Nach Gewinneinbruch Mercedes will drei Milliarden einsparen

Der deutsch-amerikanische Autohersteller Daimler-Chrysler bleibt bei seinem Einsparziel von drei Milliarden Euro für die Pkw-Sparte von Mercedes-Benz. Die Automarke soll wieder so satte Erträge bringen wie in den neunziger Jahren. Die Margen liegen heute auf dem Niveau von Massenherstellern wie Renault.
Eckhard Cordes verlangt von den Mercedes-Mitarbeitern Ideen zur Kostensenkung. Foto: dpa

Eckhard Cordes verlangt von den Mercedes-Mitarbeitern Ideen zur Kostensenkung. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Intern hat Eckhard Cordes, Chef der Auto-Sparte des Konzerns, aber ein um eine Milliarde Euro höheres Sparvolumen vorgegeben, um das Ziel für die im Ertrag stark abgerutschte Sparte auf jeden Fall zu erreichen.

„Das Einsparziel für die Mercedes Car Group sind nach wie vor drei Milliarden Euro bis zum Jahr 2007“, sagte Cordes am Donnerstag am Rande einer Veranstaltung in Stuttgart. Intern gelte aber die Vorgabe, die Kosten um vier Milliarden Euro zu drücken.

„Das habe ich im Nutzfahrzeug-Geschäft auch immer so gemacht. Denn ein Teil der geplanten Einsparungen bleibt immer auf der Strecke“, sagte Cordes.

Mit Hilfe des Sparprogramm unter dem Titel „Core“ soll sich die Umsatzrendite der Mercedes Car Group mit den Marken Mercedes-Benz, Maybach und Smart bis 2007 wieder auf sieben Prozent verdoppeln.

Gewinneinbruch durch Rückrufaktionen

Die gewöhnlich ertragsstärkste Sparte des Konzerns hatte im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch um fast die Hälfte auf 1,67 Milliarden Euro erlitten. Dazu trugen neben anhaltenden Verlusten der Kleinstwagenmarke Smart deutlich gestiegene Kosten zur Beseitigung von Qualitätsmängeln bei. Auch der ungünstige Dollar-Kurs und gestiegene Rohstoffpreise drückten das Ergebnis.

Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp hatte die Ertragslage bei der Nobelmarke Mercedes im Februar als „nicht akzeptabel“ bezeichnet. Im Schlussquartal 2004 hatte die Mercedes Car Group gerade noch die Gewinnschwelle erreicht, da hohe Rückstellungen anfielen.

Die Umsatzrendite der Mercedes Car Group lag 2004 mit 3,3 Prozent noch unter der Profitabilität eines Massenherstellers wie Renault. Üblicherweise sind die Gewinnmargen im Premiumsegment deutlich höher.

Mit dem Core-Programm (“Cost down, Revenues up, Execution“) soll der seit Oktober als Mercedes-Pkw-Chef amtierende Cordes die Wertschöpfungskette des Flaggschiffs unter die Lupe nehmen. Auch einen Personalabbau hat DaimlerChrysler nicht ausgeschlossen.

Smart soll 2007 Gewinne schreiben

Schrempp hat vorgegeben, dass die Sparte die Probleme binnen zwölf Monaten in den Griff bekommt. Für den verlustreichen Smart sucht der Konzern indes noch immer ein „langfristig tragfähiges Geschäftsmodell“. Die Aufgabe der vor sechs Jahren gestarteten Marke Smart hatte Cordes indes wiederholt ausgeschlossen.

Nach den Milliardenverlusten soll der unter schwacher Nachfrage leidende Kleinstwagen Cordes Prognosen zufolge nun im Jahr 2007 erstmals die Gewinnschwelle erreichen. Von dem Ziel, schon 2006 schwarze Zahlen zu schreiben, war Cordes zuletzt abgerückt.

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