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Nach Hochtief Beiersdorf rückt als Übernahmekandidat in den Fokus

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Dabei hätte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter gewarnt sein müssen. Erstens schwimmt der größte deutsche Baukonzern in Geld, mehr als zwei Mrd. Euro schlummern in der Kasse. Zweitens verdient Hochtief ordentlich: in diesem Jahr operativ vor Abschreibungen (Ebitda) fast 1,2 Mrd. Euro. Drittens ist Hochtief niedrig bewertet, für jeden Euro Umsatz, den der Konzern erwirtschaftet, zahlen Anleger nur 30 Cent. Beim kleineren Konkurrenten Bilfinger Berger ist es glatt das Doppelte.

Hochtief ist damit das perfekte Opfer. Folgerichtig schlug ACS zu, indem der Konzern aus der Rolle des Beschützers in die des Angreifers wechselte. Die angestrebte Kapitalmehrheit kostet ACS voraussichtlich weniger als 800 Mio. Euro - also nicht einmal die Hälfte dessen, was in der Hochtief-Zentrale in der Kasse liegt. Die Essener bezahlen damit die eigene Übernahme zum größten Teil selbst.

23 der 100 größten Konzerne in Deutschland weisen höhere Barmittel als Schulden aus. Das gab es noch nie. Insgesamt kommen die Top-Konzerne auf Liquidität in Höhe von 109 Mrd. Euro - auch das ist Rekord. Die Maschinenbauer Aixtron und Pfeiffer Vacuum sowie die Biotechfirma Morphosys sind gar schuldenfrei. Andere wie der Medizintechniker Carl Zeiss haben siebenmal so viel Cash angehäuft wie Schulden, der Brillenhersteller Fielmann kommt gar auf einen Faktor von 21.

Noch wichtiger als Schulden und Cash ist das Verhältnis zwischen dem Unternehmenswert und dem Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Diese wichtigste Kennzahl bei Übernahmen gibt an, wie lange es dauert, bis ein Unternehmen mit seinem operativen Ergebnis den Übernahmepreis zurückgezahlt hat - vorausgesetzt, die Firma investiert nichts und zahlt keine Schulden zurück. Liegt der Wert unter zehn Jahre, gilt eine Firma als attraktiv. Obendrein ist ein entscheidendes Kriterium, wie lange es dauert, bis ein Konzern, gemessen am operativen Ergebnis, seine Schulden abgebaut hat. Hier sind weniger als fünf Jahre günstig.

Ergebnis: Aus dem Dax sticht Salzgitter heraus. Der Stahlkonzern hat 1,6 Mrd. Euro in seiner Kasse, aber nur 389 Mio. Euro Schulden. Gemessen am derzeitigen operativen Ergebnis vor Abschreibungen benötigt Salzgitter nur 3,4 Jahre, um die Kosten einer Übernahme zu verdienen.

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