Nach Geely-Einstieg bei Daimler Volvo-Chef Samuelsson muss Aufsichtsratsposten räumen

Volvo-Chef Samuelsson muss nach dem Einstieg von Geely bei Daimler umplanen. Künftig sitzt er nicht mehr im Aufsichtsrat eines Daimler-Konkurrenten.
Update: 26.02.2018 - 13:29 Uhr Kommentieren
Wegen Geely und Daimler: Volvo-Chef muss Posten im Aufsichtsrat räumen Quelle: Reuters
Geely

Ursprünglich wollte der chinesische Konzern seine Anteile an Volvo Nutzfahrzeuge erhöhen.

(Foto: Reuters)

Stockholm/BerlinVolvo-Chef Håkan Samuelsson soll wegen des Einstiegs von Volvo-Eigner Geely bei Daimler nicht länger dem Aufsichtsrat von Volvo Trucks angehören. Der Chef des schwedischen Autobauers werde anders als ursprünglich geplant nicht zur Wiederwahl in das Kontrollgremium der Nutzfahrzeugschwester vorgeschlagen, erklärte Volvo am Montag.

Begründet wurde die Entscheidung damit, dass Geely größter Aktionär von Daimler geworden ist und der Dax-Konzern einer der größten Konkurrenten der Volvo-Nutzfahrzeuggruppe ist. Geely hat von Daimler ein Aktienpaket von 9,69 Prozent erworben.

Im Dezember hatte Geely Holding angekündigt, auch Großaktionär bei Volvo Trucks werden zu wollen und dafür dem Finanzinvestor Cevian ein Aktienpaket von 8,2 Prozent abzukaufen. Geely besitzt seit 2010 Volvo Cars. Der Autobauer wurde 1999 von Volvo Nutzfahrzeugen abgetrennt.

Die Bundesregierung gibt in ihren Einschätzungen des Geely-Einstiegs derweil ein unterschiedliches Bild ab. „Der Erwerb von 9,7 Prozent des Aktienkapitals and der Daimler AG durch das chinesische Unternehmen Geely ist der Bundesregierung natürlich bekannt, es handelt sich aber um eine unternehmerische Entscheidung“, sagte Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin. Zu Gesprächen des Geely-Haupteigners Li Shufu beim wirtschafts- und finanzpolitischen Berater der Bundeskanzlerin gebe die Bundesregierung wie in ähnlichen Fällen üblich keine Auskunft.

Das Bundeswirtschaftsministerium will hingegen den Einstieg des chinesischen Autobauers Geely bei Daimler genauer unter die Lupe nehmen. Die geschäftsführende Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) warnte, die Offenheit Deutschlands dürfe „nicht als Einfallstor für industriepolitische Interessen anderer Staaten benutzt werden“. Es müsse geklärt werden, wie es zu der Beteiligung von knapp zehn Prozent gekommen sei. Zudem müsse geprüft werden, ob Meldevorschriften bei Beteiligungen eingehalten worden sind.

Es sei Aufgabe der Investoren, die rechtlichen Regelungen zu beachten und zu prüfen. Grundsätzlich sei Deutschland „eine offene Volkswirtschaft, die Investitionen begrüßt, solange sie marktkonform ablaufen“, sagte die Ministerin.

Am Freitag gaben die beiden Unternehmen bekannt, dass die Asiaten einen Aktienanteil von 9,69 Prozent an dem Dax-Konzern erworben haben. Damit ist Chinas größter privater Autobauer nun der größte Anteilseigner von Daimler. Unklar ist wie genau Geely den Anteil an Daimler kaufen konnte. Nach den deutschen Kapitalregeln müssen Beteiligungen bei Schwellen von drei und fünf Prozent bekanntgegeben werden.

  • rtr
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