Nach gescheiterter Fusion EADS-Rüstungssparte hart getroffen

Die gescheiterte Fusion von EADS mit der britischen BAE kostet Jobs bei Cassidian. Die EADS-Rüstungssparte streicht 850 Arbeitsplätze – die meisten davon in Deutschland. Die jährlichen Kosten müssen runter.
Update: 30.11.2012 - 15:59 Uhr Kommentieren
Cassidian-Drohne auf der Eurosatory 2012: 850 Stellen sollen wegfallen. Quelle: AFP

Cassidian-Drohne auf der Eurosatory 2012: 850 Stellen sollen wegfallen.

(Foto: AFP)

MünchenDie kriselnde EADS-Rüstungssparte muss nach der gescheiterten Fusion von EADS und BAE wohl deutlich mehr sparen als bisher geplant. Bis 2014 müsse die unter dem Namen Cassidian firmierende Sparte 200 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr einsparen, schreibt der neue Chef des Unternehmens, Bernhard Gerwert, am Freitag in einem internen Brief, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Dazu müsse Cassidian bis zu 850 Stellen streichen. Betroffen seien vor allem das Management und die Verwaltung, teilte das Unternehmen am Freitag mit. „Mit schlankeren Strukturen können wir kürzere Reaktionszeiten gewährleisten. So wollen wir weiter wachsen und unsere Profitabilität auf Benchmark-Niveau heben“, erklärte Gerwert.

Nach Gewerkschaftsangaben sollen die meisten Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen werden. Demnach fallen in Frankreich und Großbritannien jeweils rund hundert Stellen weg, etwa 30 weitere in Finnland. Aktuell hat Cassidian 23.000 Beschäftigte.

Die schwierige Marktlage lasse dem Unternehmen keine andere Wahl. Bisher hatte der Konzern geplant, die jährlichen Kosten um 370 Millionen Euro zu drücken. Vor zwei Jahren bereits hatte Cassidian ein Programm zum Konzernumbau aufgelegt, dass den Abbau von 600 Arbeitsplätzen vorgesehen hatte.

Cassidian gilt bei EADS als echtes Sorgenkind. In den ersten neun Monaten ging der operative Gewinn um acht Prozent zurück. EADS stellt die Kostenstruktur auf den Prüfstand, außerdem sucht sie Verbesserungspotenzial bei der Vertragsabwicklung. Die geplante, aber vor einem Monat geplatzte Fusion mit BAE Systems hätte vor allem der Tochter Cassidian helfen sollen, die unter dem kriselnden Verteidigungsgeschäft in Europa leidet.

EADS-Chef Enders hatte sich von einem Zusammenschluss mit dem Konkurrenten besseren Zugang zum US-Markt versprochen. Doch das Vorhaben scheiterte hauptsächlich am Widerstand der deutschen Bundesregierung. Cassidian erzielte 2011 einen Umsatz von 5,8 Milliarden Euro. Der Konzern baut unter anderem zusammen mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems und dem italienischen Finmeccanica-Konzern den Kampfjet Eurofighter

 
  • dpa
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