Nach Hiesinger-Rücktritt Thyssen-Krupp-Chefaufseher Lehner wirft Investoren „Psychoterror“ vor

Der Chefaufseher des Konzerns äußert sich in einem Interview erbost über das Verhalten aktivistischer Investoren. Gemeint sind Cevian und Elliott.
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Thyssenkrupp: Ulrich Lehner wirft Investoren Psychoterror vor Quelle: AFP
Ulrich Lehner

Der Chefaufseher von Thyssen-Krupp ist erbost über das Verhalten aktivistischer Investoren.

(Foto: AFP)

DüsseldorfNach dem völlig überraschenden Rücktritt von Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger meldet sich Aufsichtsratschef Ulrich Lehner in der Wochenzeitung „Die Zeit“ zu Wort. Der Chefaufseher des Essener Konzerns geht mit einigen Anteilseignern hart ins Gericht. Sie beschritten „Wege, die teilweise schon als Psychoterror bezeichnet werden können“, wird Lehner in einer Vorabmeldung der Zeitung zitiert.

Lehner wirft vor allem aktivistischen Investoren vor, unlautere Mittel verwendet zu haben. Unwahrheiten seien in der Öffentlichkeit platziert worden, unberechtigte Rücktrittsforderungen geäußert und Nachbarn und Familienmitglieder belästigt.

„Einzelne aktivistische Investoren seien dafür bekannt, dass jene Manager, die sie loswerden wollten, später in psychiatrische Behandlung müssten“, sagt Lehner der „Zeit“. „Wenn ich dann höre, dass auf Hauptversammlungen auch Stimmen gekauft werden, dann sind solche Aktionäre für Unternehmen kein Gewinn.“

Lehner bezieht sich dabei auf Cevian und Elliott. Die beiden Großaktionäre halten 20 Prozent der Anteile und fordern eine Zerschlagung des Konzerns und den Verkauf des Aufzuggeschäfts – den profitabelsten Teil von Thyssen-Krupp. Im Interview mit der „Zeit“ weist Lehner dieser Forderung zurück.

Cevian und der wenig zimperliche US-Hedgefonds Elliott hatten von Hiesinger mehr Tempo und Mut beim Konzernumbau gefordert. Die Suche nach einer Nachfolge bei Thyssen-Krupp gestaltet sich derweil schwierig.

In den kommenden Tagen sollten dazu die Spitzen des Gremiums beraten, bevor der Personalausschuss des Aufsichtsrats eine Entscheidung fällt, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen. Zunächst soll es eine vorübergehende Lösung geben. Dabei werde es auf Guido Kerkhoff zulaufen, den bisherigen Finanzvorstand der Thyssen-Krupp AG, hieß es.

Kerkhoff soll als Interims-Vorstandschef das Unternehmen stabilisieren. Nach dem plötzlichen Rücktritt von Hiesinger sind Belegschaft und Teile des Managements tief verunsichert, wie Insider berichten.

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