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Nach Ölkatastrophe Designierter BP-Boss Dudley feuert Spartenchef

BP versucht unter seinem künftigen Konzernchef Bob Dudley nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko Vertrauen zurückzugewinnen. Dazu gründet der Konzern eine Sicherheitssparte und trennt sich von einem mächtigen Spartenboss.
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Hayward (l.) geht, Dudley kommt: BP wechselt zum 1. Oktober den Chef aus. Quelle: ap

Hayward (l.) geht, Dudley kommt: BP wechselt zum 1. Oktober den Chef aus.

(Foto: ap)

HB LONDON. Zwei Tage vor Dudleys offiziellem Antritt kündigte das Unternehmen am Mittwoch die Gründung einer neuen Sicherheitssparte mit umfangreichen Befugnissen an. Außerdem wird der bisherige Chef der Abteilung für die Exploration und Produktion von Erdöl, Andy Inglis, abgesetzt. In seinen Aufgabenbereich fiel die Bohrung am Golf.

Dudley geht damit seine vorerst wohl wichtigste Herausforderung als neuer BP-Chef an: die Wiederherstellung des Vertrauens in den Konzern, dem nach der Ölkatastrophe ein desaströses Image anhaftet, zu dem die Fehltritte von Dudleys Vorgänger Tony Hayward ihr übriges beitrugen.

Auf Dudley wartet ein Balanceakt, bei dem zig Mrd. auf dem Spiel stehen. Er muss die verunsicherten Anleger überzeugen, dass BP seine Sicherheitsvorkehrungen erhöhen wird. Gleichzeitig wird er in den USA gegenüber der Regierung und Gerichten darlegen müssen, dass die Standards des Konzerns schon jetzt genau so hoch sind wie bei der Konkurrenz.

Der Untergang der Plattform "Deepwater Horizon" war nicht das erste schwere Unglück, dass BP zu verantworten hat. Bei der Explosion einer Raffinerie in Texas 2005 starben 15 Arbeiter, zudem musste BP nach einem Ölleck in Alaska 2006 Millionen-Strafen zahlen. Die Vorfälle brachten BP den Ruf eines besonders rücksichtslosen Konzerns ein, der Profit über den Schutz von Umwelt und Mitarbeitern stellt.

Dudley kann bei dieser Aufgabe auch nicht die bei einem Chefwechsel übliche Strategie beherzigen, die Verfehlungen des Vorgängers anzuprangern und einen Kurswechsel zu versprechen.

Dies würde den Konzern teuer zu stehen kommen, denn Anwälte und die US-Behörden würden dies sofort als Eingeständnis von Schuld interpretieren - und riesige Schadenersatzforderungen stellen.

Investoren hoffen, dass Dudley als erster Amerikaner an der Spitze des Konzerns bei den anstehenden Verhandlungen bessere Karten hat als sein ungeschickter britischer Vorgänger. Er muss auch die oftmals als zu dezentral kritisierten Organisationsstrukturen innerhalb des Konzerns straffen und das Freibeutertum einiger Abteilungen beenden. Zudem wird er den Verkauf weiterer Unternehmensteile vorantreiben müssen, damit BP die Milliarden-Kosten der Ölkatastrophe vor der US-Küste tragen kann.

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