt dem Fahrer er soll rechts ran und aussteigen. Kein Verletzter. Zum Rest bitte Elon lesen und dann diesen Panik-Quatsch ad acta legen. Der Model S hat auf diesen einzigartigen Unfall hervorragend reagiert.

  • Es gab schon immer Kritiker neuer Technologien.
    Bei der ersten Eisenbahn haben auch Ärzte vor den Gesundheitsgefahren der atemraubenden Geschwindigkeit von 12 Kmh gewarnt und Graf Zeppelin wurde als Idiot in seiner Heimat verspottet und ausgelacht. Später lachte keiner mehr...

  • Weltweit brennen täglich mehrere Autos nach Unfällen. Wo sind die Berichte darüber? "Auto brennt in Indien!" - nirgends. Alle wollen den Wandel der Mobilität, da sehe ich die Presse samt Handelsblatt in der Pflicht auch objektiv zu berichten oder nicht zu berichten. Aber solche Artikel wie dieser zeigt mit welchen Herausforderungen die neuen Technologien zu kämpfen haben.

  • Bitte nicht herunterspielen (aber auch nicht hysterisch werden)! Es handelt sich um eine Technolgie, die doch noch erhebliche Probleme bereitet. Auch ein Porsche-Hybrid ist vor kurzem dokumentiert abgebrannt Die Dunkelziffer wird noch erheblich höher sein ...Es ist eben schon ein Unterschied ob man einen voll geladenen riesigen Akku, oder einen klassischen Benzintank zusammendrückt. Der Vergleich zwischen einem Airbus-Flugzeug und einer Ariane-Rakete passt zwar nicht so recht, verdeutlicht aber das Prinzip.

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