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Nach Gewinn im ersten Halbjahr Opel-Chef bläst zur Attacke – Modelloffensive soll verlorene Marktanteile zurückbringen

Nach 20 Jahren Verlust macht Opel wieder einen Millionengewinn. Nun will Opel-Chef Lohscheller auch bei den Marktanteilen zulegen.
26.07.2018 - 09:53 Uhr Kommentieren
Der Opel-Chef blickt nach dem Gewinn im ersten Halbjahr optimistisch in die Zukunft. Quelle: dpa
Lohscheller in Angriffslaune

Der Opel-Chef blickt nach dem Gewinn im ersten Halbjahr optimistisch in die Zukunft.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Michael Lohscheller drückt aufs Gaspedal. „Wir haben gerade erst angefangen, Opel neu aufzustellen. Aber wir machen weiter Tempo“, sagt der Opel-Chef im Gespräch mit dem Handelsblatt. Obwohl der 49-Jährige mit dem Rüsselsheimer Autobauer fast schon Historisches geschafft hat – nämlich nach vielen verlustreichen Quartalen im ersten Halbjahr 2018 erstmals wieder einen Gewinn einzufahren –, sonnt sich Lohscheller nur kurz im Erfolg. Sein Blick verharrt nicht im Rückspiegel, sondern richtet sich nach vorne. Er plant, die Konkurrenz zu attackieren.

„Jetzt, wo wir die Ertragswende erreicht haben, wollen wir in den nächsten Monaten den Marktanteil stabilisieren und dann mit unserer Modelloffensive angreifen und wieder wachsen“, erklärt Lohscheller. Insbesondere im Segment der leichten Nutzfahrzeuge hofft der Manager auf anziehende Verkäufe.

„Das ist ein unterschätzter Bereich“, sagte Lohscheller. Mit neuen Modellen wie dem Combo oder dem Vivaro will Opel im Segment der leichten Nutzfahrzeuge bis 2020 um 25 Prozent wachsen.

Lohscheller vollzieht seine Attacke aber von einem äußerst niedrigen Niveau aus. Der Marktanteil von Opel liegt aktuell auf einem Allzeittief. Nur noch 5,6 Prozent aller neu zugelassenen Autos in Europa waren zuletzt Modelle des Rüsselsheimer Unternehmens.

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    Schlimmer noch: In Deutschland ist der Marktanteil auf den schlechtesten Wert seit den 1950er-Jahren abgesackt. Nur noch etwas mehr als sechs Prozent der neu zugelassenen Pkws hierzulande sind Opel-Fahrzeuge. Zum Vergleich: Mitte der 1990er-Jahre war der Marktanteil des Traditionsunternehmens noch mehr als doppelt so hoch.

    Im Zuge der Restrukturierung habe Opel „leichte Marktanteilsverluste bis zu einem gewissen Grad bewusst hingenommen“, beschwichtigt Lohscheller. Der Grund: Um die Ertragskraft pro Fahrzeug zu steigern, hätten die Hessen beispielsweise ihr Engagement im margenschwachen Mietwagengeschäft reduziert. Jetzt will Lohscheller bei den Marktanteilen aber wieder zulegen: „Je früher, desto besser.“

    Gerade die beiden sportlichen Geländewagen Grandland X und Crossland X, die auf den Plattformen des Opel-Mutterkonzerns PSA (Peugeot, Citroen) produziert werden, würden sich gut entwickeln. „Wir sehen, dass die Fahrzeuge bei den Kunden gut ankommen“, sagt Lohscheller.

    Ein Branchenexperte ist hingegen anderer Meinung. Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, schreibt in einer Marktanalyse, dass die Opel-Modelle mit PSA-Technik lediglich „überschaubare Akzeptanz“ genössen. 

    Die Akzeptanz und Bedeutung von Modellen lasse sich am sogenannten Modell-Mix erkennen, also dem Anteil der jeweiligen Modelle an den Gesamtverkäufen der Marke. Und Grandland X und Crossland X hätten als neue Modelle bereits im zweiten Quartal im Vergleich zum ersten Quartal Mix-Anteile verloren. „So fällt der Grandland X etwa auf überschaubare sieben Prozent Mix-Anteil zurück“, resümiert Dudenhöffer.

    Opel-Chef Lohscheller hält dagegen: „Es ist entscheidend, wie sich die Autos in ihren jeweiligen Segmenten entwickeln und wie die Profitabilität pro Fahrzeug aussieht.“ Unter diesen Gesichtspunkten sei Opel erfolgreich. „Anderslautenden Darstellungen muss ich entschieden widersprechen.“

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