Nach Notlandung Zwei Dutzend Dreamliner bleiben am Boden

Pannenserie ohne Ende: Die beiden größten Flotten des Boeing-Vorzeigejets 787 bleiben bis auf Weiteres am Boden. Nach einer Notlandung einer All-Nippon-Airways-Maschine stoppt auch Japan Airlines seine „Dreamliner“.
Update: 16.01.2013 - 08:10 Uhr 8 Kommentare

Japans Airlines halten alle 787 nach Notlandung am Boden

TokioEine Maschine aus Boeings pannengeplagter Superflieger-Reihe „Dreamliner“ (787) ist am Mittwoch in Japan notgelandet. Wie die betroffene Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) mitteilte, mussten alle 137 Passagiere und Crewmitglieder nach der Landung auf dem westjapanischen Flughafen Takamatsu die Maschine verlassen, nachdem Rauch in der Maschine bemerkt worden war.

Fünf Personen seien leicht verletzt worden, ein Passagier wurde wegen Rückenbeschwerden laut örtlichen Medien ins Krankenhaus gebracht. Die japanische Flugsicherheitsbehörde sprach von einem „ernsten“ Zwischenfall.

Bis auf Weiteres bleiben daher alle 17 ANA-Dreamliner am Boden. Auch der Konkurrent Japan Airlines folgte am Mittwoch dem Beispiel und entschied sich gegen Starts seiner sieben Maschinen des Typs 787. Damit sind die bislang beiden größten 787-Flotten außer Dienst gesetzt.

Das ist das schlimmste Flugzeug-Entwicklungsprogramm, dass Boeing erlebt hat – wenn man sich den ganzen Ärger und die Verspätungen anschaut“, sagte Richard Aboulafia, Berater bei der Teal Group, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Flugzeugentwicklung war von jahrelangen Verzögerungen bis zur Erstauslieferung an ANA geplagt.

Der jüngste Vorfall ereignete sich auf einem Flug von Yamaguchi im Westen Japans nach Tokio. Rund 35 Minuten nach dem Start habe man in der Maschine Rauch bemerkt. Daraufhin leitete der Pilot in Takamatsu eine Notlandung ein und ließ alle Passagier über Notrutschen das Flugzeug verlassen. Einen Löscheinsatz habe es nicht gegeben. Der Pilot habe ausgesagt, dass ein Instrument im Cockpit Batterieprobleme angezeigt und es einen ungewöhnlichen Geruch gegeben habe.

Unklar, wann die Maschinen wieder abheben dürfen
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8 Kommentare zu "Nach Notlandung: Zwei Dutzend Dreamliner bleiben am Boden"

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  • Boeings Batterieprobleme beim 787
    ==========================
    Die jüngsten Pannen zeigen: Die Batterien sind offenbar brandgefährlich.
    Sie setzen Lithium-Ionen-Batterien ein. diese sind leichter und leistungsfähiger als herkömmliche Batterien, aber auch gefährlicher.
    Beim (Alb)Dreamliner wird besonders viel mit Strom versorgt, was bei anderen Maschinen mechanisch/hydraulisch erledigt wird.
    Wenn die US-Behörden jetzt Lithium-Ionen-Batterien in Flugzeugen verbieten, muß die 787 komplett neu entwickelt werden. Das wäre fatal für Boeing.
    Auch wenn sie auf konventionelle (leistungsschwächere) Batterien umsteigen würden, ist das nicht ohne Probleme.
    Es währen mehr Batterien erforderlih, dazu kommt noch die zusätzliche Verkabelung. Für Boeing ein Albtraum.

    http://www.stern.de/reise/fernreisen/pannenserie-der-boeing-787-eine-diva-namens-dreamliner-1955708.html

  • Polen (PLL LOT) hat 2 Stück.

    Beide sind bisher kaum geflogen.
    Es ist nicht nur eine Panne gewesen, sondern eine ganze Serie von Pannen, die nacheinander kommen ...

    Dies ist wohl der Nagel zum Sarg für die polnische nationale Luftlinie.


  • man könnte auch sagen: Das Produkt ist wie eine Banane, es reift erst beim Kunden.

    Nur, was bei einer Banane noch sinnvoll erscheint, kann für einen Flugzeugbauer schwerste Konsequenzen haben und für den Passagier tödlich sein.

  • Ich fliege regelmaessig die Strecke Frankfurt-Tokyo Haneda, seit einiger Zeit in der 787. Schade, dass die jetzt vorerst am Boden bleiben, denn es war schon ein qualitativ gutes Fliegen, und die Business Class in ANA ist sowieso phantastisch... Hoffe, dass die Probleme bald aufgeklaert sind, damit ich bei meiner nachsten Reise im Februar wieder in den Genuss komme.
    Zum Vergleich, mit dem Riesenairbus Zuerich-Singapore geflogen, fuer den Passagier bei der technik kein gefuehlter Unterschied (Business Class bei Singapore Airlines ist natuerlich auch makellos).
    Ergo, mir ist es gleich ob Supervogel von Boing oder Airbus, solange ich ankomme ;-), das Reiseerlebnis wird sowieso vom Service der Fluggesellschaft gepraegt.

  • Vielleicht ist die Material-Untergrenze erreicht.
    Nachdem man wusste, mit welchem Material-Anspruch ein Flieger fliegt, hat man viele Jahre damit zugebracht, die Belastungen zu messen, denen jedes einzelne Teil ausgesetzt ist und das hat man (meiner Meinung nach) nicht getan, um die Sicherheit zu erhöhen, sondern um herauszufinden, wo die Materialkosten heruntergeschraubt werden können. Vielleicht war man zuletzt zu optimistisch.

  • es handelt sich wahrscheinlich um "Kinderkrankheiten" und nicht um schwerwiegende Konstruktions- oder Produktionsfehler von Boeing. Auch diese werden sicherlich in Kuerze ueberwunden sein.
    Ein ernsthafter Zwischfall mit Verletzten oder Todesopfern koennte Boeing jedoch um Jahre zurueckwerfen und den Ruf fuer Jahrzehnte schaedigen.
    Auf jeden Fall wird das Eis fuer Boeings Dreamliner immer duenner.

  • "Dreamliner"? Man sollte vielleicht eher die Bezeichnung "glitchliner" erwägen!

  • Boeings (Alb)Dreamliner 787
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    "Boeing wird derzeit von einer Serie von Zwischenfällen bei Dreamlinern erschüttert. In den vergangenen Tagen war der Airbus -Konkurrent mit zwei Treibstofflecks, einem Batteriefeuer, einem Kabelproblem, einer Bremsstörung sowie einem zersprungenen Cockpit-Fenster in den Schlagzeilen."

    All Nippon Airways und Japan Airlines sollten alle weitere Bestellungen stornieren und lieber den Airbus 380 ordern.
    Dieser ist sicherer als dieser "Pannenflieger".
    Boeing mag zwar früher hochwerteige Flugzeuge geliefert haben, aber heute ...

    "Im September 2012 hatte die amerikanische Transportsicherheitsbehörde vor Problemen mit bestimmten Dreamliner-Triebwerken des Lieferanten General Electric (GE) gewarnt."
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    Noch vor der Inbetriebnahme einer neuen Boeing 787 hatte im Juli 2012 ein Triebwerk einer für Air India vorgesehenen Maschine bei einem Rolltest in den USA Probleme bereitet. Ein Bauteil brach und führte zu einer Explosion des Antriebsaggregats."
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    Im Dezember 2012 war eine 787 von United Airlines zu einer Notlandung gezwungen, nachdem einer von sechs Stromgeneratoren an Bord den Dienst versagte, eine zweite Maschine hatte ähnliche Probleme."

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