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Nach Gewinnwarnung Thyssen-Großaktionär macht Druck – „Nicht die Zeit für ideologische Debatten“

Cevian fordert nach der Gewinnwarnung eine Neuausrichtung bei Thyssen-Krupp. Daraus lesen viele: die Zerschlagung. Doch der Großaktionär betont, er sei „unvoreingenommen“.
01.08.2018 - 14:45 Uhr Kommentieren
Cevian will Thyssen-Krupp aufspalten – und erhöht den Druck Quelle: dpa
Thyssen-Krupp

Für das Geschäftsjahr 2017/18 grenzte der Industriekonzern seine Prognose nach einer Überprüfung des Projektportfolios bei der Sparte Industrial Solutions ein.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nachdem der Essener Industriekonzern Thyssen-Krupp am Dienstagabend seine Gewinnprognose senken musste, fordert der Großaktionär Cevian erneut eine Überprüfung der Unternehmensstruktur. So erklärte der Gründer des schwedischen Investmentfonds, Lars Förberg, am Mittwoch: „Die jüngste Gewinnwarnung zeigt ein weiteres Mal, dass die bestehenden Strukturen zu komplex geworden sind.“ Der Aktienkurs war zeitweise um vier Prozent gefallen.

Schon länger fordert Cevian eine Entflechtung des Ruhrkonzerns, der nach der geplanten Abspaltung der Stahlsparte noch in den Bereichen Anlagenbau, Komponentenfertigung, Aufzüge und Werkstoffhandel aktiv sein wird. Bisher hatten sich Management und Aufsichtsrat allerdings gegen einen drastischen Konzernumbau gewehrt.

Der Streit führte zum Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Heinrich Hiesinger sowie des Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Lehner, die sich mehrfach für die Strategie eines integrierten Industriekonzerns mit Zentralverwaltung ausgesprochen hatten. Beide erklärten ihren Abgang mit mangelndem Rückhalt der Großaktionäre für ihren Kurs.

Förberg wiederum erklärte angesichts der gesenkten Erwartungen für die Industriegütersparte: „Die Konglomeratsstrategie ist für die langjährige Underperformance des Unternehmens verantwortlich.“ Das Unternehmen habe nun die Chance, die richtige Struktur zu finden, „um seine Einheiten wettbewerbsfähiger, wachstumsstärker und erfolgreicher aufzustellen“. Cevian habe stets dafür plädiert, unvoreingenommen die künftige Ausrichtung des Unternehmens zu diskutieren.

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    In einem Interview mit der „Welt“ distanzierte sich auch der US-Hedgefonds Elliott, der derzeit weniger als drei Prozent an Thyssen-Krupp hält, von dem Vorwurf, den Ruhrkonzern zerschlagen zu wollen. So erklärte Franck Tuil, ein hochrangiger Portfolio-Manager von Elliott in Europa.

    „Wir haben nie eine Zerschlagung von Thyssen-Krupp gefordert.“ Stattdessen solle der Konzern alle Optionen für eine strukturelle Weiterentwicklung prüfen – dazu könne aber auch die Veräußerung kleinerer Unternehmensteile gehören.

    Am Dienstag hatte Thyssen-Krupp bekannt gegeben, dass das bereinigte Ebit im laufenden Geschäftsjahr mit 1,8 Milliarden Euro am unteren Ende der zuvor prognostizierten Spanne von 1,8 bis 2 Milliarden Euro liegen dürfte. Grund dafür sind vor allem gestiegene Kosten bei mehreren Großprojekten in der Industriegüter-Sparte, außerdem gingen weniger Aufträge ein als erwartet.

    Vorstandschef Guido Kerkhoff, der das Unternehmen interimsweise leitet, hatte daraufhin Restrukturierungen in der Sparte angekündigt. Im dritten Quartal soll das bereinigte Ebit des Geschäftsbereichs Anlagenbau mit minus 220 Millionen Euro deutlich geringer ausfallen als erwartet. Analysten hatten mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag im Minus gerechnet.

    Angesichts vieler Großunternehmen wie Daimler, Siemens, Bayer und Continental, die ihre Struktur zuletzt auf den Prüfstand gestellt haben, appellierte Cevian-Gründer Förberg erneut an das Management von Thyssen-Krupp: „Dies ist nicht die Zeit für ideologische Debatten, sondern für Diskussionen über einen erfolgreichen Wandel des Unternehmens.“ Es gebe keinen Grund, warum Thyssen-Krupp nicht die gleichen Chancen nutzen solle, um das Geschäft zu stärken.

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